Waldbrände in der Türkei
: Eindringlicher Appell macht drastische Lage deutlich

Die Waldbrände rund um Izmir, Ildir und Çeşme bewegen die Türkei. Jetzt meldet sich ein bekannter Moderator mit eindringen Worten: „Çeşme brennt – und mit ihm unser Innerstes.“
Von
Nicole Züge
Berlin/Izmir
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Brände in der Türkei: 03.07.2025, Türkei, Cesme: Ein Feuer wütet in einem Waldgebiet in Cesme in der Nähe von Izmir. Foto: Cengiz Malgir/DIA Photo/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Waldbrände in der Türkei sind weiterhin nicht unter Kontrolle. Die Touristenhochburgen Ildir, Cesme und Izmir sind betroffen.

Cengiz Malgir/DIA Photo/AP/dpa

Die Waldbrände an der türkischen Ägäis, die sich seit Mittwoch dieser Woche auch in Touristenhochburgen ausbreiten, halten das Land weiter in Atem. Jetzt meldet sich ein bekannter türkischer Moderator in einer Kolumne der Tageszeitung Hürriyet zu Wort – mit einem eindringlichen Appell, der auch auf das jüngst verabschiedete Klimagesetz abzielt.

Waldbrände in der Türkei: „Çeşme brennt – und mit ihm unser Innerstes“

In einer Kolumne mit der Überschrift „Ah Çeşme ah“, erschienen am 4. Juli 2025 in der türkischen Zeitung Hürriyet, beschreibt Journalist Ahmet Hakan eindrücklich die dramatische Lage in der westtürkischen Küstenstadt Çeşme, die aktuell von einem verheerenden Waldbrand heimgesucht wird. Das Feuer breitet sich durch starken Wind rasch aus, bedroht Wohngebiete und hat bereits zur Evakuierung ganzer Viertel geführt. Auch zentrale Verkehrsverbindungen wie Autobahnen und Mautstellen mussten gesperrt werden.

Ahmet Hakan kritisiert in seinem Beitrag nicht nur das unzureichende Krisenmanagement, sondern fordert auch eine grundlegend neue Auseinandersetzung mit der Klimapolitik. Aus seiner Sicht sollte der Umgang mit Naturkatastrophen wie diesen zu einer nationalen Priorität werden. Er appelliert an Verantwortliche, endlich Notfallpläne zu entwickeln und konkrete Maßnahmen zur Prävention umzusetzen.

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Erstes Klimagesetz der Türkei

Besonders deutlich wendet er sich gegen die Verbreitung von Falschinformationen rund um das kürzlich verabschiedete Klimagesetz, welches das erste seiner Art in der Türkei ist. Der Kolumnist und Moderator hält wenig von populistischen Behauptungen, wonach das Gesetz etwa zu Verboten in der Landwirtschaft oder zur Durchsetzung künstlicher Fleischprodukte führen würde. Vielmehr plädiert er dafür, die Klimakrise als das zu behandeln, was sie ist: eine reale Bedrohung, die konsequentes Handeln verlangt und alle angeht.

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Derweil kämpfen die Menschen an der türkischen Ägäis weiter gegen die Brandherde, die sich mittlerweile weiter in Richtung Küste gearbeitet haben. Unterschiedliche Karten wie diese hier zeigen, wie schnell die Feuer sich seit Mittwoch vorwärts, Richtung wichtiger und beliebter Urlaubsorte am Meer, bewegt haben.

Nahe Çeşme wurden am Donnerstag (3. Juli 2025) drei weitere Ortschaften evakuiert. Mittlerweile haben die Feuer zwei Todeopfer gefordert. Medienberichten zufolge handelt es sich bei den Opfern um einen bettlägrigen, älteren Mann sowie einem Waldarbeiter, der bei der Bekämpfung der Flammen ums Leben kam.

Lage in Çeşme weiter angespannt

Çeşme ist einer der bekanntesten Ferienorte der Türkei und liegt rund 85 Kilometer westlich von Izmir. Besonders der Ortsteil Alaçatı zieht mit seinem historischen Ortskern, Boutiquehotels und Surfangeboten ein besonderes Publikum an. In den Sommermonaten gilt Çeşme als Treffpunkt der türkischen High Society und ist ein bedeutender Standort für den inländischen Tourismus. Auch internationales Publikum zog der Ort in den letzten Jahren immer mehr an.