Risiko auf der Autobahn
: Diese Fahrspur ist für die meisten Autos tabu

Wenn auf Deutschlands Autobahnen gebaut wird, führt das oft zu Spur-Verengungen. Wer darf auf diesen schmaleren Spuren fahren? Es sind weniger Kfz, als gedacht.
Von
Nicole Züge
Berlin
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Baustelle auf der Autobahn: ARCHIV - 18.07.2019, Sachsen, Borna: Ein Schild weist auf eine Baustelle auf einer Autobahn hin. Am Wochenende (15.11. bis 18.11.2019) wird in Nordrhein-Westfalen die A46 gesperrt. (zu dpa: «A46 bei Wuppertal voll gesperrt») Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Autobahnbaustellen gibt es häufig Spurverengungen. Die wenigsten Fahrzeuge dürfen die linke Spur benutzen. Warum das so ist und was droht, wenn man die Verkehrsregel ignoriert.

Jan Woitas/dpa

In Autobahnbaustellen geht es oft langsam voran, was unter anderem an Geschwindigkeitsbegrenzungen liegt, aber auch an Spur-Verengungen. Wer innerhalb einer Baustelle auf der linken Spur fährt, um schneller voranzukommen, riskiert ein Bußgeld und erhöht das Unfallrisiko für alle. Der Grund: Wenn ein bestimmtes Verkehrszeichen zu Beginn der Autobahnbaustelle auf eine maximale Fahrzeugbreite hinweist, dürfen die meisten Autos die linke Spur gar nicht befahren.

Die linke Spur in Autobahnbaustellen: Nur diese Autos dürfen sie befahren

Wenn an bzw. auf der Autobahn gebaut wird, erfolgt oft eine Spur-Verengung. Das heißt: Die rechte Spur hat die normale Breite, die linke Spur ist schmaler als gewohnt. Ist das der Fall, wird zu Beginn der Baustelle mit einem Schild darauf hingewiesen, welche Autos auf der linken Spur fahren dürfen.

Verkehrszeichen Nr. 264 vor einer Autobahnbaustelle

Viele Menschen ignorieren dieses Schild allerdings oder kennen dessen Bedeutung gar nicht. Ganz nach dem Motto „Wird schon schiefgehen“ sieht man darum innerhalb von Autobahnbaustellen viele Autos auf der linken Spur, die dort eigentlich gar nicht fahren dürfen. Das Verkehrszeichen 264 (weißer Kreis, roter Rand, zwei nach innen gerichtete Dreiecke links und rechts, eine Meter-Angabe im Zentrum) gibt an, welche Fahrzeuge auf der linken Spur unterwegs sein dürfen. Die maximale Breite beträgt in dem Fall in der Regel 2 Meter, manchmal auch 2,20 Meter.

Fahrzeugen rollen am Freitag (22.06.2012) in Berlin auf der Avus der Autobahn A115 durch die Baustellenzone. Ab Sonntag (24.06.2012) steht den Verkehrsteilnehmern stadteinwärts wegen der Bauarbeiten nur noch eine Fahrspur zur Verfügung. Foto: Michael Kappeler dpa/lbn ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Eine typische Autobahnbaustelle mit Spurverengungen. Die linke Spur ist oft nur für Fahrzeuge befahrbar, die maximal 2 Meter breit sind.

Michael Kappeler/ dpa

Wissen Sie, wie breit Ihr Auto ist?

Die meisten Menschen wissen nicht, dass ihr Auto breiter als zwei Meter ist. Viele Neuwagenmodelle - selbst Kleinwagen - sind nach Angaben des ADAC breiter als zwei Meter, denn gemessen wird von Außenspiegel zu Außenspiegel. Von daher nützt es nichts, im Fahrzeugschein nachzuschauen, denn dort ist lediglich die Breite des Kfz ohne Spiegel vermerkt. So kommt beispielsweise ein Toyota Yaris, ein typischer Kleinwagen, mit Außenspiegel bereits auf eine Breite von über 2 Metern und darf somit eine auf 2 Meter verengte Autobahnspur gar nicht befahren.

Diese Möglichkeiten gibt es, die Autobreite zu ermitteln:

  • Im Handbuch des eigenen Fahrzeugs nachschlagen.
  • Selbst nachmessen, zum Beispiel mithilfe eines längeren Seils von Spiegel zu Spiegel oder per Laser-Messgerät, wie es viele zu Hause in der Werkzeugkiste haben.
  • In Tabellen online nachschauen. Der ADAC hat beispielsweise eine umfassende Tabelle zusammengestellt.

Was passiert bei Nichteinhaltung der Verkehrsregel?

Wer die Beschilderung ignoriert und trotz „Überbreite“ auf einer verengten Spur fährt, riskiert ein Verwarngeld von 20 euro. Das mag für viele Menschen finanziell noch zu verkraften sein, aber: Kommt es zu einem Unfall, egal ob selbst- oder fremdverschuldet, kann dieser Fehler richtig teuer werden. Denn in so einem Fall ist es durchaus möglich, dass die Versicherung nicht den gesamten Schaden abdeckt, weil eine Mitschuld einkalkuliert wird. Auch interessant: Proteste gegen Berliner Stadtautobahn: Das sind die Argumente der Gegner