Lebt Wal Timmy?: Wo ist der Buckelwal aus der Ostsee aktuell?

Ein Foto vom 2. Mai: Der Blas eines Wales, bei dem es sich vermutlich um den in einer flachen Ostsee-Bucht an der Insel Poel geborgene Buckelwal handelt, ist im Meer bei Skagen zu sehen.
Sebastian Peters/NEWS5/dpaWochenlang bangten Millionen von Menschen um das Leben des in der Ostsee gestrandeten Buckelwals. Am Wochenende wurde Wal Timmy mit einem Transportschiff in die Nordsee gebracht und freigelassen. Wie geht es dem Tier aktuell und wo ist der Wal?
So verlief die Freilassung von Wal Timmy
Angaben zum Zustand des Tiers zu diesem Zeitpunkt und zum genauen Ablauf der Freisetzung wurden nicht bekannt, auch öffentlich zugängliche Bilder oder Videos gab es nicht. Warum? Das fragen sich seither viele Menschen, die das Drama um den Wal seit Wochen mitverfolgen. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus erklärte in einem Statement beim Livestream-Anbieter News5, mit der Initiative sei vereinbart gewesen, dass ein Videosystem auf der Barge installiert wird, damit beauftragte Tierärzte den Wal weiter beobachten können - das sei aber nicht erfolgt.
Mitglieder des Teams der privaten Initiative verwiesen für Angaben zur Freisetzung auf ihre Geldgeber, Walter-Mommert und Mediamarkt-Gründer Walter Gunz, die sich merklich wütend zeigten: In einem Statement distanzierten sich beide „ausdrücklich von den Geschehnissen und der Art und Weise, welche zur Aussetzung des Wales führten“. Die Initiative sei an der Freisetzung nicht beteiligt gewesen und habe diese auch nicht aktiv begleitet. Vielmehr hätten Crewmitglieder der gebuchten Schiffe den Wal abgesetzt.
Was mit dem zwölf Meter langen, stark geschwächten Buckelwal konkret gemacht wurde, um ihn von Bord zu bekommen, und wie schwer er womöglich verletzt war, blieb unklar. Am Wochenende hatte es Aufnahmen gegeben, die den Wal mit einem Seil an der Fluke zeigten - dass er so herausgezogen werden sollte und tags darauf auch wurde, ließ sich nicht mit unabhängiger Quelle bestätigen.
Wo ist Wal Timmy aktuell
Wo der Buckelwal sich aktuell aufhält, ist unklar: Der GPS-Sender liefere anders als geplant keine Ortsdaten, sagte Karin Walter-Mommert, eine Geldgeberin der privaten Initiative hinter dem Transport. Damit bliebe unbekannt, ob und in welche Richtung das Tier schwimmt.
Lebt der Buckelwal überhaupt noch?
Auch die Frage lässt sich nach wie vor nicht zuverlässig beantworten. Es gebe zumindest vom Sender übertragene Vitalzeichen, demnach lebe der Wal, meinte Walter-Mommert. Die Informationen ließen sich zunächst nicht durch unabhängige Quellen verifizieren. Thilo Maack von der Naturschutzorganisation Greenpeace sagte zu den Angaben, ein GPS-Tracker erfasse und übermittle keine Vitaldaten. Ohne Ortsdaten des GPS-Senders droht das Schicksal des Wals ungeklärt zu bleiben, womöglich für immer.
(mit Material von dpa)
