RKI Zahlen Corona: News zu Neuinfektionen in Deutschland - Die aktuellen Fallzahlen vom 25.09.2020

Das RKI hat am Freitag, 25.09.2020, die aktuelle Zahl der Corona-Neuinfektionen für Deutschland veröffentlicht. Ein Blick auf die 7-Tage-Inzididenz zeigt, dass die Fallzahlen insgesamt wieder anziehen. (Symbolbild)
DPA- Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland steigt in der Tendenz seit Juli wieder - egal ob in NRW, BW oder Bayern, überall im Land gibt es Hotspots
- Was bedeuten die steigenden Fallzahlen laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit Blick auf den Herbst?
- Wie reagiert die Politik insgesamt auf die ansteigenden Coronavirus-Zahlen?
- Hier lesen Sie die aktuellen Fallzahlen des RKI vom Freitag, 25.09.2020.
Die Zahlen ändern sich in der Corona-Krise täglich - in Deutschland, Europa und der Welt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) und die US-amerikanische Johns-Hopkins-University (JHU) veröffentlichen jeden Tag die neuen Fallzahlen zu Neuinfektionen, Infizierten, Toten und Genesenen. Entsprechend der Entwicklung werden Maßnahmen ergriffen - oder gelockert. Aktuell dreht sich die Diskussion vor allem um mögliche regionale Beschränkungen.
RKI-Zahlen: Der aktuelle Stand der Corona-Neuinfektionen in Deutschland
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI am Samstag 2153 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Damit liegt der Wert der neuen registrierten Covid-19-Infektionen erneut deutlich über der Schwelle von 2000 neuen Infektionen binnen 24 Stunden. Zum Vergleich: Am Donnerstag waren 2143 neue Infektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages gemeldet worden. Und am Samstag des vergangenen Wochenendes waren es 2297 Fälle gewesen.
Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.
Infizierte: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 280.223 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand Freitag, 25.09.2020, 0 Uhr). Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 281.346 Infizierte.
Tote: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9443. Das sind 15 mehr als am Vortag. Die JHU meldet weiterhin 9436 Tote.
Genesene: Bis Sonntagmorgen hatten etwa 248.500 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.
Anmerkung: Das RKI weist nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern aus und aktualisiert diese einmal am Tag.
RKI-Zahlen zu Corona: Der aktuelle R-Wert für Deutschland
Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Montag bei 0,78 (Vortag: 0,79). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,97 (Vortag: 0,95). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.
Bei der bundesweiten 7-Tage-Inzidenz zudem zu beachten: Die Zahl erfasster Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag am Mittwoch bei 13,2. Eine Woche zuvor hatte sie bei 11,5 gelegen, vor zwei Wochen bei 9,9. Aktuell liege die 7-Tage-Inzidenz in den Bundesländern Bayern und Berlin sehr deutlich, in Hamburg und Nordrhein-Westfalen deutlich und in Baden-Württemberg und Bremen leicht über dem bundesweiten Durchschnittswert, hieß es vom RKI.
RKI-Dashboard: Die Entwicklung der Zahlen in Bundesländern und Landkreisen
Wer sich jenseits der Corona-Zahlen in Deutschland für die Entwicklung der Pandemie in seinem Bundesland - etwa Bayern oder Baden-Württemberg oder seinem Landkreis informieren möchte - kann das im Dashboard des RKI tun.

Das RKI veröffentlicht in seinem Dashboard die aktuellen Zahlen zu Bundesländern und Landkreisen - so wie in diesem Ausschnitt Bayern und Baden-Württemberg.
Screenshot; Quelle: RKIZuletzt fiel ein größerer Anteil Corona-Tests in Deutschland positiv aus. Die sogenannte Positivenquote lag in Kalenderwoche 38 bei 1,19 Prozent (Vorwoche: 0,86), wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Lagebericht von Mittwochabend geschrieben hatte. Das ist demnach der höchste Wert seit mehr als zehn Wochen. Insgesamt wurden laut RKI in Kalenderwoche 38 rund 1,086 Millionen Tests (Vorwoche rund 1,121 Millionen) in Deutschland gemacht. Etwa 12.900 Tests waren positiv, in der Vorwoche waren es mit rund 9700 noch deutlich weniger.
Spahn: Urlaubspläne angesichts der Corona-Zahlen überdenken
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rät dazu, Urlaubspläne 2020 angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen in Europaund damit verbundenen Reisewarnungen zu überdenken. Man könne auch Urlaub im Inland machen, sagte Spahn am Freitag im „Morgenmagazin“ des ZDF mit Blick auf beginnende Herbst- und die bevorstehenden Weihnachtsferien. Wenn die Bundesregierung eine Reisewarnung für eine Region im Ausland ausspreche, bedeute das, dass sie von nicht notwendigen Reisen dringend abrate. Und eine Urlaubsreise ins Ausland sei in der Regel nicht zwingend notwendig.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rät angesichts der steigenden Corona-Zahlen in Deutschland und Europa dazu, die Urlaubspläne für den Herbst nochmal zu überdenken.
DPA„Ich weiß, dass das sehr hart ist für die Reiseveranstalter, die Reisebüros und natürlich auch für die Bürger, die sich im Zweifel auf ihren Urlaub gefreut haben“, räumte Spahn ein. Doch mit Rückkehrern aus dem österreichischen Wintersportort Ischgl zu Jahresbeginn sowie am Ende der Sommersaison seien zweimal Infektionen wieder stärker nach Deutschland reingetragen worden. Daraus sollten die entsprechenden Lehren gezogen werden.
Wegen der steigenden Corona-Zahlen in Deutschland drohen regionale Beschränkungen
Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland rücken schärfere Beschränkungen für Bürger in weiteren Regionen näher. Vor Beratungen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der kommenden Woche stellten einige Landesregierungen strengere Regeln vor allem für Feiern in Aussicht. Für Herbst und Winter rückt zudem eine bessere Lüftung in geschlossenen Räumen in den Blick. Die Bundesregierung erklärte inzwischen auch 14 von 27 EU-Mitgliedstaaten zumindest teilweise zu Corona-Risikogebieten und warnt vor Reisen dorthin. Für Rückkehrer bedeutet das Quarantänepflichten.
RKI-Zahlen für Deutschland: So ist die Corona-Lage in Berlin
In Berlin könnten erneute Beschränkungen auf die Menschen zukommen. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte im ZDF, er gehe davon aus, „dass wir tatsächlich auch wieder Einschränkungen vornehmen müssen, bei diesen Feiern vor allen Dingen im öffentlichen Raum. Das wird man so nicht zulassen können.“ Möglich seien etwa auch Alkoholverbote. Für Veranstaltungen seien zunächst „keine weiteren Lockerungen“ zu sehen. Gegebenenfalls gebe es sogar „wieder ein paar Rückschritte bei der Begegnungsmöglichkeit, was die Teilnehmerzahl anbelangt“. Nach amtlichen Angaben von Mittwochabend stieg die Zahl der gemeldeten Fälle in der Hauptstadt binnen eines Tages um 199.

Wegen der steigenden Corona-Fallzahlen in Deutschland - aber auch in Berlin - drohen in der Hauptstadt regionale Beschränkungen. (Symbolbild)
DPAAngesichts der Corona-Zahlen drohen in NRW schärfere Vorschriften
In Nordrhein-Westfalen sollen nach Verstößen gegen Schutzregeln bei einer Hochzeitsfeier Vorschriften verschärft werden. Demnach müssen „Privatfeiern zwei Wochen vorher beim Ordnungsamt angemeldet werden“, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) dem WDR. Es seien ein Verantwortlicher zu benennen und eine Gästeliste einzureichen. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) will bei den Bund-Länder-Beratungen an diesem Dienstag auch über mobile Belüftungsgeräte etwa in Behörden und Restaurants reden. Er wünsche sich ein gemeinsames Vorgehen. „Vielleicht auch, dass der Bund das ein bisschen mit unterstützt“, sagte er RTL/ntv.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet sprach sich für eine neue Art der Risikobewertung in der Corona-Pandemie aus. „Mit Corona leben lernen bedeutet in erster Linie, alle Entwicklungen genau im Blick zu haben. Dabei dürfen wir nicht nur auf die reinen Infektionszahlen schauen“, sagte der CDU-Politiker dem „Handelsblatt“ (Freitag). Laschet forderte, die Kapazität der Krankenhäuser und die Zahl der intensivmedizinisch behandelten und beatmeten Covid-19-Patienten stärker in die Lagebewertung einfließen zu lassen. Gleiches gelte für den Anteil zurückverfolgbarer Infektionen, die Anzahl der Tests und den Anteil positiver Testergebnisse. „Wir brauchen für ganz Deutschland ein standardisiertes Corona-Monitoring, das die Pandemieentwicklung kommunenscharf abbildet“, sagte Laschet. Er stellte sich damit hinter den Vorschlag seines Corona-Expertenrats, der sich für ein „Ampel“-System ausspricht.
Corona-Zahlen in Deutschland: Deutsche Wirtschaft warnt vor zu starken Beschränkungen
Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, hat angesichts steigender Infektionszahlen davor gewarnt, dass weiter Produktions- und Geschäftsausfälle Unternehmen in ihrer Existenz gefährden und die Politik zu „Beschränkungen mit Augenmaß“ aufgerufen. „Steigende Infektionszahlen machen natürlich auch den Unternehmen Sorge“, sagte Schweitzer der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Freitag). Viele Betriebe stünden schon jetzt mit dem Rücken zur Wand, denn die Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen hätten seit März tiefe Spuren in den Bilanzen hinterlassen. „Ausbleibende Umsätze sorgen vielfach weiterhin für Finanzierungsprobleme“, betonte Schweitzer.
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte sich am Mittwoch aufgrund der Corona-Pandemie zudem für eine bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ausgesprochen. „Es wäre dringend notwendig, auf öffentlichen Plätzen die Maskenpflicht einzuführen, wo Menschen Sicherheitsabstände nicht einhalten können“, sagte Lauterbach der „Rhein-Neckar-Zeitung“. Das laute Sprechen in Gruppen erhöhe das Infektionsrisiko auch im Freien. „Die Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen sollte kommen, nicht nur in München.“
Lauterbach glaubt trotz steigender Corona-Fallzahlen nicht an zweiten Lockdown in Deutschland
Lauterbach hält trotz steigender Corona-Zahlen in Deutschland einen Lockdown wie zu Beginn der Pandemie für unwahrscheinlich. „Die Wahrscheinlichkeit, noch einmal so einen Lockdown wie vor ein paar Monaten zu erleben, halte ich für gleich null“, sagte er dem Nachrichtenportal watson.de (Donnerstag). Die Bevölkerung werde größtenteils freiwillig tun, was notwendig sei, um einen weiteren Lockdown zu vermeiden. „Da bin ich absolut sicher.“
Die breite Bevölkerung sei zu sehr alarmiert und sensibilisiert für das Thema, sagte Lauterbach. „Sie hat begriffen, wie gefährlich Covid-19 sein kann, welche Langzeitschäden nach der Krankheit drohen, und dementsprechend werden die Menschen bereit sein, zeitnah Maßnahmen zu ergreifen, um das Schlimmste zu verhindern.“
Corona-Zahlen: Map der Johns-Hopkins-University zeigt Entwicklung weltweit
Die Corona-Krise ist eine globale Pandemie. Die aktuelle Entwicklung der Fallzahlen in der Welt, ist in der Map, einer Weltkarte der Corona-Infektionen, der Johns-Hopkins-University, einsehbar. Die JHU hat ihren Sitz im US-Bundesstaat Maryland.


