Tornado in Deutschland
: Video zeigt die Windhose

In Schleswig-Holstein beschädigte ein Tornado mehrere Gebäude. Ein Video zeigt, wie die Windhose über die Dächer fegt.
Von
Lukas Böhl
Glückstadt
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Möglicher Tornado reißt Dächer in Glückstadt ab: 27.07.2026, Schleswig-Holstein, Glückstadt: Provisorische Planen bedecken das durch ein Unwetter abgedeckte Dach eines Reihenhauses. Im Vordergrund liegen Teile einer zerstörten Gartenlaube und Dachziegel. Ein mutmaßlicher Tornado hat in und um Glückstadt in Schleswig-Holstein eine Schneise der Verwüstung geschlagen und nach ersten Schätzungen Schäden in sechs- bis siebenstelliger Höhe verursacht. Dächer wurden abgedeckt, Oberleitungen beschädigt und Gartenhäuser aus ihrer Verankerung gerissen, wie eine Sprecherin der Polizei sagte. (zu dpa: «Tornado beschädigt bis zu 50 Gebäude in Glückstadt») Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Möglicher Tornado reißt Dächer in Glückstadt ab: 27.07.2026, Schleswig-Holstein, Glückstadt: Provisorische Planen bedecken das durch ein Unwetter abgedeckte Dach eines Reihenhauses. Im Vordergrund liegen Teile einer zerstörten Gartenlaube und Dachziegel. Ein mutmaßlicher Tornado hat in und um Glückstadt in Schleswig-Holstein eine Schneise der Verwüstung geschlagen und nach ersten Schätzungen Schäden in sechs- bis siebenstelliger Höhe verursacht. Dächer wurden abgedeckt, Oberleitungen beschädigt und Gartenhäuser aus ihrer Verankerung gerissen, wie eine Sprecherin der Polizei sagte.

Marcus Brandt/dpa

Ein Tornado hat am Sonntagabend in Schleswig-Holstein eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. In den Kreisen Steinburg und Pinneberg wurden zahlreiche Gebäude beschädigt, Dächer abgedeckt und Fahrzeuge von herumfliegenden Gegenständen getroffen. Nach bisherigen Angaben wurde niemand verletzt. Das Video zeigt den Tornado:

Der Tornado trat am 26. Juli 2026 gegen 18.50 Uhr auf. Besonders betroffen waren Glückstadt, Engelbrechtsche Wildnis und Herzhorn im Kreis Steinburg.

Tornado zieht von der Elbe durch Glückstadt

Nach Angaben von Feuerwehr und Polizei zog der Tornado von der Elbe kommend durch Glückstadt. Zu den besonders betroffenen Bereichen gehörten die Reihenhaussiedlung am Bühler Weg sowie das Industriegebiet an der Straße „Der Keil“.

Dort wurde unter anderem das Flachdach einer Halle stark beschädigt. In der Reihenhaussiedlung deckte der Sturm mehrere Dächer ab. Durch die enorme Kraft des Windes und herumfliegende Trümmer gingen zudem Fensterscheiben zu Bruch.

Anschließend zog der Tornado weiter in Richtung Herzhorn. Die Schadensschneise war vergleichsweise schmal. Während innerhalb dieses Bereichs erhebliche Zerstörungen entstanden, blieben Gebäude nur wenige Meter daneben teilweise unbeschädigt.

Acht Häuser schwer beschädigt

Besonders schwere Schäden entstanden in der Siedlung im Herzhorner Rhin in Engelbrechtsche Wildnis zwischen Glückstadt und Herzhorn. Dort wurden acht Häuser schwer und vier weitere Gebäude leicht beschädigt.

Bei mehreren Häusern wurden Dachpfannen abgerissen. Zudem flogen Dachziegel, Garagenteile, Wellbleche und Teile von Gartenlauben durch die Luft. In einigen Straßen lagen auch am folgenden Tag noch zerstörte Bauteile und Trümmer übereinander.

Insgesamt geht die Polizei von 40 bis 50 beschädigten Gebäuden aus. Viele Schäden wurden nicht nur durch den Tornado selbst, sondern auch durch herumfliegende Gegenstände verursacht.

Anwohner berichten von ohrenbetäubendem Dröhnen

Betroffene schilderten ein plötzliches, extrem lautes Dröhnen. Innerhalb weniger Sekunden seien Dächer beschädigt, Scheiben zerstört und Gegenstände durch die Luft geschleudert worden.

Eine Anwohnerin aus Engelbrechtsche Wildnis berichtete, sie habe mit ihrer Familie beim Abendessen in der Küche gesessen, als eine weiße Wand auf das Fenster zugekommen sei. Kurz darauf sei die Scheibe mit einem lauten Knall zerborsten. Anschließend seien Gegenstände durch den Raum geflogen.

Für viele Menschen in der Region grenzt es angesichts der Zerstörungen an ein Wunder, dass niemand schwer verletzt wurde.

Container beschädigt mehrere Autos

Auch weiter südlich waren die Folgen des Unwetters zu spüren. In Groß Offenseth-Aspern im Kreis Pinneberg wurde ein etwa 40 Fuß langer Container vom Wind angehoben. Dabei wurden nach Angaben der Polizei drei bis vier Autos beschädigt.

In Wahlstedt im Kreis Segeberg sorgten die starken Regenfälle zudem für Überschwemmungen. In der Kieler Straße trat Wasser aus den Gullys auf die Fahrbahn. Die Straße musste am Sonntagabend zeitweise halbseitig gesperrt werden, war später aber wieder befahrbar.

Bahnverkehr nach Hamburg beeinträchtigt

Der Tornado verursachte auch Schäden an der Bahnstrecke zwischen Itzehoe und Elmshorn. Nach Angaben der Feuerwehr knickte ein Mast der Oberleitung um. Dabei wurde die Leitung beschädigt.

Reisende mussten deshalb auch am Montag mit Verspätungen und Einschränkungen rechnen. Die Strecke ist Teil einer wichtigen Bahnverbindung in Richtung Hamburg.

Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren

Am Tag nach dem Tornado liefen die Aufräumarbeiten in den betroffenen Orten weiter. Hausbesitzer, Nachbarn und Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks versuchten, beschädigte Dächer notdürftig zu sichern und Trümmer zu beseitigen.

In der Spitze waren nach Angaben der Feuerwehr Glückstadt rund 120 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Technischem Hilfswerk vor Ort. Einige Bewohner konnten ihre Häuser zunächst nicht wieder betreten.

Die Polizei schätzt den entstandenen Gesamtschaden auf einen Betrag im sechs- bis siebenstelligen Bereich.