Wal Ostsee aktuell
: Livestream zeigt neuen Rettungsversuch

Seit bereits zwei Wochen liegt ein geschwächter Buckelwal in der Ostsee vor Wismar. Aktuell wurde ein neuer Rettungsversuch gestartet. Hier kann man die Entwicklungen live mitverfolgen.
Von
David Hahn
Wismar
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Rettungsaktion für den Buckelwal: 16.04.2026, Mecklenburg-Vorpommern, Poel: Der Buckelwal liegt am Morgen vor der Insel Poel. Für den bei Wismar gestrandeten Buckelwal soll der neue Rettungsversuch heute beginnen. Umgesetzt werden soll das Konzept von einer privaten Initiative. Foto: Philip Dulian/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Buckelwal liegt am Morgen vor der Insel Poel. Für den bei Wismar gestrandeten Buckelwal wurde ein neuer Rettungsversuch gestartet. Umgesetzt wird das Konzept von einer privaten Initiative.

Philip Dulian/dpa

Ein neuer Rettungsversuch für den bereits seit dem 31. März in flachem Wasser vor Wismar liegenden Buckelwal wurde gestartet. Hier kann man ihn im Livestream mitverfolgen.

Wal in der Ostsee aktuell: Livestream zeigt Rettung heute live

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat einen neuen privaten Rettungsversuch für den vor der Insel Poel bei Wismar festliegenden Buckelwal erlaubt. Die zuständigen Behörden hätten ein von einer Initiative um die Unternehmer Karin Walter-Mommert und Walter Gunz vorgelegtes Konzept geprüft und abgesegnet, sagte Backhaus am Mittwoch in Schwerin. Den Initiatoren ist bewusst, dass der Eingriff mit erheblichen Risiken verbunden ist und im schlimmsten Fall tödlich enden könnte. Ohne Maßnahmen bestehe jedoch keine Überlebenschance, so ihre Einschätzung. Die Verantwortung für die Aktion liegt vollständig bei der privaten Initiative, auch finanziell wurde das Umweltministerium von allen Verpflichtungen freigestellt.

Neuer Rettungsversuch: Zeitplan und Ablauf - Was ist geplant?

Der neue Rettungsversuch für den gestrandeten Buckelwal vor der Ostsee-Insel Poel sollte bereits gestern mit Vorbereitungen starten. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte in Schwerin, die private Rettungsinitiative plane zunächst, Taucher ins Wasser zu schicken, die Kontakt zu dem Tier aufnehmen und es beruhigen sollen. „Tierwohlstützende und leidlindernde Maßnahmen“ seien demnach vorgesehen. Der Tauchgang sollte demnach gestern um 17.30 Uhr beendet sein.

Dabei sollte auch der Untergrund untersucht werden. Geplant ist laut Backhaus, am Donnerstag Luftkissen unter das Tier zu bringen und es schonend anzuheben. Dazu soll Schlick unter ihm weggespült werden. Der Wal solle dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und transportiert werden. Gehe alles gut, könne der Transport aus der Region am Freitag beginnen, sagte Backhaus. Ein Schlepper soll die beiden Pontons bis in die Nordsee und den Atlantik ziehen, um den Wal dort freizulassen.

Wie geht es dem Buckelwal?

Der vor Wismar gestrandete Buckelwal hat eine weitere Nacht überlebt, befindet sich jedoch weiterhin in einem kritischen Zustand. Nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus atmet das Tier zwar regelmäßig, reagiert jedoch sensibel auf äußere Störungen.

Der Zustand des Wals hat sich allerdings zunehmend verschlechtert. Schon vor Tagen wurde eine veränderte Atmung festgestellt, inzwischen sprechen Fachleute von einer deutlichen Verschlechterung des Gesundheitszustands. Experten gehen davon aus, dass sich Wasser in der Lunge des Wals sammelt, was auf schwere Organschäden hindeutet. Experten gingen bisher davon aus,  dass der Buckelwal im flachen Wasser vor Wismar voraussichtlich sterben wird.

Warum wurde bisher keine weitere Rettung unternommen?

Die letzten aktiven Rettungsversuche wurden zuletzt am 1. April eingestellt. Ein erneuter Versuch am vergangenen Wochenende, den Wal mithilfe abgespielter Walgesänge zur Selbstbefreiung zu bewegen, blieb erfolglos. Nach zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen erklärten Experten letzte Woche, dass weder eine Lebendbergung möglich sei noch das Tier sich aus eigener Kraft befreien könne.

Nach Einschätzung von Experten war bisher jeder weitere Rettungsversuch mit mehr Qual für das Tier verbunden, bei sehr geringen Aussichten auf Erfolg. Im vor einigen Tagen veröffentlichten Gutachten zum Zustand des rund zwölf Meter langen Wals hieß es, dass nach den vier Strandungen bei Niendorf, Wismar und vor Poel mit einer erneuten gerechnet werden müsse. Die wiederholten Strandungen würden auf ein ernsthaftes Gesundheitsproblem hinweisen.

Aktuell liegt der Buckelwal in etwa 1,50 Meter Wassertiefe vor Poel. Bis zum südlichen Ende des Kattegats sind es rund 200 Kilometer und bis zum Skagerrak weitere etwa 250. Erst dann wäre das Tier wieder in den Tiefen der Nordsee und könnte weiter ins offene Meer schwimmen. „Transportmöglichkeiten für einen Wal dieser Größe existieren nicht“, hieß es im Gutachten. Zudem wäre schon ein Anheben mit Schlaufen mit extremem Stress und wahrscheinlich großflächigem Abreißen der schwer geschädigten Haut verbunden. Das Tierschutzgesetz verbiete zusätzliches Leid ohne vernünftige Erfolgsaussichten. Bislang hatten Experten deshalb erklärt, dem Buckelwal könne nicht sinnvoll geholfen werden, und es sei das Beste, ihn in Ruhe und Würde sterben zu lassen.

Mit Material der dpa und AFP