Sonnenfinsternis beobachten: Warnung vor Internet-Tipps – so schützen Sie Ihre Augen richtig

Bei einer Sonnenfinsternis sollte man keinesfalls ohne Schutz nach oben blicken. (Symbolfoto)
Axel Heimken/dpa- Partielle Sonnenfinsternis: Direkter Blick nur mit zertifizierter Schutzbrille erlaubt.
- Gefahr bleibt auch bei Teildeckung, Abendstunden und Bewölkung bestehen.
- Experten warnen vor solare Retinopathie, oft ohne Schmerzen, teils dauerhaft.
- Nur Brillen nach ISO 12312-2 verwenden, keine Kratzer oder Schäden akzeptieren.
- Kein Ersatz: normale Sonnenbrillen, CDs, Röntgenbilder; sichere Alternative ist die Lochkamera.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wenn sich am 12. August der Mond vor die Sonne schiebt, bietet sich auch in Deutschland ein seltenes Naturschauspiel. Doch so faszinierend eine partielle Sonnenfinsternis ist – der Blick in die Sonne kann ohne den richtigen Schutz innerhalb kürzester Zeit zu schweren und teilweise dauerhaften Augenschäden führen. Fachleute raten deshalb eindringlich, bei der Beobachtung keine Kompromisse einzugehen.
Warum der Blick in die Sonne so gefährlich ist
Auch wenn die Sonne während der Finsternis teilweise verdeckt wird oder das Ereignis in den Abendstunden stattfindet, bleibt ihre Strahlung gefährlich. Wer direkt in die Sonne schaut, riskiert eine Schädigung der Netzhaut. Mediziner sprechen dabei von einer sogenannten solaren Retinopathie.
Das Tückische: Die Netzhaut besitzt keine Schmerzrezeptoren. Betroffene merken deshalb häufig zunächst nichts von der Verletzung. Erst Stunden später können Beschwerden wie verschwommenes Sehen, verzerrte Bilder oder dunkle Flecken im zentralen Gesichtsfeld auftreten. Zwar können sich manche Schäden teilweise zurückbilden, in einigen Fällen bleiben die Einschränkungen des Sehvermögens jedoch dauerhaft bestehen.
Ist eine Sonnenfinsternis-Brille wirklich notwendig?
Die klare Antwort der Experten lautet: Ja. Eine spezielle Brille ist notwendig. Wer die Sonnenfinsternis direkt beobachten möchte, sollte ausschließlich eine zertifizierte Sonnenfinsternis-Brille verwenden. Diese lassen nur einen winzigen Bruchteil des Sonnenlichts durch und schützen die Augen zuverlässig.
Wichtig ist dabei: Die Brille sollte der Norm ISO 12312-2 (DIN EN ISO 12312-2) entsprechen. Die Schutzfolie darf keine Kratzer, Risse oder andere Beschädigungen aufweisen. Beschädigte oder zweifelhafte Brillen sollten nicht verwendet werden.
Normale Sonnenbrillen – selbst sehr dunkle Modelle – bieten dagegen keinen ausreichenden Schutz. Sie filtern zwar einen Teil der UV-Strahlung, lassen aber noch immer zu viel sichtbares und infrarotes Licht durch. Zudem weiten sich hinter den dunklen Gläsern die Pupillen, wodurch unter Umständen sogar mehr schädliche Strahlung auf die Netzhaut gelangen kann.
Vorsicht bei Fernglas, Kamera und Teleskop
Wer die Sonnenfinsternis mit einem Fernglas, einer Kamera oder einem Teleskop beobachten oder fotografieren möchte, benötigt zusätzlich spezielle Sonnenfilter, die vor der Objektivöffnung angebracht werden. Eine Sonnenfinsternis-Brille allein reicht in diesem Fall nicht aus. Ohne geeignete Filter kann die gebündelte Sonneneinstrahlung innerhalb kürzester Zeit Augen und Geräte beschädigen.
Experten warnen vor gefährlichen Internet-Tipps
Immer wieder kursieren im Internet vermeintliche Tricks, mit denen sich eine Sonnenfinsternis angeblich sicher beobachten lasse. Vor solchen Ratschlägen warnen Fachleute ausdrücklich.
Als ungeeignet gelten unter anderem:
- normale Sonnenbrillen,
- Schweißer- oder Gletscherbrillen ohne passende Zertifizierung,
- CDs oder DVDs,
- Röntgenbilder,
- verrußte Glasscheiben
- oder ähnliche improvisierte Hilfsmittel.
Keine dieser Methoden schützt die Augen ausreichend vor der intensiven Sonnenstrahlung, warnen Experten.
Die Lochkamera als sichere Alternative
Wer ganz auf den direkten Blick zur Sonne verzichten möchte, kann die Sonnenfinsternis auch indirekt beobachten. Dafür eignet sich eine sogenannte „Camera obscura“, auch Lochkamera genannt. Dabei wird das Bild der Sonne durch ein kleines Loch auf eine helle Fläche projiziert. So lässt sich das Naturschauspiel gefahrlos verfolgen.
Diese Methode gilt insbesondere für Kinder als besonders sicher. Trotzdem sollten Erwachsene die Beobachtung begleiten und darauf achten, dass Kinder nicht ungeschützt in die Sonne schauen.
Mit Informationen der Nachrichtenagenturen dpa und epd.





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