Risikogebiete Schweiz Reisewarnungen
: Schweiz verzichtet auf Reisebeschränkungen

Anders als Deutschland warnt die Schweiz nur noch vor Reisen in Länder mit deutlich mehr Corona-Infektionen als sie selbst.
Von
Michael Maier
Bern
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Berggipfel in der Schweiz. (Symbolbild)

dpa

Die liberale Schweiz verzichtet seit einigen Tagen weitgehend auf die Ausweisung von Risikogebieten im Ausland. Einwohner, die aus stark von Corona betroffenen Ländern und Regionen zurück kommen, bleibt somit eine zehn Tage lange Quarantäne erspart, die bislang obligatorisch war. Unter anderem betrifft das auch Rückkehrer aus Mallorca oder der Türkei, die anders als in Deutschland nun wieder volle Bewegungsfreiheit in der Eidgenossenschaft genießen. Auch aus Hotspots wie Berchtesgaden ist die Einreise in die Schweiz ohne Auflagen möglich.

Im Fall einer Reise oder Weiterreise von der Schweiz in die Bundesrepublik besteht jedoch eine Meldepflicht beim zuständigen Ordnungs- oder Gesundheitsamt am Wohnort, denn die Schweiz gilt für Deutschland weiterhin als Risikogebiet. Zum 8./9. November treten im „großen Kanton“ zudem neue Quarantäne-Regeln sowie die digitale Einreiseanmeldung in Kraft.

Schweiz stuft nur noch extrem betroffene Regionen als Risikogebiete ein

Die Schweiz hat einen Kurswechsel vollzogen und stuft jetzt nur noch Länder und Regionen als Risikogebiete ein, die deutlich stärker betroffen sind als sie selbst. War bisher die Schwelle von 60 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten 14 Tagen für eine Schweizer Reisewarnung ausschlaggebend, so wurde die Vorschrift nun angepasst. Nur noch wer den hohen eidgenössischen Wert von von über 900 um mindestens 60 überschreitet, landet jetzt noch auf der Liste. Dies betrifft weltweit nur ganz wenige Orte, darunter jedoch einige in der EU und insbesondere im Nachbarland Frankreich. Wer sich dort aufgehalten hat, kommt um eine Quarantäne in der Schweiz nicht herum.

Deutschland hält bei der Ausweisung von Risikogebieten hingegen weiterhin an 50 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner fest, obwohl die EU inzwischen für eine Aufhebung oder zumindest eine Vereinheitlichung solcher Beschränkungen plädiert hat.

Risikogebiete für Einreisende in die Schweiz

  • Region Hauts-de-France
  • Region Île de France mit Paris
  • Überseegebiet Französisch-Polynesien
  • Andorra
  • Armenien
  • Belgien
  • Tschechien
  • Stand: 3. November
  • Quelle: BAG Schweiz