TikTok sammelt sensible Daten
: So schützen Sie sich

Ein kleines Pixel sorgt dafür, dass TikTok sensible Daten von Nutzerinnen und Nutzern im Netz sammeln kann. Auch wenn diese die App gar nicht nutzen.
Von
Nicole Züge
Berlin
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Auf dem Bildschirm eines Smartphones sieht man das Icon der App TikTok. (zu dpa: «Klage: TikTok will nicht Nutzerdaten massenhaft an das BKA melden») +++ dpa-Bildfunk +++

TikTok kann Daten aller Internetuser sammeln, selbst wenn diese die App gar nicht nutzen. Wie das funktioniert und wie Sie sich schützen können.

Fabian Sommer/dpa

TikTok sammelt Daten von Internetnutzern auch dann, wenn sie die App gar nicht installiert beziehungsweise kein Konto haben. Wie das funktioniert und wie man sich dagegen schützen kann.

TikTok: So funktioniert die Datenweitergabe

Dass TikTok überhaupt Daten von allen Internet-Usern auslesen kann, ist für viele Menschen gar nicht vorstellbar, funktioniert aber tatsächlich unbemerkt. Technisch möglich ist das durch sogenannte Tracking-Pixel, die auf vielen Websites eingebettet sind. Zuerst hat die BBC über das Vorgehen berichtet. Der Bericht beschreibt, wie teils hochsensible Daten von Dritt-Webseiten an TikTok geschickt werden.

So besuchte der Autor die Website einer Krebs-Selbsthilfegruppe. Laut der Organisation Disconnect übermittelte die Seite die E-Mail-Adresse und die Informationen, die in das Formular eingegeben wurden. Dazu gehört die Info, ob der Autor Krebspatient oder Überlebender ist. Eine andere Webseite für Frauengesundheit leitete Daten an TikTok weiter, als der Autor sich über Fruchtbarkeitstests informierte. Websites, die solche Pixel einsetzen, übermitteln also teils sehr private Daten zu jedem einzelnen Besucher. Es spielt keine Rolle, ob man ein TikTok-Konto besitzt oder nicht.

Was sind Tracking-Pixel?

Tracking-Pixel sind kleine Code-Elemente, die Website-Betreiber einbinden, um Nutzerverhalten zu messen oder Werbung zu optimieren. TikTok nutzt diese Pixel ähnlich wie andere große Plattformen, etwa Meta (Facebook, Instagram). Wenn der Pixel aktiviert wird, erhält TikTok Daten wie IP-Adresse, welche Seite besucht wurde, Klick- und Suchmuster. Die Plattform kann so Nutzer über verschiedene Websites hinweg technisch identifizieren.

Was passiert mit den Daten?

Durch das Pixel können alle möglichen sensiblen Informationen wie E-Mail-Adressen oder Gesundheitsangaben ausgelesen werden. Selbst Personen ohne TikTok-App oder Account können also dank des Pixels ein digitales Profil bekommen. Diese Daten können wiederum genutzt werden, um Werbung zu personalisieren, Nutzerverhalten zu analysieren oder Inhalte zu empfehlen.

So kann man sich schützen

Die Praxis ist nicht allein TikTok-typisch, aber aufgrund der Verbreitung des Pixels besonders wirksam. So lässt sich das Auslesen der Daten verhindern:

  • Tracker blockieren: Browser nutzen, die Tracking-Pixel automatisch blockieren, etwa DuckDuckGo oder Brave
  • Erweiterungen nutzen: Browser-Erweiterungen wie Privacy Badger oder Ghostery blockieren die Datenweitergabe über die Pixel ebenfalls.
  • Cookies regelmäßig löschen: Hilfreich ist es auch, im Browser Cookies und Website-Daten regelmäßig zu löschen.
  • App-Berechtigungen begrenzen: Wer TikTok auf dem Handy nutzt, kann in den Systemeinstellungen die Ortungs- und andere Berechtigungen deaktivieren. Dazu auf die Einstellungen im Handy tippen, TikTok in den Apps suchen und dort „Tracking erlauben“ ausschalten.
  • App Tracking Transparency: Auf iPhones lässt sich über diese Funktion das App-Tracking blockieren. Dazu in den Einstellungen auf „Datenschutz & Sicherheit“ tippen und dort „Tracking“ auswählen. Dort stehen zwei Einstellungen zur Verfügung. Mit dem Schalter „Apps erlauben, Tracking anzufordern“ lässt sich systemweit festlegen, ob Anwendungen überhaupt um Erlaubnis für app-übergreifendes Tracking bitten dürfen. Ist die Funktion deaktiviert, sind entsprechende Anfragen komplett gesperrt. Darunter folgt eine Übersicht aller Apps, die Tracking nutzen möchten. Für jede einzelne Anwendung kann die Freigabe separat ein- oder ausgeschaltet werden.