Halberstädter Würstchen: Insolvenz – Parallelen zu Eberswalder Würstchen

Ein Hersteller mit langer DDR-Geschichte ist ins Wanken geraten: Der Produktionsbetrieb der Halberstädter Würstchen (Sachsen-Anhalt) hat Insolvenzantrag gestellt.
Soeren Stache/dpaDie Halko GmbH als Produktionsbetrieb des Unternehmens Halberstädter Würstchen hat einen Insolvenzantrag gestellt. Ziel sei die Sanierung des Unternehmens, teilte die Halberstädter Würstchen- und Konservenfabrik GmbH & Co.KG am Freitag mit. Das Amtsgericht Magdeburg (Sachsen-Anhalt) habe am Donnerstag die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet, hieß es.
Es bestehe eine „Liquiditätskrise infolge der aktuellen marktpolitischen Rahmenbedingungen“, hieß es in der Mitteilung des Unternehmens. Der Geschäftsbetrieb laufe uneingeschränkt weiter. Betriebliche Einschränkungen sind nicht zu erwarten, wie es hieß. Zuvor hatte die „Magdeburger Volksstimme“ (Plus-Content) berichtet.
Die Halko GmbH ist der Produktionsbetrieb und gehört zur Unternehmensgruppe der Halberstädter Würstchen- und Konservenfabrik GmbH Co. KG und beschäftigt eigenen Angaben zufolge 57 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Gesamtunternehmen seien 164 beschäftigt, wie es hieß.
Das weckt Erinnerungen an die Turbulenzen rund um den Hersteller der Eberswalder Würstchen, auch ein Betrieb mit langer DDR-Tradition. Eberswalder Würstchen wurde erst Anfang 2023 an die Zur-Mühlen-Gruppe verkauft.
Eberswalder Würstchen hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Eigentümerwechsel hinter sich - und ebenfalls eine Insolvenz im Jahr 2000. Zuletzt hatte Geschäftsführer Sebastian Kühn im Dezember 2022 eine prekäre Lage bei den Eberswalder Würstchen beschrieben.
Halberstädter Würstchen ist vor allem bekannt für seine Würstchen aus der Dose. Nach eigenen Angaben wurde der Betrieb bereits 1883 in Halberstadt gegründet. Das Unternehmen ging 1948 in Volkseigentum über und hieß zu DDR-Zeiten VEB Halberstädter Fleischwaren. „Mit der Übernahme 1992 durch die Unternehmerfamilie Nitsch wurde die lange Tradition der Marke Halberstädter fortgeführt und nach modernen Anforderungen weiterentwickelt“, heißt es auf der Website des Unternehmens. Vom aktuellen Insolvenzantrag ist dort jedoch bislang nichts zu lesen.
Auch die Eberswalder Würstchen gab es zu DDR-Zeiten in der Dose. Die Geschichte begann aber erst 1977. Damals wurde der Betrieb als Schlacht- und Verarbeitungskombinat Eberswalde SVKE gegründet.


