Vibrionen in der Ostsee aktuell: Karte zeigt, wo die Belastung mit Vibrionen besonders hoch ist

Vibrionen in der Ostsee: Wo kommen aktuell Vibrionen vor? Eine Karte liefert die Antwort.
Jens Büttner/dpaAn der mecklenburgischen Ostseeküste gab es einen Todesfall und mehrere Infektionen durch Vibrionen. Was sind Vibrionen? Wo kommen sie vor? Wie kann man sich schützen? Und wie ist die Belastung durch Vibrionen aktuell an der Ostsee? Hier gibt es alle Antworten.
Was sind Vibrionen?
Vibrionen sind natürlicherweise in Süß-, Brack- und Salzwasser vorkommende Bakterien. Mit sommerlicher Hitze steigt das Risiko für Vibrionen-Infektionen an Nord- und Ostsee. Bei Wassertemperaturen über 20 Grad können sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) Vibrionen in Oberflächengewässern stark vermehren.
Wo kommen Vibrionen vor?
Die Infektionsgefahr mit Vibrionen ist in flachen und küstennahen Bereichen am höchsten. An den flachen Stellen erwärmt sich das Wasser besonders schnell. Wenn es dazu viel Sonne und kaum Wind gibt, kann sich das aufgewärmte Wasser weniger mit dem kälteren durchmischen und es entstehen ideale Bedingungen für die Vibrionen.
Wie kann man sich vor Vibrionen schützen?
Menschen mit einer offenen oder schlecht heilenden Wunde sollten das Baden in über 20 Grad warmem Meer-Wasser vermeiden. Denn: Über offene Wunden können Vibrionen in den Körper gelangen und eine Infektion auslösen. Sie kann sich dem RKI zufolge schnell ausbreiten und zu einem Absterben von Gewebe führen.
Rechtzeitig erkannt, lässt sich eine Vibrionen-Infektion - auch bei Risikopatientinnen und -patienten - mit Antibiotika in den Griff bekommen. Wird sie nicht oder erst zu spät behandelt, kann allerdings eine Amputation der betroffenen Gliedmaßen notwendig sein.
Warnzeichen für eine Vibrionen-Infektion ist ein Schmerz in einer Wunde, der so stark ist, dass er in keinem Verhältnis zu ihrer Größe steht. Zudem können auch Fieber und Schüttelfrost auf eine Infektion hindeuten, wie das RKI schreibt. Wer diese Symptome bemerkt, sollte sie rasch ärztlich abklären lassen.
Karte zeigt Belastung durch Vibrionen aktuell
Auf einer Karte des Geo-Portals des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC), der europäischen Seuchenkontrollbehörde, kann die Belastung mit Vibrionen an den europäischen Küsten für die Vergangenheit und mit einer 5-tägigen Vorhersage betrachtet werden (auf Englisch). Hier finden Interessierte die Vibrionen-Karte.
(mit Material von dpa)
