Senkung der Spritpreise in Tschechien
: Wie viel kann man ab Oktober sparen?

Auch in Tschechien greift die Regierung ab Oktober wieder bei den Spritpreisen ein. So viel können Autofahrer sparen.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Tanktourismus in Tschechien: 20.07.2026, Tschechien, Ústí nad Labem: Eine Preistafel zeigt an einer Tankstelle die Benzinpreise in tschechischen Kronen und Euro an. Foto: Robert Michael/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ab Oktober gilt in Tschechien ein staatlicher Spritpreisdeckel.

Robert Michael/dpa

Autofahrer in Tschechien können ab Oktober mit einer Entlastung beim Tanken rechnen. Die tschechische Regierung führt zum 1. Oktober 2026 erneut eine staatliche Regulierung der Benzin- und Dieselpreise ein. Bei Diesel kommt zusätzlich eine deutliche Senkung der Verbrauchsteuer hinzu. Vor allem Dieselfahrer dürften deshalb an der Zapfsäule weniger bezahlen.

Die neue Regelung gilt zunächst vom 1. bis zum 31. Oktober 2026. Einen festen Spritpreis, der für den gesamten Monat gilt, gibt es allerdings nicht. Stattdessen legt das tschechische Finanzministerium an jedem Werktag einen maximal zulässigen Verkaufspreis für Benzin und Diesel für den folgenden Tag fest.

Diesel wird um knapp 10 Cent je Liter entlastet

Besonders deutlich fällt die Entlastung beim Diesel aus. Die Verbrauchsteuer wird von derzeit 9,95 Kronen auf 8,011 Kronen je Liter gesenkt. Umgerechnet entspricht das einem Rückgang von rund 41 Cent auf 33 Cent je Liter.

Insgesamt ergibt sich nach Angaben des tschechischen Finanzministeriums einschließlich Mehrwertsteuer eine Entlastung von 2,35 Kronen pro Liter Diesel. Das sind nach aktuellem Wechselkurs rund 9,7 Cent je Liter.

Bei einer Tankfüllung von 50 Litern entspricht das rechnerisch einer Ersparnis von rund 117,50 Kronen beziehungsweise 4,83 Euro. Bei 60 Litern sind es etwa 141 Kronen oder 5,79 Euro.

Hinzu kann eine weitere Preissenkung durch die Begrenzung der Tankstellenmargen kommen.

Für Benzin ist dagegen keine entsprechende Senkung der Verbrauchsteuer vorgesehen. Dort soll die staatliche Preisregulierung vor allem verhindern, dass Tankstellen besonders hohe Aufschläge verlangen.

So funktioniert der neue Spritpreisdeckel

Die Regierung begrenzt die Marge der Tankstellen auf 2,50 Kronen je Liter. Das entspricht umgerechnet rund 10 Cent pro Liter.

Grundlage für den täglichen Höchstpreis ist ein gleitender Drei-Tage-Durchschnitt der Großhandelspreise. Dabei berücksichtigt das Finanzministerium mehrere Referenzwerte, unter anderem von ČEPRO, ORLEN/Unipetrol und MOL sowie Preise auf Basis internationaler Platts-Notierungen.

Steigen die Großhandelspreise für Benzin oder Diesel, kann deshalb auch der staatliche Höchstpreis steigen. Fallen die Einkaufspreise, wird die Obergrenze entsprechend nach unten angepasst.

Der sogenannte Spritpreisdeckel ist deshalb kein fester Preis von beispielsweise 45 oder 50 Kronen je Liter. Er begrenzt vielmehr, wie viel eine Tankstelle auf die aktuellen Großhandelspreise aufschlagen darf.

Tankstellen können ihre Kraftstoffe weiterhin günstiger als zum staatlichen Höchstpreis anbieten.

Was kostet Benzin und Diesel ab Oktober?

Der genaue Preis für den 1. Oktober steht derzeit noch nicht fest. Das Finanzministerium wird die jeweils zulässigen Höchstpreise erst kurzfristig anhand der aktuellen Großhandelspreise berechnen und veröffentlichen.

Als Orientierung: Zuletzt kostete ein Liter Natural 95 rund 45,55 Kronen. Umgerechnet sind das etwa 1,87 Euro je Liter.

Diesel lag bei ungefähr 49,13 Kronen je Liter, also bei rund 2,02 Euro.

Die Regierung erwartet, dass die Maßnahmen insbesondere den Dieselpreis drücken. Ministerpräsident Andrej Babiš erklärte nach der Kabinettssitzung, er rechne infolge der Steuersenkung und der Margenbegrenzung wieder mit Kraftstoffpreisen von unter 50 Kronen je Liter.

50 Kronen entsprechen derzeit rund 2,05 Euro.

Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine garantierte Preisobergrenze von 2,05 Euro. Der tatsächliche Höchstpreis wird weiterhin anhand der Großhandelspreise berechnet.

Beim Diesel lässt sich zumindest die steuerliche Entlastung konkret beziffern: Bleiben alle anderen Preisbestandteile unverändert, würde die Steuersenkung den Literpreis ab Oktober um knapp 10 Cent je Liter reduzieren.

Aus einem Dieselpreis von beispielsweise 2,02 Euro je Liter würden allein durch diese Entlastung rechnerisch etwa 1,92 Euro je Liter. Der tatsächliche Preis kann aber je nach Entwicklung der Großhandelspreise höher oder niedriger liegen.

Auch teure Tankstellen werden ausgebremst

Von der Preisregulierung dürften Autofahrer vor allem dort profitieren, wo Tankstellen bislang vergleichsweise hohe Margen verlangen. Die maximale Marge von umgerechnet rund 10 Cent je Liter soll verhindern, dass starke Preisschwankungen am Großhandelsmarkt durch zusätzliche hohe Aufschläge verstärkt werden.

Günstige Tankstellen müssen dagegen nicht zwangsläufig ihre Preise senken. Liegt ihre Marge bereits unter der neuen Grenze, kann sich durch den eigentlichen Preisdeckel kaum etwas verändern.

Bei Diesel wirkt allerdings zusätzlich die Steuersenkung von rund 9,7 Cent je Liter.

Tschechien hatte die Spritpreise bereits im Frühjahr reguliert

Das Modell ist nicht neu. Tschechien hatte bereits zwischen April und Juli 2026 staatliche Eingriffe in die Kraftstoffpreise vorgenommen. Damals wurden die Maßnahmen wieder aufgehoben, nachdem sich die Lage auf den internationalen Öl- und Kraftstoffmärkten nach Einschätzung des Finanzministeriums stabilisiert hatte.

Nun kehrt die Regierung zu diesem Instrument zurück. Als Gründe nennt sie erneut steigende Preise auf dem Kraftstoffmarkt sowie die angespannte Versorgungslage infolge der Entwicklungen im Nahen Osten.

Die neue Preisregulierung ist zunächst bis 31. Oktober 2026 befristet.