RS-Virus in Berlin und Brandenburg: Eine Personengruppe besonders betroffen

Die RSV-Welle hat auch in Berlin und Brandenburg begonnen. Welche Personengruppe aktuell besonders betroffen ist, ob es Impfungen gibt und welche Symptome das Respiratorischen Synzytial-Virus verursacht, zeigt unsere Übersicht.
Andreas Gebert / dpaDie RSV-Welle ist da. Im neusten Wochenbericht des Robert Koch-Instituts wurden aktuelle Zahlen aus Arztpraxen in ganz Deutschland vorgelegt, die belegen: Die Zahl der Infektionen mit dem „Respiratorischen Synzytial-Virus“ hat in der 4. Kalenderwoche des Jahres 2026 deutlich zugelegt. Begonnen hat die Welle demnach bereits in der 2. Kalenderwoche 2026. Welche Symptome RSV verursacht und für wen es aktuell besonders gefährlich ist.
RSV-Fälle bundesweit
In der 4. Meldewoche 2026 meldet das RKI insgesamt 2.808 RSV-Fälle, davon 2.675 laborbestätigt. In der Altersgruppe 0 bis 4 Jahre erreicht die RSV-Positivrate 23 Prozent. Diese Altersgruppe hat auch den stärksten Zuwachs bei den neuen Infektionen. Bei 567 der laborbestätigten RSV-Fälle wird angegeben, dass diese einen stationären Krankenhausaufenthalt nötig machten. Das entspricht 21 Prozent der gemeldeten Fälle. Auch in Berlin sind die Zahlen laut dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGESO) in der Altersgruppe von null bis zwei Jahren hoch. Eine weitere Gruppe sticht aber ebenfalls hervor: Bei den über 75-Jährigen zeigt die Inzidenzkurve seit Mitte Januar steil nach oben.
RS-Virus in Berlin
Ältere Menschen sind – genau wie Säuglinge und Kleinkinder – besonders häufig von schweren Verläufen betroffen und zählen zu den Risikogruppen. Tatsächlich sind laut aktueller Auswertungen im Zeitraum zwischen Ende 2025 und Mitte Januar bereits 31 Menschen an RSV gestorben. 90 Prozent der Verstorbenen waren laut RKI 60 Jahre oder älter.
Null-Inzidenz in Brandenburg
Ganz anders sehen die Zahlen in Brandenburg aus. Hier gab es laut Daten des RKI in der Vorwoche einen leichten Anstieg der RS-Virusnachweise. In der aktuellen, fünften Kalenderwoche liegt die Nachweisrate aber bei null Prozent. Aber: Es wurden bisher deutlich weniger Abstriche gemeldet, als in den Wochen zuvor. Wie aussagekräftig diese Zahl ist, lässt sich also derzeit nicht feststellen, da es noch zu Nachmeldungen kommen kann.
Symptome von RSV
RSV-Infektionen verlaufen unterschiedlich. Sie reichen von milden Atemwegssymptomen bis zu schweren Erkrankungen der unteren Atemwege mit Beatmungspflicht. Im ersten Lebensjahr infizieren sich laut dem Gesundheitsministerium zwischen 50 und 70 Prozent aller Säuglinge mindestens einmal mit RSV. In Deutschland sind RSV-Infektionen die häufigste Ursache für Krankenhausaufenthalte bei Säuglingen.
Besonders gefährdet sind Kinder in den ersten sechs Lebensmonaten. Die meisten schweren Verläufe betreffen zuvor gesunde Säuglinge. Mögliche Komplikationen sind Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen oder kombinierte Entzündungen von Luftröhre und Bronchien. Bei Erwachsenen zeigt sich eine RSV-Infektion meist als Erkältung mit Schnupfen, Husten, Abgeschlagenheit, Kurzatmigkeit und Fieber. Bei Risikopersonen kann es zu schweren Verläufen kommen, etwa mit Lungenentzündung.
Wie wird RSV übertragen?
RSV überträgt sich vor allem über Tröpfchen. Beim Niesen oder Husten gelangen virushaltige Partikel in die Luft. Eine Ansteckung erfolgt auch über direkten Kontakt, etwa von Hand zu Hand, sowie über gemeinsam genutzte Gegenstände und Oberflächen.
In Atemwegssekreten bleibt das Virus infektiös. Auf Händen kann es bis zu 20 Minuten, auf Papierhandtüchern und Baumwollkitteln bis zu 45 Minuten überleben. Schutz bieten - neben einer Impfung (siehe unten) - Masken, Abstand, regelmäßiges Lüften und gründliches Händewaschen. Augen, Nase und Mund sollten nicht mit ungewaschenen Händen berührt werden.
Gibt es eine Impfung gegen RSV?
Die gibt es. Schutz bieten mehrere Maßnahmen, je nach Alter: Für Säuglinge gibt es seit 2022 eine RSV-Prophylaxe. Erwachsene können auf die RSV-Impfung zurückgreifen. Die Hausarztpraxis ist dafür der beste Anlaufpunkt.
