Warnmeldungen bei Ätna-Ausbruch
: Diese Handyeinstellung kann Leben retten

Der Ätna auf Sizilien ist ausgebrochen. Reisende werden in solchen Fällen über ein Warnsystem informiert, müssen aber eventuell vorab aktiv werden.
Von
Nicole Züge
Berlin/Rom
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Asche steigt aus dem südöstlichen Krater des Vulkans Ätna auf. Der Vulkan Ätna auf der italienischen Insel Sizilien spuckt erneut Lava und Asche. Die Aschewolke habe am Montagmittag, 21.02.22022. eine Höhe von ungefähr zehn Kilometern erreicht, teilte das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) in Catania mit. +++ dpa-Bildfunk +++

Asche steigt aus dem südöstlichen Krater des Vulkans Ätna auf. Aktuell ist der Ätna auf Sizilien erneut ausgebrochen. Eine Einstellung im Mobiltelefon kann im Ernstfall Leben retten. (Archivbild)

XinHua/dpa

Sizilien ist ein beliebtes Reiseziel, zeitgleich befindet sich auf der Insel im Mittelmeer einer der aktivsten Vulkane Europas, der Ätna. Der zeigt im übrigen derzeit wieder, was im wahrsten Sinne des Wortes in ihm steckt. Am 2. Juni brach der Vulkan aus und schleuderte eine kilometerhohe Asche- und Rauchwolke in den Himmel.

Obwohl der Ausbruch gegen Abend zum Stillstand kam, zeigen die Ereignisse, wie schnell sich die Lage an einem aktiven Vulkan zuspitzen kann. Die Behörden reagierten umgehend mit einem abgestuften Alarmsystem – und mahnen zur Vorsicht. Reisende sollten vor dem Urlaub unbedingt eine Einstellung auf dem Mobiltelefon prüfen, die im Ernstfall Leben retten kann.

Italiens mehrstufiges Warnsystem bei Vulkanausbrüchen

Bereits kurz nach Beginn der Aktivität wurde die höchste Alarmstufe Rot ausgerufen – eine direkte Warnung an Fluggesellschaften und den Luftverkehr. Im Tagesverlauf wurde der Status auf Orange und später auf Gelb zurückgestuft. Die Rauchwolke erreichte laut dem italienischen Vulkanforschungsinstitut INGV eine Höhe von bis zu 6,5 Kilometern. Der Flughafen von Catania blieb dennoch geöffnet, da der Ascheregen nachließ.

Cell Broadcast: So werden Reisende direkt informiert

Für akute Gefahrensituationen setzt Italien auf das Warnsystem IT-alert. Das System basiert auf dem internationalen „Common Alerting Protocol (CAP)“ und ist somit mit anderen europäischen Warnsystemen kompatibel. Es ergänzt bestehende lokale Informationskanäle, ersetzt sie aber nicht – Ziel ist eine möglichst flächendeckende Kommunikation im Katastrophenfall, selbst bei überlasteten Netzen oder eingeschränkter Verbindung.

Jede Person mit einem eingeschalteten Handy, das im Mobilfunknetz eingebucht ist, kann eine solche Nachricht empfangen, vorausgesetzt, die Notfallbenachrichtigungen sind eingeschaltet. Das sollte vor der Abreise noch einmal überprüft werden. Hier sind die Einstellungen zu finden:

  • iPhone: Über die Einstellungen lassen sich im Unterpunkt „Mitteilungen“ ganz unten die „Testwarnungen“ aktivieren.
  • Android: In den Einstellungen zum Punkt „Sicherheit und Notfälle“ navigieren. Dort können die „Katastrophenwarnungen“ angeschaltet werden.

Aktuell ist das System bereits für verschiedene Notfallszenarien aktiv, darunter vulkanische Aktivitäten in Risikozonen wie Vesuv, Stromboli, Vulcano und den phlegräischen Feldern bei Neapel. Der Ätna zählt noch nicht zu den erfassten Gebieten – eine Ausweitung wird jedoch geprüft. Auch bei Brüchen großer Staudämme, nuklearen Unfällen und weiteren Störfällen, warnen die italienischen Behörden alle Menschen mit empfangsbereiten Mobiltelefonen in einer betroffenen Region.

Nach Ätna-Ausbruch: Zivilschutz ruft zur Vorsicht auf

Der sizilianische Zivilschutzchef Salvo Cocina warnte nach dem Ausbruch eindringlich davor, sich dem Ätna zu nähern. Videos in sozialen Netzwerken zeigten Touristen, die offenbar fluchtartig einen Hang des Vulkans verließen. Zwar bestehe aktuell keine direkte Gefahr für umliegende Orte, dennoch beobachten die Behörden die Situation weiterhin „mit extremer Vorsicht“.

Was Italien-Reisende jetzt beachten sollten

Urlauberinnen und Urlauber, die sich aktuell in Sizilien aufhalten oder eine Reise in die Region planen, sollten sich bei Ankunft über die lokalen Fluchtwege und Notfallpläne informieren, rät Sebastian Manstetten, Reisesicherheits-Analyst beim deutschen Krisenfrühwarn-Anbieter A3M Global Monitoring, der auch große Veranstalter wie TUI oder Dertour mit tagesaktuellen Sicherheitsdaten beliefert. „Die Katastrophenschutzbehörden vor Ort sind sich der Gefahren bewusst und haben Handlungspläne, die sie im Ernstfall umsetzen können.“ so Manstetten weiter. Für Pauschalreisende gilt zudem: Oft verfügen die Reiseveranstalter ebenfalls über solche Notfallpläne, möglicherweise sind die dann sogar mit den lokalen Behörden koordiniert.

Experten raten außerdem dazu, im Fall eines erneuten Ausbruchs auf erhöhte Aktivität – etwa in Form von Rauch, Erschütterungen oder ungewöhnlichen Geräuschen – zu achten und sich nicht in der Nähe aktiver Krater aufzuhalten.

Dynamische Lage: Weitere Ausbrüche nicht ausgeschlossen

Wie der Vulkanologe Marco Viccaro erklärte, ist die aktuelle Aktivität des Ätna Teil eines lang anhaltenden Prozesses. Vergleichbare Eruptionen könnten sich über Wochen oder gar Monate entwickeln. Für Reisende heißt das: Auch wenn derzeit Entwarnung gegeben wurde, ist ein gewisses Maß an Wachsamkeit in der Region weiterhin geboten.