Hamsterkäufe Corona Lockdown: Durchgehende Ladenöffnung im Handel gefordert

Lange Schlangen vor dem Dezember-Lockdown im Handel. Deshalb fordern Politiker eine durchgehende Ladenöffnung bis zur Schließung.
Marcel Kusch / dpaIn Anbetracht eines drohenden Kundenansturms im Einzelhandel vor dem Weihnachts-Lockdown gibt es jetzt Forderungen nach einer 48-Stunden-Öffnung der Geschäfte bis Mittwoch, 0 Uhr.
Der baden-württembergische FDP-Politiker Michael Theurer, der in Berlin Fraktionsvize ist, glaubt laut „Bild“-Zeitung, dass eine Ausweitung bis in die Nacht dabei helfen könnte, eine Torschlusspanik zu vermeiden und den Ansturm zu entzerren.
Dies könne eine Schlangenbildung verhindern, zu der es aus infektiologischer Sicht nicht kommen dürfe, so Theurer. Auch der Hamburger CDU-Bundestagsabgeordnete und Landesparteichef Christoph Ploß will die Einkaufszeiten bis in den Abend strecken, um Gedränge zu vermeiden. Stefan Genth vom Handelsverband HDE bezeichnete die Idee ebenfalls als „sinnvoll“.
Handel verweist auf Corona-Hygienekonzepte
Andere Politiker warnen hingegen vor einem kurzfristigen Last-Minute-Ansturm und wollen offenbar sogar die Abholung von vorbestellten Waren verhindern, wie sie sich im Frühjahr sowohl für die Kunden als auch für die Geschäftsinhaber als hilfreich erwiesen hatte. Setzen sich die Lockdown-Hardliner durch, könnten teilweise wohl nur noch Online-Bestellungen mit Lieferung nach Hause zulässig sein. „Click&Collect“ soll in Baden-Württemberg hingegen vor einem Verbot stehen.
HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sagte dem „Handelsblatt“ indes, dass man nicht mit Hamsterkäufen rechne. Durch den Kauf von Weihnachtsgeschenken könne es zwar am Montag und Dienstag ein erhöhtes Kundenaufkommen in den Innenstädten geben. Die Händler hätten aber seit Monaten unter Beweis gestellte, dass sie über gute Hygienekonzepte verfügten.
Bei einem Bund-Länder-Gipfel Ende Oktober konnte erst im letzten Moment eine Mindestfläche von 25 Quadratmetern pro Kunde gekippt und auf 10 Quadratmeter reduziert werden. Andernfalls hätten nach Angaben aus Verbandskreisen nicht nur Hamsterkäufe, sondern ernsthafte Versorgungsengpässeim Lebensmitteleinzelhandel drohen können. In Supermärkten und Drogerien ist nun damit zu rechnen, dass es wieder Streit um das Non-Food-Sortiment gibt. Anders als beim Lockdown im Frühjahr sind dieses Mal übrigens auch die Baumärkte von der Schließung betroffen.
