Tote an der Ostsee
: Mann (78) aus Berlin stirbt bei Badeunfall in Dierhagen

In Dierhagen und in Ahlbeck auf der Insel Usedom an der Ostsee sind Menschen ums Leben gekommen. Immer wieder gibt es Badetote an den Küsten von MV. Die Gefahren beim Baden.
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dpa/tw
Ahlbeck
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Badetote an der Ostsee: ARCHIV - 20.07.2014, Mecklenburg-Vorpommern, Graal-Müritz: Im Ostseebad Graal-Müritz (Mecklenburg-Vorpommern) gehen am 21.07.2014 Badegäste ins Wasser. (zu dpa: «Wieder Kind an Buhnen vor Ertrinken gerettet») Foto: Bernd Wüstneck/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Badetote an der Ostsee: In Dierhagen und in Ahlbeck auf der Insel Usedom an der Ostsee sind erneut Urlauber ums Leben gekommen.

Bernd Wüstneck/dpa

Im Seebad Ahlbeck auf der Ostsee-Insel Usedom ist am Wochenende (25./26. August) eine leblose Frau aus Nordrhein-Westfalen aus dem Wasser geholt und zunächst wiederbelebt worden. Die 76 Jahre alte Frau sei mit einem Hubschrauber ins Uniklinikum nach Greifswald verlegt worden, teilte die Polizei mit. Dort starb sie jedoch wenig später.

Ebenfalls am Samstag war am Strand des Ostseebades Dierhagen im Landkreis Vorpommern-Rügen ein 78 Jahre alter Urlauber aus Berlin nur noch tot aus dem Wasser gezogen worden.

Immer wieder kommt es an der Ostsee zu tödlichen Badeunfällen. Erst am 12. August 2024 war eine Urlauberin aus Rheinland-Pfalz vor der Insel Usedom beim Schwimmen in der Ostsee ums Leben gekommen. Die 63-Jährige hatte am Strand von Heringsdorf offensichtlich die Strömung unterschätzt und sei entkräftet in Not geraten, teilte die Polizei mit. Die Wasserrettung holte die leblose Frau aus dem Wasser. Ein alarmierter Notarzt versuchte noch, sie 45 Minuten lang zu reanimieren - konnte die Schwimmerin aber nicht mehr retten.

Nur eine Woche zuvor, am 7. August 2024, war ein 83 Jahre alter Urlauber aus Sachsen-Anhalt auf der Insel Usedom beim Schwimmen in der Ostsee ums Leben gekommen. Der Mann sei zum Baden ins Wasser gegangen und habe einige Zeit später nur noch leblos aus dem Wasser gezogen werden können, teilte die Polizei mit. Trotz der Reanimationsversuche anwesender Badegäste und des alarmierten Notarztes habe dieser nur noch den Tod des Mannes feststellen können. Anzeichen einer Fremdeinwirkung lägen derzeit nicht vor. Aufgrund der unklaren Todesursache habe der Kriminaldauerdienst Anklam ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet.

Immer wieder Badetote an der Ostsee in MV

Auch im Juli 2024 gab es Badetote an der Ostsee: Bei Boltenhagen im Landkreis Nordwestmecklenburg bargen Rettungskräfte am 28. Juli den Leichnam eines 56 Jahre alten Mannes aus der Ostsee, nachdem Polizei und Rettungsdienst über mehrere Stunden nach dem Badegast gesucht hatten.

Am Strand von Markgrafenheide in Rostock wurde am Morgen des 29. Juli eine leblose Person entdeckt. Wie die Polizei, handelt es sich dabei um einen 45 Jahre alten Mann, der seit Sonntagabend vermisst worden war.

Der 45-Jährige war den Angaben zufolge in Markgrafenheide gemeinsam mit einem Freund beim Schwimmen in der Ostsee von der Strömung erfasst worden. Einer schaffte es zurück an den Strand, der andere wurde abgetrieben. Daraufhin sei eine Suche eingeleitet worden, an der auch die Wasserschutzpolizei, ein Polizeihubschrauber, mehrere Feuerwehren sowie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger beteiligt waren. Die Suche blieb erfolglos. Die genauen Todesumstände würden ermittelt, hieß es. Hinweise, die auf ein Fremdverschulden schließen lassen, gebe es bislang nicht.

Unterströmungen nicht erkennbar und gefährlich

Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) appellierte bereits im Juli an Einheimische und Touristen, sich nicht zu überschätzen, im Wasser achtsam zu sein und die Warnhinweise unbedingt zu beachten: „Die gefährlichen Unterströmungen sind für Laien nicht mit bloßem Auge erkennbar. Deshalb sollten ungeübte Schwimmer und Nichtschwimmer bei höheren Wellen nicht ins Wasser gehen. Und einem generellen Badeverbot, erkennbar an den roten Flaggen, sollte unbedingt Folge geleistet werden“, mahnte die Ministerin.