Nipah-Virus aktuell: Diese Einschränkungen gelten für Asien-Reisende

Aufgrund des Nipah-Virus werden Reisende an mehreren asiatischen Flughäfen auf Krankheitssymptome überprüft. Welche Einschränkungen das mit sich bringt - ein Überblick.
Uncredited/Public relations department of Suvarnabhumi International Airport via AP/dpaIm indischen Bundesstaat Westbengalen sind zwei Menschen am hochgefährlichen Nipah-Virus erkrankt. Das Gesundheitsministerium dementiert Berichte über 15 Infektionen und sechs Tote als Falschmeldungen. Trotzdem hat Indien sofort strikte Schutzmaßnahmen verhängt. Auch mehrere asiatische Länder verschärften vor dem chinesischen Neujahrsfest ihre Grenzkontrollen. Diese Einschränkungen gelten jetzt für Asien-Reisende.
Nipah-Virus in Indien: 197 Personen in Quarantäne
Der Krisen-Frühwarnexperte A3M, der mit führenden deutschen Reiseanbietern zusammenarbeitet, hat die Lage in Indien und die Reaktionen asiatischer Länder analysiert. Die Fakten: Gegen die von Fledermäusen übertragene Krankheit gibt es kein Gegenmittel. Die Sterblichkeitsrate nach einer Infektion ist sehr hoch. Deshalb haben die indischen Behörden alle 197 Kontaktpersonen der Infizierten in Quarantäne geschickt.
Diese Einschränkungen gibt es an großen Flughäfen
Gleichzeitig läuft in Ost- und Südostasien die Vorbereitung auf das chinesische Neujahrsfest am 17. Februar. „Das Virus überträgt sich von Mensch zu Mensch durch engen Kontakt per Tröpfcheninfektion. Eine Ausbreitung wäre extrem ernst und erinnert an den Beginn der COVID-19-Pandemie“, sagt Marian Nothing, Travel Security Analyst bei A3M. Immer mehr Staaten haben deshalb Gesundheitskontrollen an Flughäfen und Grenzübergängen eingeführt. Die Einschränkungen fallen unterschiedlich streng aus. Besonders die internationalen Flughäfen der Hauptstädte sind von den verschärften Kontrollen betroffen.
Auf diese Kontrollen müssen Reisende sich einstellen:
- Thailand: Fluggäste aus Risikogebieten* müssen vor der Einreise ein Gesundheitsformular ausfüllen und bei Symptomen wie Fieber im Vorfeld ein „fit-to-fly“-Zertifikat bei einem Arzt einholen. Zusätzlich werden an den Flughäfen in Bangkok (BKK, DMK) und Phuket (HKT) Temperaturmessgeräte und Wärmebildkameras eingesetzt.
- Nepal: Als unmittelbares Nachbarland hat Nepal erhöhte Gesundheitskontrollen an den Grenzübergängen nach Indien eingerichtet. Betroffen sind davon Gauriphanta und Khakaruna in Kailali, Khalanga in Darchula, Jhulgahat in Baitadi und Gaddachauki in Kanchanpur.
- Pakistan: Als Maßnahme gegen die Ausbreitung des Nipah-Virus hat Pakistan an allen Grenzen mit Indien Gesundheitskontrollen erlassen. Zusätzlich müssen sich Reisende darauf einstellen, einen Reiseverlauf auszufüllen, der die letzten 21 Tage umfasst.
- Singapur: Die meisten Reiseeinschränkungen erfahren in Singapur Arbeitsmigranten, die nach ihrem Besuch in Westbengalen tägliche Gesundheitskontrollen durchzuführen haben. Am Flughafen (SIN) werden konkrete Gesundheitskontrollen nur bei ausgewählten Flügen aus Risikogebieten* durchgeführt.
- Hongkong: Auch Hongkong hat sporadische Gesundheitskontrollen für Reisende aus Indien an seinem Flughafen (HKG) eingeführt.
- Kambodscha: Während in Kambodscha keine konkreten Maßnahmen an Flughäfen eingeführt wurden, hat das Land eine Gesundheitsdirektive herausgegeben, die zur erhöhten Hygiene ermahnt, sowie zur Meldung beim Auftreten bestimmter Symptome.
- Vietnam: Die vietnamesischen Behörden haben am internationalen Flughafen in Ho Chi Minh (SGN) Gesundheitskontrollen eingeführt, die vor allem Reisende betreffen, die aus Risikogebieten* einreisen. Zusätzlich werden zufällige Kontrollen in Form von Temperaturmessungen durchgeführt.
- Indonesien: Am Flughafen in Bali (DPS) haben die Behörden erlassen, Gesundheitskontrollen in Form von Temperaturmessungen durchzuführen. Dies gelte für Reisen aus dem Inland wie auch aus dem Ausland.
- Myanmar: Die burmesischen Behörden haben ebenfalls Gesundheitskontrollen am Flughafen in Rangun (RGN) eingeführt. Außerdem weisen Plakate und Flugblätter auf korrekte Hygienemaßnahmen und den Umgang mit Symptomen hin.
Wie wahrscheinlich ist ein größerer Nipah-Virus-Ausbruch?
Das Nipah-Virus ist seit 1999 bekannt. Menschen infizieren sich durch den Speichel von Flughunden, die sich von Früchten ernähren. Von Mensch zu Mensch erfolgt die Übertragung per Tröpfcheninfektion. Frühere Ausbrüche standen meist mit der Zucht und Verarbeitung infizierter Schweine in Verbindung. Nach 4 bis 14 Tagen Inkubationszeit treten Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Atembeschwerden und Bewusstseinsstörungen auf.
„Die Symptome und die hohe Sterblichkeitsrate wirken bedrohlich, die Reaktionen der Nachbarländer alarmierend. Doch eine Übertragung der Krankheit bleibt unwahrscheinlich“, sagt Marian Nothing. „Entscheidend sind konsequente Hygiene und die ärztliche Abklärung verdächtiger Symptome, um eine Ausbreitung zu verhindern.“ Aus Indien kommen derweil positive Signale: Die Gesundheitsbehörden meldeten am 28. Januar, dass sämtliche Kontaktpersonen der Infizierten ermittelt und negativ getestet wurden. Das macht eine weitere Ausbreitung unwahrscheinlich, so der Experte.
