Gießen verboten: Brandenburger Liste zeigt, wo bereits Wasser rationiert wird

Die Dürre in Brandenburg hat auch Auswirkungen auf private Gärten. In welchen Brandenburger Landkreisen die Wasserentnahme bereits verboten ist, lesen Sie hier. (Symbolbild)
Patrick Pleul/dpaDie Trockenheit hat Deutschland fest im Griff und das hat auch drastische Folgen für Garten- und Grundstückseigentümer. Mehr und mehr Städte und Regionen in Deutschland schränken aktuell ein, wie viel Wasser aus Flüssen, Seen oder Brunnen entnommen werden darf. Oft darf auch tagsüber nicht gegossen werden.
Auch in Brandenburg gibt es bereits aktive Wasserentnahme-Verbote. Welche Landkreise bereits auf die Trockenheit reagiert haben und was Betroffene des Bewässerungsverbotes beachten müssen.
In diesen Brandenburger Landkreisen gelten Einschränkungen beim Bewässern
Brandenburgs Böden sind zu trocken, der Grundwasser spiegel konnte sich nach den Dürrejahren 2018 bis 2022 nicht erholen. Eine Karte des Landes Brandenburg zeigt, dass nahezu alle Fließgewässer im Land zu wenig Wasser haben.
Die ersten Landkreise haben darum bereits im Juni begonnen, die Nutzung von Oberflächen- und Grundwasser einzuschränken. Teilweise handelt es sich um zeitliche Begrenzungen, in einigen Landkreisen ist aber beispielsweise die Entnahme von Wasser aus Flüssen oder Seen bereits vollumfänglich verboten.
Diese Brandenburger Landkreise sind derzeit betroffen:
- Brandenburg an der Havel
- Landkreis Havelland
- Stadt Cottbus
- Landkreis Spree-Neiße
- Landkreis Elbe-Elster
- Landkreis Oberspreewald-Lausitz
- Landkreis Dahme-Spreewald
- Landkreis Märkisch-Oderland
- Landkreis Barnim
- Landkreis Potsdam-Mittelmark
Die Stadt Potsdam sowie der Landkreis Ostprignitz-Ruppin bereiten Medienberichten zufolge derzeit entsprechende Verbote vor.
Was bedeuten die Bewässerungsverbote konkret?
Die Verbote sind vor allem Einschränkungen bei der Entnahme von Grund- und Oberflächenwasser, beispielsweise aus privaten Brunnen oder angrenzenden Gewässern. So gelten in Brandenburg an der Havel beispielsweise Bewässerungsverbote mit Grundwasser privater Grundstücke zwischen 8 und 18 Uhr. Wer ein Wassergrundstück hat, darf kein Wasser mehr zur privaten Bewässerung abpumpen. Die Wasserentnahme von Anliegern aus Seen oder Fließgewässern ist gänzlich verboten. In Potsdam-Mittelmark gilt ein privates Bewässerungsverbot tagsüber sogar zwischen 8 und 20 Uhr. Beim Märkischen Abwasser- und Wasserzweckverband steht die Trinkwasserampel derzeit auf „Rot“. Der Verband bittet darum, die Entnahme von Wasser zur Bewässerung von Gärten oder zum Befüllen von Pools möglichst ganz einzustellen.
Woher weiß ich, wann ich meinen Garten wässern darf?
Wer seinen Garten bewässern möchte, muss selbst aktiv werden und sich informieren. Oft genügt ein Blick auf Website des, für die eigene Region zuständigen, Wasserverbands.
Sparsam Bewässern: Diese Tipps helfen, im Garten Wasser zu sparen
- Frühmorgens oder spätabends gießen – nie in der prallen Sonne!
- Wasser direkt am Wurzelballen ausbringen, nicht über die Blätter. Am effektivsten ist die Tröpfchenbewässerung. Alternativ können Brauseaufsätze ein zu schnelles oder nicht gleichmäßiges Versickern des Wassers verhindern.
- Regenwasser sammeln und bei Trockenheit nutzen. Dafür neue Tonnen oder Zisternen jetzt installieren.
- Nur so viel Wasser geben, wie die Pflanze braucht. Erst Wichtiges gießen, dann den Rest.
- Selten, aber durchdringend wässern – 1 bis 2 Mal pro Woche reicht, wenn eine ausreichende Mulchschicht den Boden bedeckt und die Pflanzen daran gewöhnt sind.
Mulchschicht hilft aktiv, Wasser zu sparen
Wer den eigenen Garten noch nicht klimagerecht umgestaltet hat, sollte jetzt damit beginnen. Eine der wichtigsten und effektivsten Maßnahmen (neben der Auswahl hitzeresistenter Pflanzen), ist das Mulchen. „Es verhindert, dass Wasser ungenutzt verdunstet“, erklärt Gärtnermeister Frank Schroeder. Bereits seit den 1980er-Jahren wird diese Methode angewendet. Dabei wird der Boden mit organischem (Rinde, Laub, Holzhäcksel oder Miscanthus) oder mineralischem Material (Kies oder Splitt) mehrere Zentimeter dick bedeckt.
Die Vorteile: weniger Gießen, gesünderes Pflanzenwachstum, weniger Unkraut und kein Auflockern des Bodens nötig. Laut Staudengärtnermeister Till Hoffmann verbessert Mulchen das Mikroklima im Beet nachhaltig.
Dürre-Monitor: extreme Trockenheit vor allem im Osten
Im Dürre-Monitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung ist auf einer animierten Karte zu sehen, wie sich in den vergangenen zwei Wochen trotz der gelegentlichen Unwetter die Karte rötlicher einfärbt. Insbesondere im Osten Deutschlands wird die Karte immer rötlicher. Je dunkler der Rotton auf der Karte, desto trockener die Bodenschichten.
