In Märkisch-Oderland: Russland-Erdbeben sogar in Brandenburg gemessen

Vor Russland ereignete sich in den frühen Morgenstunden des 30. Juli 2025 ein schweres Erdbeben. Selbst in Brandenburg schlugen die Seismographen an. Im Bild: Die Halbinsel Kamtschatka, vor deren Küste das Beben gemessen wurde.
Ulf Mauder/dpaEines der stärksten Erdbeben der vergangenen Jahre hat den gesamten Pazifik-Raum aktuell im Griff. Für zahlreiche Regionen zwischen Japan über Hawaii, bis hin zur Westküste der USA sowie Lateinamerikas gilt derzeit eine Tsunami-Warnung. Sogar in Brandenburg wurde das Erdbeben registriert.
Russland-Erdbeben in Brandenburg gemessen
Das GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung in Potsdam registrierte das Erdbeben, das gegen 1:30 Uhr deutscher Zeit vor der Halbinsel Kamtschatka gemessen wurde, in seiner Messstation in Rüdersdorf, im Landkreis Märkisch-Oderland. Die Messdaten zeigen heftige Ausschläge auf dem Live-Seismogramm:

Die Messdaten des Seismographen des GFZ Potsdam, Messstation Rüdersdorf
Screenshot/Nicole ZügeBei dem Erdbeben mit der Stärke 8,8 handelt es sich um eines der stärksten Beben der vergangenen 15 Jahre.
So schätzt das GFZ die Tsunami-Gefahr ein
Die Flutwellen an den Küsten rund um den Pazifik dürften nach Einschätzung des GFZ heute im Laufe des Tages ankommen. Normalerweise dauere es einige Stunden, sagt Charlotte Krawczyk, Direktorin der Abteilung Geophysik am GFZ Potsdam, der Deutschen Presseagentur. Nach dem schweren Erdbeben vor der russischen Halbinsel Kamtschatka hatten mehrere Länder rund um den Pazifik Tsunami-Warnungen ausgesprochen. Das Auswärtige Amt warnt deutsche Reisende aktuell in acht Ländern.
Sollten die Flutwellen im Laufe des Tages verhältnismäßig niedrig ausfallen, bedeute dies aber nicht automatisch Entwarnung, sagte Krawczyk. Es gebe viele und teils starke Nachbeben, manche erreichten eine Stärke von 6. „Es ist nicht so, dass da schon Ruhe eingekehrt ist.“ Es habe vor etwa zehn Tagen bereits einen Erdbebenschwarm vor Kamtschatka gegeben, dann sei vorerst Ruhe eingekehrt, bis zu dem schweren Beben jetzt. „Das muss man beobachten“, sagte Krawczyk.
Eine Karte zeigt viele Nachbeben in der Region vor Russland:

Erdbeben vor der Küste Russlands mit weiteren Nachbeben
USGS Screenshot