Wal aktuell
: Wann und wo wird der Buckelwal freigelassen?

Ein seit Wochen in der Ostsee festsitzender Buckelwal wird derzeit in Richtung Nordsee transportiert. Wie geht es für den Wal weiter?
Von
David Hahn
Wismar
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Weitere Entwicklung zum Buckelwal in der Ostsee: 29.04.2026, Schleswig-Holstein, Fehmarn: Der Wal liegt am Mittwochmorgen in einem gefluteten Lastschiff kurz vor der dänischen Grenze (Aufnahme aus einem Flugzeug). Der aus einer flachen Bucht vor Wismar geborgene Buckelwal wird in Richtung Nordsee transportiert. Der Meeressäuger hatte zuvor vier Wochen in der Bucht der Insel Poel festgesteckt.
 (zu dpa: «Jubel und Zweifel – Wie geht’s weiter mit dem Wal?») Foto: Philip Dulian/dpa - ACHTUNG: Dieses Foto hat dpa bereits im Bildfunk gesendet +++ dpa-Bildfunk +++

Der Wal liegt am 29. April in einem gefluteten Lastschiff kurz vor der dänischen Grenze (Aufnahme aus einem Flugzeug). Der aus einer flachen Bucht vor Wismar geborgene Buckelwal wird in Richtung Nordsee transportiert. Der Meeressäuger hatte zuvor vier Wochen in der Bucht der Insel Poel festgesteckt.

Philip Dulian/dpa

Der schätzungsweise zwölf Tonnen schwere Meeressäuger hat nach vier Wochen in einem flachen Seitenarm der Wismarbucht seine Reise in Richtung Nordsee angetreten – lebend, samt Wasser an Bord eines Lastkahns, mit dem normalerweise Schiffe transportiert werden. Was ist aktuell dazu bekannt, wann und wo der Wal freigelassen wird?

Karte zeigt mögliche Route

Am Dienstag war der Wal vor Poel in den Frachtkahn dirigiert worden, mit dem er aufs offene Meer gebracht werden soll. Nach dem Kattegat soll das Schiff dann weiter nördlich das Skagerrak ansteuern, welches das Kattegat und damit die Ostsee mit der Nordsee verbindet.

Von seiner ursprünglichen Position bis zum südlichen Ende des Kattegats sind es rund 200 Kilometer und bis zum Skagerrak weitere etwa 250. Die folgende Karte zeigt eine mögliche Strecke, welche die Retter mit dem Wal zurückzulegen haben:

Karte Route Wal Ostsee

Diese Karte der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) zeigt eine mögliche Route für den Wal aus der Ostsee zurück in den natürlichen Lebensraum des Buckelwals.

AFP

Wal in der Ostsee: Wo befindet sich der Buckelwal aktuell?

Der Transport des vor der Insel Poel geborgenen Buckelwals kommt derweil weiter voran. Am Donnerstag war der von dem Schiff „Fortuna B“ gezogene Lastkahn mit dem Wal im Kattegat zwischen der dänischen Insel Jütland und der schwedischen Westküste unterwegs, wie aus Positionsdiensten zur Schiffsverfolgung hervorging. Das Skagerrak soll voraussichtlich am Samstag erreicht werden.

Wann und wo wird der Wal freigelassen?

Die hinter der privaten Rettungsinitiative stehende Unternehmerin Karin Walter-Mommert strebt nach eigenen Worten an, dass der Lastkahn mit dem Buckelwal weiter Richtung Norwegen und Atlantik gebracht wird - „dorthin, wo andere Wale in die Nähe kommen“. Genauere Angaben zum Zeitplan und ein exakter Ort der Freilassung sind noch unklar, beziehungsweise bisher nicht öffentlich bekannt.

Wal seit Anfang März an der Küste unterwegs

Bereits Anfang März war der Buckelwal nach Angaben der Behörden in Küstennähe aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar. In der Nacht zum 23. März strandete er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein. Dem Tier gelang es, das flache Wasser über eine ausgehobene Rinne zu verlassen. Danach nahm es aber nicht Kurs aufs offene Meer und Richtung Norden, sondern schwamm wieder Richtung Wismar.

Schließlich schwamm es in die Kirchsee genannte flache Bucht der Insel Poel. Dort strandete es erneut, schwamm sich zwischenzeitlich frei, lag aber weniger Stunden später am Ausgang der Bucht wieder fest.

Hintergrund: Buckelwal in der Ostsee

Die Ostsee ist, unter anderem wegen eines zu geringen Salzgehalts im Wasser, kein natürlicher Lebensraum für große Wale. Heimisch sind dort lediglich Schweinswale, deren Bestände jedoch als bedroht gelten. Buckelwale hingegen gehören zu den größten Meeressäugern und können bis zu 15 Meter lang und rund 35 Tonnen schwer werden. Immer wieder werden einzelne Tiere in der Ostsee gesichtet, ein möglicher Grund ist laut Experten auch eine gewachsene Population. Viele Tiere finden später wieder den Weg zurück in die Nordsee. Strandungen bleiben selten, stellen aber aufgrund des enormen Gewichts und der Stressanfälligkeit der Tiere eine große Herausforderung für Rettungsteams dar.

Wale geraten - wie der Poeler Buckelwal - häufig auch in Fischereinetze, wodurch sie ersticken, verhungern oder schwere Verletzungen erleiden können. Weltweit sterben nach WDC-Angaben jährlich rund 300.000 Wale und Delfine als unbeabsichtigter Beifang. Ihr Leiden und Sterben bleibt fast immer unbemerkt.

Mit Material der dpa und AFP