Papst Franziskus ist tot
: Wie geht es im Vatikan jetzt weiter?

Papst Franziskus ist tot, die Welt trauert um das Oberhaupt der katholischen Kirche. Wie lange dauert die Trauerzeit und wie läuft sie ab? Wann findet die nächste Wahl statt? Der weitere Ablauf im Überblick.
Von
David Hahn
Rom
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Was passiert nach dem Tod des Papstes?: ARCHIV - 05.01.2023, Vatikan, Vatikanstadt: Kardinäle nehmen im Januar 2023 an der öffentlichen Trauermesse für den emeritierten Papst Benedikt XVI. auf dem Petersplatz teil. (zu dpa: «Was passiert nach dem Tod des Papstes?») Foto: Antonio Calanni/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Kardinäle nehmen im Januar 2023 an der öffentlichen Trauermesse für den emeritierten Papst Benedikt XVI. auf dem Petersplatz teil. Was passiert nach dem Tod des Papstes?

Antonio Calanni/AP/dpa

Die Welt trauert um den verstorbenen Papst Franziskus. Er starb am Morgen des Ostermontags im Alter von 88 Jahren nach den Folgen einer schweren Lungenentzündung an einem Schlaganfall, wie der Vatikan bestätigte. Wie geht es nach seinem Tod im Vatikan nun weiter?

Papst Franziskus ist tot: Wann und wo findet die Beerdigung statt?

Es hat in der Geschichte bereits viele Päpste gegeben. Alle Päpste seit dem 16. Jahrhundert finden sich in diesem Artikel aufgelistet. Im Vatikan ist detailliert geregelt, was zu tun ist, wenn ein Papst stirbt. Den Zeitpunkt des Papstbegräbnisses legt die Generalkongregation, die Versammlung der Kardinäle während der Sedisvakanz, fest. Nach den im Vatikan geltenden Regeln muss ein Papst vier bis sechs Tage nach seinem Tod beigesetzt werden. Die Beisetzung von Papst Franziskus findet am Samstag, dem 26. April um 10 Uhr statt. Sedisvakanz („leerer Stuhl“) drückt aus, dass ein kirchliches Amt unbesetzt ist, weil der Amtsträger aus dem Amt geschieden, aber noch kein Nachfolger eingeführt ist. Während dieser Phase darf der Vatikan keine wichtigen Entscheidungen treffen; ein Kollegium aus Kardinälen übernimmt die laufenden Aufgaben. Ein Papst hat keinen Stellvertreter, da er laut katholischem Kirchenrecht alleiniger „Stellvertreter Christi“ und Nachfolger des Apostels Petrus ist.

Novendiale: Wie lange dauert die Trauerzeit?

Im Anschluss an die Beerdigung beginnt eine neuntägige Trauerzeit, die den lateinischen Namen „Novemdiales“ trägt. Das Novendiale war schon bei den antiken Römern die neuntägige Trauerzeit nach dem Tode eines Menschen. Der neunte Tag hieß coena novendialis, an diesem wurde den Manen des Toten geopfert.

Das passiert während der Trauerzeit

Während dieser Zeit finden im Petersdom besondere Gottesdienste statt. Von verschiedenen Gruppen werden Messen für den verstorbenen Papst gehalten. Bei Johannes Paul II. wurden diese Feiern nach dem Begräbnis mehreren Kardinälen anvertraut. Die Gruppen waren die Gläubigen der Vatikanstadt, der Kirche von Rom, der Patriarchalbasiliken, der Päpstlichen Kapelle, der Kurie, der Ostkirchen und der Institute des Geweihten Lebens. Am letzten Tag wird die Feier von allen Kardinälen gehalten, die sich schon für die Wahl des Papstes versammelt haben.

Papstwahl: Wann wird der neue Papst gewählt?

Spätestens 20 Tage nach dem Tod beginnt das Konklave, bei dem alle Kardinäle unter 80 Jahren einen neuen Papst wählen. Die Wahl findet abgeschirmt in der Sixtinischen Kapelle statt. Für eine gültige Wahl ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Pro Tag gibt es dabei bis zu vier Wahlgänge. Nach jedem Wahlgang im Konklave wird Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle aufsteigen: schwarzer Rauch signalisiert, dass noch kein Papst gewählt wurde, weißer Rauch bedeutet, ein neuer Papst steht fest. Was war die längste Papstwahl und was die kürzeste? Beide Rekorde gibt es in diesem Artikel.