Todesfall in Mexiko
: Hirnfressende Amöbe in Touristen-Hochburg gefunden

Wer sie in sich trägt, hat meist keine Überlebenschance. Nun ist das gefährliche Lebewesen erstmals an einem beliebten Urlauber-Hot-Spot nachgewiesen.
Von
Christian Gottschalk
Stuttgart/Yucatan
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HEALTH: Handout picture released by the Parque Ecologico del Poniente shows a lake inside of the Ecologic Park in Campeche, Campeche state, Mexico on October 15, 2026. Mexico reported the presence of the so-called "brain-eating" amoeba in six artificial lakes, which it ordered to be closed. Health officials in the state of Yucatán analyzed water samples from six of the nine lakes at that tourist destination following the death of a water-skiing instructor who contracted the *Naegleria fowleri* amoeba last September. (Photo by Hugo BORGES / PARQUE ECOLOGICO DEL PONIENTE / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / Parque Ecologico del Poniente" - HANDOUT - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS

Gesperrt wegen Lebensgefahr - einer der betroffenen Seen.

HUGO BORGES/afp
  • In Yucatan wurden sechs künstliche Seen gesperrt – Nachweis einer „hirnfressenden Amöbe“.
  • Ein 34-jähriger Wasserskilehrer starb im September an Naegleria fowleri.
  • Die betroffenen Seen liegen in Luxusanlagen und Einkaufszentren mit Freizeitangeboten.
  • Fälle sind extrem selten, jedoch meist tödlich; in den USA gab es seit 1962 etwa 170 Fälle.
  • Die Amöbe dringt über die Nase ein; Cenoten werden künftig strenger überwacht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Keine Gegend in Mexiko ist bei Touristen so beliebt wie Yucatan. Pro Jahr besuchen alleine aus Deutschland rund 300 000 Menschen Mexiko, mehr als die Hälfte reist dabei auf die Halbinsel mit ihren sehenswerten Stränden. Doch nun herrscht Aufregung im karibischen Paradies. Behörden haben in dem Bundesstaat sechs Seen gesperrt, nachdem dort die sogenannte hirnfressende Amöbe nachgewiesen wurde.

Wasserskilehrer stirbt an den Folgen

Ein 34 Jahre alter Mann war im September an einer durch Naegleria fowleri verursachten Hirninfektion gestorben. Er hatte als Wasserskilehrer an einem künstlichen See gearbeitet, in dem der Erreger nachgewiesen wurde. Bei den gesperrten Gewässern handelt es sich den Angaben zufolge um künstliche Seen, die in Luxuswohnanlagen und Einkaufszentren zu Freizeitzwecken – etwa Wasserski, Kajakfahren oder Stand-up-Paddling – angelegt wurden. Es ist der erste nachgewiesene Todesfall durch die Amöbe in dem Bundesstaat.

Naegleria fowleri ist eine frei lebende Amöbe, also ein mikroskopisch kleiner, einzelliger Organismus, der keine feste Form hat und die Gestalt ändern kann. Weil sie eine gefährliche Infektion im Gehirn verursachen kann, wird sie als hirnfressende Amöbe bezeichnet. Solche Fälle sind zwar äußerst selten, dann aber fast immer tödlich.

Laut US-Seuchenkontrollbehörde gab es in den USA zwischen 1962 und 2024 etwa 170 bestätigte Fälle – nur vier davon haben überlebt. Die Amöben mögen es warm und sind vor allem in Süßgewässern oder Böden in den Subtropen oder Tropen verbreitet. Sie können aber prinzipiell auch in künstlich erwärmten Gewässern in Europa vorkommen. So gab es etwa 2025 einen Fall in einem Thermalbad in der Slowakei. Aus Deutschland ist laut Angaben der „Apotheken-Rundschau“ kein Fall bekannt.

Über die Nase ins Gehirn

Soweit bekannt, dringt die Amöbe ausschließlich über die Nase in den Körper ein. Von dort aus kann sie über den Riechnerv in das Gehirn gelangen. Wer Wasser mit der Amöbe trinkt, ist nach den bisherigen Erkenntnissen der Wissenschaft nicht gefährdet. In Yucatan zählen auch die als Cenoten bezeichneten, natürlichen Süßwasserbecken in Kalksteinlöchern zu den Attraktionen des Staats. Die Gesundheitsbehörden haben beschlossen, auch die Wasserqualität in diesen Becken strenger zu überwachen.