Katze hat Durchfall: Was jetzt hilft und wann Sie zum Tierarzt sollten

Katzen sind die beliebtesten Haustiere in Deutschland.
Stefan Sauer/dpaPlötzlich ist der Kot im Katzenklo weich oder sogar flüssig – und natürlich macht man sich als Katzenhalter schnell Gedanken. Die gute Nachricht: Durchfall bei Katzen muss nicht automatisch auf eine ernste Erkrankung hindeuten. Manchmal steckt lediglich eine Futterumstellung oder ein empfindlicher Magen dahinter.
Trotzdem sollte man genau hinschauen. Denn Durchfall ist keine eigene Krankheit, sondern ein Symptom – und kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Vor allem länger anhaltender oder starker Durchfall kann dazu führen, dass die Katze viel Flüssigkeit und wichtige Elektrolyte verliert.
Warum hat meine Katze Durchfall?
Oft liegt die Ursache im Verdauungstrakt selbst. Vielleicht gab es ein neues Katzenfutter, ungewohnte Leckerlis oder die Katze hat etwas gefressen, das ihr nicht bekommen ist. Auch eine plötzliche Futterumstellung oder eine Unverträglichkeit können Durchfall auslösen.
Daneben kommen unter anderem Parasiten wie Würmer oder Giardien, bakterielle oder virale Infektionen und Entzündungen des Darms infrage. Auch Stress kann Katzen buchstäblich auf den Magen schlagen.
Seltener stecken Erkrankungen beispielsweise der Bauchspeicheldrüse, Leber oder Nieren oder chronische Darmerkrankungen hinter den Beschwerden.
Deshalb ist nicht nur die Konsistenz des Kots wichtig, sondern vor allem der Allgemeinzustand der Katze.
Katze hat Durchfall, ist aber sonst fit: Was tun?
Hat eine erwachsene Katze erst seit kurzer Zeit leichten Durchfall, frisst und trinkt normal und verhält sich ansonsten wie immer, kann man sie zunächst aufmerksam beobachten.
Wichtig ist vor allem, dass ständig frisches Wasser zur Verfügung steht. Durch den Durchfall verliert der Körper Flüssigkeit. Statt die Katze eigenmächtig fasten zu lassen, können kleine Portionen leicht verdaulichen Futters sinnvoll sein. Auf Leckerlis, Tischreste und sehr fettreiches Futter sollte man währenddessen besser verzichten. Eine spezielle Magen-Darm-Diät kann ebenfalls infrage kommen – im Zweifel nach Rücksprache mit der Tierarztpraxis.
Auch Ruhe hilft. Gleichzeitig sollten Katzenhalter beobachten, wie häufig ihre Katze Kot absetzt und ob sich Farbe oder Konsistenz verändern.
Wann sollte eine Katze mit Durchfall zum Tierarzt?
Ein kurzer Durchfall bei einer ansonsten munteren Katze ist meist kein Grund für einen sofortigen Notfalltermin. Bestimmte Warnzeichen sollte man allerdings ernst nehmen.
Tierärztlichen Rat sollten Sie insbesondere suchen, wenn:
- der Durchfall länger als etwa 24 Stunden anhält oder deutlich schlimmer wird,
- Blut oder größere Mengen Schleim im Kot zu sehen sind,
- der Kot schwarz und teerartig erscheint,
- zusätzlich häufiges Erbrechen auftritt,
- die Katze auffällig schlapp oder apathisch wirkt,
- sie kaum frisst oder trinkt,
- sie Schmerzen zu haben scheint,
- der Durchfall sehr häufig oder stark wässrig ist,
- es sich um ein Kitten, eine sehr alte oder bereits erkrankte Katze handelt.
Gerade junge und ältere Katzen können durch den Flüssigkeitsverlust schneller Probleme bekommen. Schwarzer, teerartiger Kot kann zudem auf Blutungen im oberen Verdauungstrakt hinweisen.
Bei starken Beschwerden oder einem deutlich beeinträchtigten Allgemeinzustand sollte man deshalb nicht erst abwarten.

Katzen zeigen nicht immer eindeutig an, wenn sie Schmerzen haben. Ihre Menschen sollten daher besonders aufmerksam sein.
Zoetis Deutschland GmbH/obs/dpaWas sollte man dem Tierarzt sagen?
Hilfreich ist es, vor dem Termin auf einige Dinge zu achten: Seit wann besteht der Durchfall? Wie häufig tritt er auf? Hat sich das Futter verändert? Frisst und trinkt die Katze normal? Gibt es zusätzlich Erbrechen oder andere Auffälligkeiten?
Auch ein Foto des Kots kann hilfreich sein. Je nach Verdacht kann die Tierarztpraxis außerdem um eine Kotprobe bitten, beispielsweise um nach Parasiten oder Krankheitserregern zu suchen.
Keine Medikamente auf eigene Faust geben
Auch wenn man der Katze möglichst schnell helfen möchte: Medikamente aus der eigenen Hausapotheke sollten nicht ohne tierärztliche Rücksprache gegeben werden. Gleiches gilt für Mittel gegen Durchfall oder Nahrungsergänzungen.
Auch Probiotika werden bei Verdauungsproblemen eingesetzt und können bei manchen Katzen hilfreich sein – welches Präparat sinnvoll ist, sollte aber am besten mit der Tierarztpraxis abgestimmt werden.
Durchfall bei Katzen: Beobachten, nicht ignorieren
Ein weicher Haufen im Katzenklo bedeutet noch nicht, dass die Katze ernsthaft krank ist. Entscheidend ist das Gesamtbild.
Ist Ihre Katze aufmerksam, frisst und trinkt normal und hat erst seit kurzer Zeit leichten Durchfall, können Sie sie zunächst gut beobachten und ihren Magen-Darm-Trakt mit Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und leicht verdaulichem Futter unterstützen.
Bleibt der Durchfall bestehen oder wirkt Ihre Katze krank, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden. Im Zweifel gilt: Lieber einmal früher in der Praxis nachfragen, als wichtige Warnzeichen zu übersehen.

