Ostsee eingefroren im Februar 2026: Lohnt sich ein Besuch am Wochenende? So lange bleibt das Eis

Die Seebrücke von Binz an der Ostsee auf Rügen ist umgeben von einer Eislandschaft. Wie lange bleibt die Ostsee eingefroren – und lohnt sich ein Ausflug am Wochenende?
Philip Dulian/dpaDer Winter 2026 hat der Ostseeküste eine seltene Kulisse beschert. Vereiste Bodden, zugefrorene Haffregionen und mit Eis überzogene Ufer sorgen für Bilder, die viele nur aus besonders strengen Wintern kennen. Doch wie lange bleibt dieses Naturschauspiel erhalten? Und stehen die Chancen gut, am Wochenende des 21. und 22. Februar 2026 noch eingefrorene Küsten zu sehen? Ein Blick auf die aktuellen Daten des Deutschen Wetterdienstes und des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie gibt eine fundierte Einschätzung.
Eis vor allem in Bodden und Haff
Nach aktuellen Eislageberichten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie sind vor allem die geschützten Gewässer betroffen. Im Greifswalder Bodden sowie in den Boddengewässern rund um die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst besteht weiterhin eine deutliche Eisbedeckung. Auch das Stettiner Haff zeigt großflächig gefrorene Bereiche. Ursache ist die geringe Wassertiefe dieser Regionen, die bei anhaltendem Frost schneller zufrieren als die offene See.
Anders präsentiert sich die Lage auf der freien Ostsee. Dort verhindern Salzgehalt, Strömung und Wellengang meist eine geschlossene Eisdecke. Laut BSH sind hier vor allem Treibeis und einzelne Eisfelder zu beobachten, während größere Wasserflächen offen bleiben.
Wettertrend spricht gegen schnelles Tauwetter
Entscheidend für die Frage nach der Dauer der Eisbildung ist der Temperaturverlauf. Der Deutsche Wetterdienst meldet für Nordostdeutschland weiterhin Temperaturen um den Gefrierpunkt, mit Nachtwerten teils im Frostbereich. Auch für das Wochenende am 21. und 22. Februar 2026 werden entlang der Ostseeküste überwiegend kühle Luftmassen erwartet.
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ist kurzfristig kein ausgeprägter Warmlufteinbruch in Sicht. Selbst wenn die Tageshöchstwerte regional leicht über null Grad steigen sollten, sorgen frostige Nächte dafür, dass bestehende Eisflächen nicht unmittelbar verschwinden.
Wie lange bleibt das Eis noch sichtbar?
Eine exakte Prognose ist nicht möglich, da Meereis sehr sensibel auf Temperatur, Wind und Sonneneinstrahlung reagiert. Dennoch spricht die aktuelle Wetterlage dafür, dass die Eisflächen in geschützten Bodden- und Haffregionen noch mehrere Tage erhalten bleiben können. Sollte sich das Temperaturniveau weiter um den Gefrierpunkt bewegen, könnte das winterliche Bild zumindest bis in die letzten Februartage hinein bestehen bleiben.
Erst eine stabile Phase mit deutlich positiven Temperaturen und stärkerem Wind würde zu einem rascheren Abbau der Eisdecken führen. Besonders das salzhaltige Ostseewasser reagiert empfindlich auf anhaltende Erwärmung.
Lohnt sich ein Ostsee-Besuch dieses Wochenende (21./22.02.)?
Nach derzeitigem Stand stehen die Chancen gut, am Wochenende des 21. und 22. Februar 2026 noch eingefrorene Küstenabschnitte und beeindruckende Eislandschaften zu sehen. Noch aber hält der Winter die Küste fest im Griff. Vor allem in Boddengewässern und im Bereich des Stettiner Haffs dürften weiterhin geschlossene oder dichte Eisflächen sichtbar sein. An der offenen Küste ist dagegen eher mit einzelnen Eisschollen und winterlichen Uferformationen zu rechnen als mit einer vollständig zugefrorenen See.
Behörden weisen allerdings darauf hin, dass das Eis nicht betreten werden sollte. Selbst bei geschlossener Oberfläche können Strömungen und unterschiedliche Eisdicken gefährliche Schwachstellen verursachen.
Quellen: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, Deutscher Wetterdienst, regionale Polizeimeldungen Mecklenburg-Vorpommern Februar 2026, Eislageberichte Februar 2026


