Waldbrände in Südfrankreich
: Neue Feuer bei Bordeaux - Karte zeigt die aktuelle Lage in Frankreich

In Südfrankreich kämpfen Tausende Einsatzkräfte weiter gegen starke Waldbrände. Wie ist die Lage rund um Bordeaux aktuell?
Von
Daniel Steiger
Bordeaux
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Waldbrände in Frankreich: 28.07.2026, Frankreich, Ares: Feuerwehrleute versuchen während der Waldbrände im Südwesten Frankreichs einen Brand in der Nähe von Ares einzudämmen. Foto: Baz Ratner/Pool AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Waldbrände in Frankreich aktuell: Feuerwehrleute versuchen hier, einen Brand in der Nähe von Ares einzudämmen.

Baz Ratner/Pool AP/dpa

Ungünstige Winde und Temperaturen bis 40 Grad erschweren die Löscharbeiten der Waldbrände in Südfrankreich. Wie ist die Lage aktuell?

Waldbrände in Südfrankreich - Wie ist die aktuelle Lage? Mit Karte

Die Feuerwehr setzt ihren Kampf gegen wiederaufflammende Brände in der Region bei Bordeaux an der französischen Atlantikküste auch in der Nacht fort. Mit Start einer neuen Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad fürchten die Einsatzkräfte, dass große Trockenheit und Wind den zwischenzeitlich eingedämmten Brand wieder unkontrolliert auflodern lassen. Der Wetterdienst Météo France warnte vor einem Anstieg des Waldbrandrisikos.

Am Dienstag hatte es tagsüber bereits 14 Neuausbrüche der Brände in der Region gegeben, wie die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, am Abend sagte. Zum Wiederaufflammen der Brände kam es bei Wind und steigenden Temperaturen in Bereichen, in denen das Feuer in den vergangenen Tagen bereits gewütet hatte. „Der Brand ist stabilisiert, aber nicht unter Kontrolle und dehnt sich nicht weiter aus“, sagte die regionale Verwaltungschefin.

Eine Nasa-Karte zeigt die aktuellen Waldbrände in Südfrankreich und die Lage vor Ort.

Waldbrand bei Bordeaux: Auch in der Nacht lodern die Flammen

Immer wieder wurden auch bis in die Nacht hinein aus verschiedenen Orten neu aufflammende Brände gemeldet, die vor dem dunklen Himmel bedrohlich in den Himmel loderten. Dazwischen war der Lichtschein der Scheinwerfer der Feuerwehrkräfte zu sehen.

Dichter Dunst lag in den betroffenen Gebieten in der Luft, es roch verbrannt. Meterweit gibt es nur verbrannten Waldboden, Sand und Asche, dazwischen Bäume mit angesengten Stämmen und vertrockneten Blättern. Die Auswirkungen der Brände auf Pflanzen und Tierwelt sind dramatisch. Ein verirrtes Reh suchte in der apokalyptischen Landschaft seinen Weg.

Tausende Einsatzkräfte führen verzweifelten Kampf gegen die Flammen

Weiterhin seien 2750 Feuerwehrleute, 23 Löschflugzeuge und über 1400 Polizeikräfte im Einsatz, sagte die Präfektin. 110 Feuerwehrleute wurden demnach inzwischen im Einsatz verletzt. In der Gluthitze rennen die Wehrleute beim Wiederaufflammen der Brände in den Wald und schießen Wassermassen auf Flammen. Mit erschöpften Gesichtern blicken viele von ihnen auf die mit der Windrichtung drehenden Rauchschwaden der neuen Feuer. Teils wird es dunkel wie in der Nacht.

Den Kampf um die Wohnhäuser der Menschen haben die Einsatzkräfte nicht überall gewonnen. Manche Häuser konnten sie vor den Flammen retten, andere wurden komplett zerstört, wie sich bei einer Fahrt durch die niedergebrannte Landschaft zeigte. Dächer sind durch das Feuer eingebrochen, Fensterscheiben geborsten, Hecken und einst wohl schicke Vorgärten komplett verkohlt.

Nach gelöschten Bränden: Einige Evakuierte dürfen zurück

Dennoch habe sie eine positive Nachricht, sagte die Präfektin. Die Bewohner von drei vorsorglich evakuierten Ortschaften, die von den Flammen bislang verschont wurden, dürfen zurück in ihre Häuser - unter zwei Bedingungen. Sie müssen ihr Handy anlassen und mobilisiert bleiben für eine mögliche erneute Evakuierung.

Und auch ihren Aufruf an Touristen vom Sonntag, am besten gar nicht in die Region zu reisen, relativierte die Präfektin. Im von den Bränden verschonten Norden des Departements Gironde sei Urlaub problemlos möglich. Im Süden müssten Touristen jedoch die Brandgebiete selbst meiden und sich auf eine mögliche Evakuierung gefasst machen.