Infektion: Tigerin positiv auf Coronavirus getestet

Der Malaysische Tiger Nadia, der mit Corona infiziert ist.
Julie Larsen Maher/@WCS/afpWas weiß man über den New Yorker Fall? Im Zoo im New Yorker Stadtteil Bronx geht man davon aus, dass sich die vierjährige Tigerin Nadia bei einem Pfleger angesteckt hat, der inzwischen positiv auf das Virus getestet wurde. Auch Nadias Schwester Azul, zwei Sibirische Tiger und drei Löwen zeigen dem Zoo zufolge Corona–Symptome wie trockenen Husten und Appetitlosigkeit. Von ihnen liegen noch keine Tests vor. Der Präsident des Friedrich–Löffler–Instituts für Tiergesundheit (FLI), Thomas Mettenleiter, sieht keinen Grund, von den Fällen allgemeine Schlüsse für die Gefährdung von Haustieren zu ziehen. Die Großkatzen seien zwar ein weiterer Beleg dafür, dass „Katzen sich mit Covid–19 infizieren können“, sagt er. „Nach bisherigem Erkenntnisstand spielen aber Haustiere keine Rolle bei der Verbreitung des Erregers.“
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Bei zwei Hunden in Hongkong und einer Hauskatze in Belgien wurde ebenfalls das Coronavirus nachgewiesen. Sind Haustiere gefährdet? Hunde eher nicht. Obwohl man bei den Hunden in Hongkong „hochempfindliche Nachweismethoden“ angewandt habe, seien am Ende nur Spuren des Erregers entdeckt worden, betont Mettenleiter. Eine Studie aus China habe den Nachweis geliefert, dass sich Hunde, wenn überhaupt, nur sehr geringfügig infizieren ließen. Bei Katze ist es möglicherweise anders. Immerhin habe sich die mit dem Virus infizierte Katze in Belgien inzwischen wieder erholt. „Die belgischen Behörden werten den Nachweis als Einzelfall und weisen darauf hin, dass die Symptome zwar auf eine Erkrankung an Covid–19 hinweisen, dies aber nicht eindeutig belegt ist.“
Können Haustiere das Virus an den Menschen weitergeben? Bisher ist kein solcher Fall bekannt. Mettenleiter sagt deshalb, gesunde Menschen müssten den Kontakt mit Haustieren nicht stoppen.
Aber das Virus ist ursprünglich vom Tier auf den Menschen übergesprungen. Kann sich das nicht bei Haustieren wiederholen? Der genaue Auslöser der Infektionswelle ist noch unklar. Fest steht nur, dass eng verwandte Viren bei bestimmten Fledermausarten vorkommen. Doch ob das Virus direkt von Fledermäusen auf Menschen übertragen wurden oder durch einen tierischen Zwischenwirt, ist offen. Haustiere spielen bei der Übertragung auf den Menschen bisher keine Rolle.
Wie schütze ich mein Haustier vor Ansteckung durch mich selbst? Daniela Schneider von der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ empfiehlt vor allem, Haustiere nicht zu küssen oder mit ins Bett zu nehmen. Beim Gassigehen mit dem Hund seien die Regeln zu befolgen, die auch für andere Menschen gelten: Sicherheitsabstand zu Spaziergängern oder anderen Hundehaltern halten; Menschenansammlungen zum Beispiel auf Hundewiesen meiden; keine weiten Ausflüge machen.
Wie sorge ich für mein Haustier den Fall vor, dass ich selbst an Covid–19 erkranke? „Vier Pfoten“ rät, eine Notfallperson zu benennen, die mit dem Hund regelmäßig spazierengeht und im Fall, dass ein Hunde– oder Katzenhalter ins Krankenhaus muss, das Haustier versorgen kann. „Außerdem sollte man einen Vorrat an Futter und Hygieneartikeln anlegen, der mindestens zwei Wochen, also die Quarantäne–Zeit, reicht.“
Sollte man Haustiere besser vorsorglich ins Tierheim geben? „Das wäre völlig übertrieben und definitiv der falsche Weg“, sagt Schneider von „Vier Pfoten“. Sollte sich ein Tierhalter krank fühlen, genüge es völlig, Hund oder Katze etwas auf Distanz zu halten — zumal sich nur sehr wenige Tiere angesteckt haben. Gerade in der aktuellen Situation sei das Haustier für viele Menschen „ein wichtiger Begleiter durch das Leben — vor allem wenn jemand alleine lebt.“
