Livestream zum Wal
: Die aktuellen Entwicklungen zum gestrandeten Buckelwal in der Ostsee

Wie geht es dem Buckelwal in der Ostsee am heutigen Dienstag? Alles, über die aktuellen Entwicklungen und den Livestream gibt es hier im Text.
Von
Daniel Steiger
Wismar
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Weitere Entwicklung zum Buckelwal in der Ostsee: 21.04.2026, Mecklenburg-Vorpommern, Kirchdorf (Poel): Helfer bespritzen den Buckelwal vor der Insel Poel mit Wasser. Das Tier liegt an der gleichen Stelle wie am Vorabend. Der bei Wismar gestrandeten Buckelwal hatte sich am 20.04.2026 freigeschwommen und sich mehrere Kilometer bewegt. Foto: Jens Büttner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Eine aktuelle Aufnahme vom Dienstag: Helfer bespritzen den Buckelwal vor der Insel Poel mit Wasser. Das Tier liegt an der gleichen Stelle wie am Vorabend.

Jens Büttner/dpa

Das Hoffen um den Buckelwal in der Ostsee geht weiter. Die private Rettungsinitiative hat am Dienstag die Arbeiten rund um den erneut gestrandeten Wal wieder aufgenommen.

Der Livestream zum Wal am Dienstag

Wal in der Ostsee - Was sind die aktuellen Entwicklungen?

Nach dem gescheiterten Versuch vom Vortag gibt es am Dienstag erneut Aktivität am Buckelwal vor Poel. Es werde Saug- und Spülgerät eingesetzt, um den Wal zu entlasten, erklärte Umweltminister Till Backhaus (SPD) nach einer Lagebesprechung im Hafen von Kirchdorf. Von der Initiative selbst gab es zunächst keine Angaben. Wegen des gesunkenen Wasserstands ragt das Tier weiter aus dem Wasser und sein Gewicht drückt stärker auf seine inneren Organe.

Unterdessen verließen nach der gescheiterten Hilfsaktion vom Vortag mehrere Teammitglieder die private Initiative oder fallen vorerst aus. Christiane Freifrau von Gregory, die als Pressesprecherin auftrat, tritt zurück. Sie mache den Weg frei, da eine konstruktive und professionelle Zusammenarbeit unter den derzeitigen Rahmenbedingungen „für uns“ nicht mehr möglich sei.

Die leitende Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert wurde am Montag mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht, wie Backhaus sagte. Auch eine weitere Tierärztin fällt demnach aus. „Ich habe natürlich auch mit großer Sorge zur Kenntnis genommen, dass die aus Hawaii eingeflogene Tierärztin abgereist ist“, sagte Backhaus am Morgen. Zuvor hatten Medien berichtet, dass Jenna Wallace wegen Differenzen im Team abgereist sei.

Experte ist gegen weitere Rettungsversuche

Doch was, wenn das Tier sich nicht aus eigener Kraft befreit? Der Berliner Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter spricht sich gegen weitere Rettungsversuche aus. „Wir müssen jetzt endgültig einsehen, dass es für uns nicht möglich ist, diesen Wal aktiv zu retten“, sagte er. „Wir sollten ihm im Moment nur den größten Gefallen tun, indem wir ihn sein lassen.“

Die ruhende Position im flachen Wasser nimmt der Wal der Überzeugung des Experten nach immer wieder freiwillig ein, „weil er sich das Leben erleichtern will“. „Er liegt im Wasser, das trägt ihn, das heißt, er erdrückt sich nicht mit seinem eigenen Gewicht. Er muss nicht dafür sorgen, dass er an die Oberfläche kommt. Er braucht sich nicht bewegen, wenn er Schmerzen hat. Und er kann atmen, die ganze Zeit.“ Doch die Zeit drängt: Der Wasserstand sollte in der Nacht und am Dienstag sinken. Dem Meeresbiologen Boris Culik zufolge kann das für den rund zwölf Tonnen schweren Wal schlimme Folgen haben: „Wenn er jetzt gemütlich mit dem Bauch auf einer Sandbank liegt und oben guckt das Blasloch raus, alles gut. Aber wenn dann 50 Zentimeter weniger Wasser da sind, dann entwickelt er ein unheimliches Gewicht, das dann auf seinen inneren Organen lastet. Er hat ein ganz schwaches Skelett im Vergleich zu uns.“ Es werde höchste Zeit, ihn von der Stelle weg zu bugsieren.