Kind von Wolf angegriffen?: Achtjährige in Wildpark schwer verletzt

Wolf soll Kind im Wildpark Johannismühle angegriffen haben: Ein Flatterband sperrt einen Bereich des Wildparks Johannismühle. Ein Kind ist bei der Attacke eines oder mehrerer Tiere im brandenburgischen Wildpark Johannismühle schwer verletzt worden. (zu dpa: «Polizei: Wolf greift Mädchen in Wildpark an»)
Carsten Koall/dpaDer Zwischenfall ereignete sich am Mittwochmorgen (28. Oktober) im Wildpark Johannismühle im Landkreis Teltow-Fläming. Nach Angaben der Polizei hielt sich das Mädchen gemeinsam mit zwei weiteren Kindern und einer Mitarbeiterin des Parks in einem Tiergehege auf. Dort wurde die Achtjährige von mindestens einem Wildtier attackiert und schwer verletzt.
Gegen 9.30 Uhr wurde die Polizei über den Angriff informiert. Rettungskräfte rückten mit einem Großaufgebot an. Ein Rettungshubschrauber brachte das verletzte Mädchen zur Behandlung in ein Krankenhaus. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung erlitt das Kind schwere Verletzungen am Kopf und wurde in das Unfallkrankenhaus Berlin nach Marzahn geflogen. Eine offizielle Bestätigung zu Art und Umfang der Verletzungen liegt bislang nicht vor.
War ein Wolf für den Angriff verantwortlich?
Welche Tierart das Mädchen angegriffen hat, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt. Nach Informationen der „Bild“ soll ein Wolf für die Attacke verantwortlich sein. Die Polizei bestätigte bislang lediglich, dass mindestens ein Wildtier an dem Angriff beteiligt war.
Die beiden anderen Kinder und die Mitarbeiterin blieben nach Polizeiangaben äußerlich unverletzt.
Noch ist unklar, warum sich die Kinder in dem Gehege aufhielten. Der Wildpark bietet unter anderem besondere Tiererlebnisse an, bei denen Besucher gemeinsam mit Tierpflegern ausgewählte Tiere aus nächster Nähe kennenlernen können. Dazu zählt laut Internetauftritt auch die Möglichkeit, Wölfe zu füttern. Ob das Mädchen an einem solchen Angebot teilnahm, ist nicht bekannt.
Polizei prüft mögliche Fahrlässigkeit
Nach dem Vorfall hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Dabei soll insbesondere geklärt werden, wie es zu dem Angriff kommen konnte und ob möglicherweise fahrlässiges Verhalten eine Rolle spielte. Einsatzkräfte befragen dazu Augenzeugen und untersuchen die genauen Umstände.
Der Wildpark Johannismühle erklärte, mit den zuständigen Behörden vollständig zusammenzuarbeiten. Aufgrund der laufenden Ermittlungen wolle man sich derzeit nicht näher zu dem Vorfall äußern. Zugleich sprach der Betreiber der betroffenen Familie seine Unterstützung aus.
Nach dem Angriff werden sowohl betroffene Tierpfleger als auch Einsatzkräfte seelsorgerisch betreut.
Wildpark bleibt vorerst geschlossen
Der privat geführte Wildpark Johannismühle liegt etwa 45 Kilometer südlich von Berlin. Auf dem mehr als 100 Hektar großen Gelände leben rund 500 Wild- und Raubtiere aus etwa 50 Arten. Dazu gehören neben Hirschen und Rehen auch Grau- und Polarwölfe, ein Braunbär sowie ein Luchs.
Nach Angaben auf der Internetseite bleibt die Einrichtung bis einschließlich 2. November geschlossen.
Wie es zu dem schweren Angriff auf die Achtjährige kommen konnte und welches Tier tatsächlich beteiligt war, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen.
