Baden am Mittelmeer: Italien soll mehr Gratisstrände bekommen

Auf Schildern an Italiens Stränden wird darauf hingewiesen, dass der Zugang zum Meer frei ist.
Christoph Sator/dpa- Italien stoppt illegale Strandbauten: In Ostia wurden mehrere Strandbäder geschlossen.
- Zwei kommerzielle Betriebe werden abgerissen – dort entsteht ein frei zugänglicher Strand.
- Behörden in Regionen wie Ligurien und Apulien gehen ebenfalls gegen Barrieren vor.
- Zugang zum Meer ist laut Gesetz kostenlos, doch über die Hälfte der Strände ist verpachtet.
- Konzessionen sollen ab 2027 regelmäßig neu ausgeschrieben werden, EU-Richtlinie von 2006.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
An Italiens Stränden gehen die Behörden strenger gegen illegale Bauten vor. In Ostia, dem Stadtstrand der Hauptstadt Rom, wurden mehrere privat betriebene Strandbäder auf Anweisung der Stadtverwaltung geschlossen. Mitten in der Hochsaison werden derzeit zwei kommerzielle Bäderbetriebe abgerissen. An deren Stelle soll ein öffentlicher Strand entstehen, der für alle frei zugänglich und kostenlos ist. Auch in anderen Regionen wie Ligurien und Apulien gibt es solche Bestrebungen.
Entlang von Italiens 7.500 Kilometer Mittelmeerküste gibt es Tausende privat betriebene Bäder, die Liegen und Schirme vermieten – eine über Jahrzehnte gewachsene Tradition. Aktuell liegt die Durchschnittsmiete für zwei Liegen und Schirm bei etwa 40 Euro pro Tag. Jetzt jedoch gehen die Behörden in mehreren Regionen dagegen vor, dass man nur ans Meer gelassen wird, wenn man dafür bezahlt. Zudem sorgt für Ärger, dass hohe Zäune und Mauern vielerorts den Zugang versperren.
Mehr als die Hälfte der Strände in Hand von privaten Betreibern
Dabei gehört die Küste – so wie anderswo in Europa – auch in Italien eigentlich dem Staat. Von Gesetzes wegen müsste das Ufer überall für jedermann frei und kostenlos zugänglich sein. Mehr als die Hälfte der Strände ist jedoch privat verpachtet. Offiziell gibt es in Italien mehr als 7.300 sogenannte Stabilimenti Balneari. Die meisten sind Familienbetriebe.
Das striktere Vorgehen der Behörden hängt auch mit einer EU-Richtlinie von 2006 zusammen, deren Umsetzung in Rom immer wieder hinausgeschoben wurde. Demnach müssen die staatlichen Konzessionen für Strandabschnitte regelmäßig neu ausgeschrieben werden, weil es sich um öffentlichen Grund handelt. Nun soll 2027 damit begonnen werden.