Pfingstferien 2026: Warum Bayern und Baden-Württemberg längere Pfingstferien haben

Pfingstferien sind in Bayern und Baden-Württemberg fest im Schulkalender verankert, in anderen Bundesländern bleibt es meist beim langen Wochenende. (Symbolbild)
dpa/ Jens KalaeneWährend Schüler in den meisten Bundesländern Anfang Juni oder Ende Mai nur auf ein langes Pfingstwochenende hoffen können, beginnt in Bayern und Baden-Württemberg oft eine ganze Ferienwoche. Pfingstferien sind dort fest im Schulkalender verankert, im Rest Deutschlands dagegen nicht. Und viele fragen sich jedes Jahr wieder: Warum eigentlich nur dort? Die einfache Antwort: Es ist historisch gewachsen und ziemlich typisch für das deutsche Bildungssystem.
Warum jedes Bundesland andere Ferien hat
In Deutschland legt jedes Bundesland seine Schulferien selbst fest. Es gibt zwar Absprachen zwischen den Ländern, damit nicht alle gleichzeitig in den Urlaub starten, aber am Ende bleibt viel Spielraum. Und genau dieser Spielraum hat dazu geführt, dass sich unterschiedliche Ferienmodelle entwickelt haben.
Bayern und Baden-Württemberg haben sich schon früh für ein System entschieden, das das Schuljahr etwas gleichmäßiger verteilt. Neben Sommer-, Herbst- und Weihnachtsferien gibt es dort eben auch die Pfingstferien als zusätzliche Pause im späten Frühjahr. Die Idee dahinter ist ziemlich schlicht: Die Zeit zwischen Oster- und Sommerferien ist lang (fast drei Monate) und eine kleine Pause dazwischen entlastet Schüler und Lehrer.
Warum es in Nordrhein-Westfalen keine Pfingstferien gibt
Nehmen wir zum Beispiel Nordrhein-Westfalen: Dort gibt es keine Pfingstferien. Stattdessen beginnen die Sommerferien oft deutlich früher als im Süden (meist Ende Juni). In Bayern starten sie dagegen erst Anfang August. Dadurch ist die Zeit zwischen Oster- und Sommerferien in Bayern spürbar länger, weshalb dort die Pfingstferien als zusätzliche Pause eingebaut wurden. Die Herbstferien übernehmen in Nordrhein-Westfalen dafür eher die Rolle einer längeren Verschnaufpause zwischendurch.
Am Ende ist es also vor allem eine Frage der Verteilung – nicht der Gesamtmenge an Ferien. Denn die Zahl der freien Tage ist bundesweit ziemlich ähnlich. Im Schnitt kommen Schüler in Deutschland auf etwa 75 Ferientage pro Jahr, also die klassischen Schulferien ohne Wochenenden. Dazu kommen gesetzliche Feiertage und einzelne bewegliche Ferientage.
Insgesamt ergibt das je nach Bundesland ungefähr 95 bis 103 freie Tage im Jahr: Baden-Württemberg liegt bei rund 103 Tagen, Bayern bei etwa 102, während Schleswig-Holstein mit rund 95 Tagen am unteren Ende steht. Der Unterschied entsteht vor allem durch zusätzliche Feiertage – der Süden Deutschlands ist historisch stärker katholisch geprägt, deshalb gelten dort bis heute mehr kirchliche Feiertage gesetzlich.
Übersicht der Pfingstfeiertage 2026 in allen Bundesländern:
- Baden-Württemberg: 26. Mai – 5. Juni
- Bayern: 26. Mai – 5. Juni
- Berlin: 26. Mai (Pfingstmontag)
- Brandenburg: 26. Mai (Pfingstmontag)
- Bremen: 26. Mai (Pfingstmontag)
- Hamburg: 11. Mai – 15. Mai
- Hessen: Keine eigentlichen Pfingstferien (lediglich gesetzlicher Feiertag)
- Mecklenburg-Vorpommern: 22. Mai – 26. Mai
- Niedersachsen: 15. Mai und 26. Mai
- Nordrhein-Westfalen: 26. Mai (Pfingstmontag)
- Rheinland-Pfalz: Keine eigentlichen Pfingstferien (lediglich gesetzlicher Feiertag)
- Saarland: Keine eigentlichen Pfingstferien (lediglich gesetzlicher Feiertag)
- Sachsen: 15. Mai
- Sachsen-Anhalt: 26. Mai – 29. Mai
- Schleswig-Holstein: 15. Mai
- Thüringen: Keine eigentlichen Pfingstferien (lediglich gesetzlicher Feiertag)
