Wal in der Ostsee gestrandet
: Buckelwal Timmy schwimmt

Der vor Poel gestrandete Buckelwal Timmy liegt nicht mehr auf der Stelle: Aufnahmen im Netz zeigen, dass das Tier schwimmt und mehrfach die Richtung wechselt.
Von
dpa
Wismar
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Ein Arbeitsponton mit einem speziellen Bagger und kleinere Begleitboote sind in der Nähe des gestrandeten Buckelwals vor der Insel Poel im Einsatz. Für den bei Wismar gestrandeten Buckelwal wurde ein neuer Rettungsversuch gestartet. Umgesetzt werden soll das Konzept von einer privaten Initiative.

Stefan Sauer/dpa
  • Vor Poel schwimmt der zuvor gestrandete Buckelwal Timmy und ändert mehrfach die Richtung.
  • Eine private Initiative startet einen neuen Rettungsversuch, Boote stehen in Kirchdorf bereit.
  • Plan B: DLRG-Boote wollen den Wal bei eigener Befreiung bis Nordsee und Atlantik leiten.
  • Financier Walter Gunz zweifelt, ob sich der Wal noch führen lässt – er wirke völlig frei.
  • Der etwa 12,35 Meter lange Wal steckte seit dem 31. März in der Wismarbucht fest.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Buckelwal, der seit knapp drei Wochen vor der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns festsaß, wird aktuell von Booten begleitet. Die Boote seien unterwegs, sagte die leitende Tierärztin der privaten Initiative, Janine Bahr-van Gemmert, der Nachrichtenagentur dpa. Der Wal war am frühen Morgen bei steigenden Wasserständen und starkem Wind losgeschwommen. Dies war auf Livestreams im Internet zu erkennen. Er wechselte immer wieder die Richtung. Von den Booten aus wurde zunächst vergeblich versucht, ihn gezielt in Richtung offene Ostsee zu lenken.

Der Meeressäuger hatte seit dem 31. März in der Wismarbucht vor der Insel Poel festgelegen.

Die leitende Tierärztin der privaten Initiative, Janine Bahr-van Gemmert, sagte der Nachrichtenagentur dpa, man sei auf dem Weg zum Hafen. Boote stünden parat.

Die Vertreter der Rettungsinitiative auf Poel sahen sich zuletzt auf sehr gutem Weg und im Zeitplan. Der Wal habe am Sonntagmorgen „tolle Reaktionen“ und viel Lebensenergie gezeigt. Sie schlossen am Sonntag nicht aus, dass sich der rund zwölf Meter lange Meeressäuger aus eigener Kraft freischwimme. In diesem Fall greife „Plan B“. „Das heißt, die DLRG-Boote sind auf Stand-by, dass für den Fall, dass er losschwimmt, wir ihn dann guiden können. Und es ist sichergestellt, dass wir ihn dann auch bis in die Nordsee und dann über die Nordsee in den Atlantik leiten können“, sagte Rechtsanwältin Constanze von der Meden von der privaten Rettungsinitiative.

Nach Kenntnis von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltministerium  ist der Wal bislang ohne Sender. Nach letztem Stand von Sonntag sollte dieser erst noch angebracht werden, sagte eine Ministeriumssprecherin. Dazu sollte noch die Art des Geräts, des Klebers und die Stelle am Wal geklärt werden, auch wegen der Hautprobleme des Wals.

Der gestrandeten Wal vor der Ostseeinsel Poel stößt eine Luft-Wasser-Fontäne aus. Der Rücken des Wals ist mit Tüchern abgedeckt.

Bernd Wüstneck/dpa

Ein Finanzier der Aktion, der Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz, zeigte sich pessimistischer. Der Wal registriere vollumfänglich, dass er völlig frei sei. Daher sei die Frage, „ob sich dieser Wal noch geleiten lässt“.

Seit 20 Tagen in der Wismarbucht

Bislang geplant war, dass unter den Wal eine zwischen Pontons - also schwimmenden Plattformen - befestigte Plane geführt wird. Damit soll er aus dem flachen Bereich geborgen und später Richtung Nordsee gebracht werden. Die Pontons sollen dazu von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden. Die Netzplane, auf der das Tier zwischen Pontons in die Nordsee und in den Atlantik transportiert werden soll, war nach Behördenangaben bereits im Wasser.

Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch. Der geschwächte Wal liegt bereits seit 20 Tagen in der Wismarbucht vor der Insel Poel. 

Der Buckelwal vor der Insel Poel schlägt am Morgen mit seiner Schwanzflosse.

Jens Büttner/dpa

Zwischen dem Hafen in Kirchdorf und dem vor der Insel Poel liegenden Wal waren zuletzt DLRG-Boote unterwegs, die auch zur Sicherung des Einsatzpersonals vor Ort waren. 

Wal seit Anfang März an Ostseeküste unterwegs

Seit Anfang März war der Wal den Angaben zufolge immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar, später in der Lübecker Bucht und an der Küste bei Steinbeck (Kreis Nordwestmecklenburg). Das Tier hatte sich demnach wiederholt in Netzen verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit. Mehrfach lag der Wal fest.