Silvester in Brandenburg
: Ja zum Neujahr ohne Feuerwerk? Ein Kampf zwischen Ost und West

Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat bei einer bundesweiten Studie ermittelt, was die Deutschen von einem Verbot von privatem Feuerwerk halten. Die Brandenburger haben eine ganz eigene Meinung.
Von
Johannes Leichsenring
Frankfurt
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Sollte in Brandenburg ein Silvester ohne privates Feuerwerk stattfinden? Welche Meinung Brandenburger dazu haben.

Julius-Christian Schreiner/ dpa

Nach den vergangenen Silvester–Ausschreitungen, wie sie sich insbesondere in Berlin ereignet hatten, wurde das Verbot von Böllern und Raketen für private Feuerwerke diskutiert. In der Nacht vom 31. Dezember zum 1. Januar dieses Jahres kam es unter anderem in Neukölln zu Krawallen. Dabei wurden auch Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr, sowie Angehörige des Deutschen Roten Kreuzes mit Feuerwerkskörpern beworfen oder beschossen.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) führte mit dem Forsa–Institut eine Umfrage durch und befragte bundesweit über 1.000 Personen und zusätzlich 500 Brandenburger, ob sie für ein Verbot privater Feuerwerke stimmen würden. Das Ergebnis: Bundesweit sind nur knapp 39 Prozent der Bürger der Meinung, dass es wie bisher allen Volljährigen erlaubt sein soll, an Silvester privates Feuerwerk abbrennen zu dürfen. In Brandenburg hingegen stimmten 54 Prozent der Befragten zu, die derzeit geltende Regel für das private Abbrennen von Pyrotechnik beizubehalten. Ein Trend, der generell für Ostdeutschland gilt.

Unterschied zwischen Männern und Frauen

Mit 40–prozentiger Zustimmung würden Westdeutsche es vorziehen, wenn das Abbrennen von Feuerwerk nur noch von Profis vorgenommen werden würde, sodass nur noch ausgebildete Pyrotechniker das beliebte Feuerspektakel entfachen. Eine Aussage, die in Ostdeutschland nur von 31 Prozent der Befragten geteilt wird.

Auffällig ist zudem das unterschiedliche Meinungsbild zwischen Männern und Frauen. Während bundesweit nur 28 Prozent der Frauen für die Aufrechterhaltung der Ausnahmereglung stimmten, sind es unter den Männer 50 Prozent der Befragten. 70 Prozent der Frauen stimmten bei der Umfrage entweder für ein generelles Verbot oder eine Reglementierung.

Ein Trend unter Parteien

Die Umfrage glich die Aussagen mit den Wahlpräferenzen der Teilnehmer ab. Während Anhänger der Grünen mit 82 Prozent gegen private Feuerwerke stimmten, sind 68 Prozent der potenziellen AfD–Wähler für den Fortbestand der geltenden Regelung, gefolgt von Anhängern der CDU/ CSU mit 47 Prozent.