Grundsicherung 2026
: Bürgergeld-Erhöhung oder Nullrunde? Höhe im nächsten Jahr steht fest

Wie hoch fallen die staatlichen Leistungen für das Bürgergeld 2026 aus? Wird es eine Erhöhung geben?
Von
David Hahn
Berlin
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Sondervermögen: ARCHIV - 21.08.2023, Berlin: SYMBOLBILD: Geldscheine mit dem Wert von 100 und 50 Euro liegen auf einem Tisch. (zu dpa: «Wie viel kann beim Bürgergeld gespart werden?») Foto: Monika Skolimowska/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Höhe des Bürgergeldes 2026 steht fest.

Monika Skolimowska/dpa

In den letzten Jahren war das Bürgergeld teils deutlich erhöht worden. In diesem Jahr blieb eine weitere Anhebung aus. Auf welche Höhe müssen sich Empfängerinnen und Empfänger 2026 einstellen?

Grundsicherung: Keine Bürgergeld-Erhöhung 2026

Die Regelsätze für Sozialhilfe und Bürgergeld bleiben auch im Jahr 2026 unverändert. Hintergrund dieser Entscheidung ist, dass die Regelsätze in den Jahren 2023 und 2024 aufgrund hoher Inflationsraten deutlich angehoben wurden. Die tatsächliche Inflation stieg allerdings weniger stark, als ursprünglich erwartet. Deshalb liegen die aktuellen Regelsätze auch 2026 noch oberhalb der rechnerisch ermittelten Bedarfe. Eigentlich müsste der Regelsatz für Alleinstehende nach der gesetzlichen Berechnungsformel sogar sinken.

Kürzungen verhindert jedoch die sogenannte Besitzschutzregelung nach § 28a Absatz 5 SGB XII. Sie schreibt vor, dass einmal gewährte Beträge in den Folgejahren nicht gekürzt werden dürfen. Daher bleibt es auch 2026 bei der bisherigen Höhe der Leistungen. Für die Betroffenen bedeutet dies eine „Nullrunde“: Weder eine Erhöhung noch eine Senkung der Regelsätze wird erfolgen.

Höhe 2026: Wie viel Bürgergeld bekommt man pro Monat?

Am 1. Januar 2024 wurde das Bürgergeld mit zwölf Prozent erheblich erhöht. Alleinstehende erhalten seither 563 Euro im Monat. Erwachsene, die mit einem Partner oder einer Partnerin zusammenleben, kommen jeweils auf 506 Euro. Für Kinder und Jugendliche liegen die Sätze zwischen 357 und 471 Euro.

Grundsicherung 2026: Reformen beim Sozialsystem angekündigt

Erhöhungen der Leistungen des Bürgergeldes waren seit mehreren Jahren abgekoppelt von einzelnen politischen Entscheidungen und richteten sich nach der Entwicklung der Inflation und den Löhnen. Diesen festgelegten Mechanismus hatte der Deutsche Bundestag mit den Stimmen von CDU, CSU, FDP, SPD und Grünen 2022 beschlossen. Die geltende Fortschreibungsregelung wird voraussichtlich 2026 letztmalig angewendet. In Zukunft könnte sich diese Methode mit der neuen Bundesregierung wieder ändern und weitere Auswirkungen auf Bürgergeld-Empfängerinnen und Empfänger haben.

Bürgerinnen und Bürger in Deutschland müssen sich auch darüber hinaus auf weitreichende Reformen im Sozialsystem einstellen. Am Mittwoch, dem 17. September 2025, mahnte Bundeskanzler Friedrich Merz in der Generaldebatte im Bundestag zum Haushalt 2025, dass eine Reform der Sozialsysteme „unumgänglich“ sei. Bei der Rente müsse „der Generationenvertrag neu gedacht werden“. Reformen beim Bürgergeld seien eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.

Angesichts der Tragweite der geplanten Reformen könne es bei einem „Herbst der Reformen“ nicht bleiben, betonte Merz laut dpa. „Es wird sich ein Winter, ein Frühling, ein Sommer, ein nächster Herbst anschließen mit Reformen.“ Er forderte „Ausdauer“ bei der Reformbereitschaft. „Wir haben erst begonnen.“