Wehrdienst Gehalt
: Erhöhung geplant - Wie viel verdient man bei der Bundeswehr?

Das Gehalt für Wehrdienstleistende soll in Zukunft steigen. Wie viel ist als Verdienst laut den aktuellen Plänen vorgesehen?
Von
David Hahn
Berlin
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Medientag zur Basisausbildung bei der Bundeswehr: PRODUKTION - 13.11.2025, Nordrhein-Westfalen, Ahlen: Rekruten bei der Gefechtsausbildung im Rahmen eines Medientages zur Basisausbildung bei der Bundeswehr im Aufklärungsbataillon 7. Politiker von Union und SPD haben sich für den neuen Wehrdienst auf eine flächendeckende Musterung geeinigt. (zu dpa: «Bundestag entscheidet: So soll der neue Wehrdienst starten») Foto: Federico Gambarini/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Nächstes Jahr sind für den Wehrdienst bei der Bundeswehr Neuerungen geplant. Auch das Gehalt soll steigen.

Federico Gambarini/dpa

Der Bundestag hat das umstrittene Rentengesetz beschlossen. Wenn der Bundesrat am 19. Dezember ebenfalls zustimmt, kann das Gesetz am 1. Januar 2026 in Kraft treten. Wie viel verdient man, wenn man am Wehrdienst teilnimmt?

Neuer Wehrdienst bei der Bundeswehr: Musterung verpflichtend

Ab 2026 soll in Deutschland ein neues Wehrdienstmodell starten, das auf einer verpflichtenden Erfassung junger Männer basiert: Alle 18-Jährigen sollen per Post einen Zugang zu einem Online-Fragebogen, in dem persönliche Daten, Verfügbarkeit, Bildungsabschluss und Qualifikationen sowie Motivation und Eignung für den Dienst abgefragt werden. Die Musterung beginnt mit jenen, die ab dem 1. Januar 2008 geboren wurden. Für Männer ist die Beantwortung verpflichtend, für Frauen bleibt sie freiwillig, da eine Wehrpflicht für Frauen nach geltender Rechtslage nur mit einer Grundgesetzänderung möglich wäre. Der Wehrdienst soll mindestens sechs Monate dauern. Darüber hinaus können die Betroffenen selbst entscheiden, wie lange sie Wehrdienst leisten möchten.

Einführung der Wehrpflicht möglich

Das Modell setzt zunächst auf Freiwilligkeit beim eigentlichen Wehrdienst, sieht aber zugleich eine nächste Stufe vor: Finden sich unter den Gemusterten nicht genug wehrtaugliche Freiwillige, könnte der Bundestag mit einfacher Mehrheit die seit 2011 ausgesetzte Wehrpflicht reaktivieren.

Gehalt: Wie viel verdient man während dem Wehrdienst?

Wer den freiwilligen Wehrdienst leistet, soll künftig deutlich mehr Geld bekommen: Statt bisher meist 1.800 bis 2.200 Euro im Monat ist laut WDR vorgesehen, die Bezahlung ab Januar 2026 an die Besoldung von Zeitsoldaten anzugleichen. Damit läge der Einstiegs-Sold für Rekrutinnen und Rekruten bei rund 2.700 Euro brutto, mit späteren Steigerungen über Erfahrungsstufen und Beförderungen. Die Nachrichtenagentur AFP gibt als zukünftiges Gehalt rund 2600 Euro Brutto an. Netto kommt dabei oft spürbar mehr an als in vergleichbaren zivilen Jobs, weil Soldatinnen und Soldaten keine Beiträge zur Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung zahlen und im Wesentlichen nur Lohnsteuer abgezogen wird. Bei einem Sold von 2.706,99 Euro würden einer ledigen Person ohne Kinder netto etwa 2.360 Euro übrig bleiben. In einem vergleichbaren sozialversicherungspflichtigen Angestelltenverhältnis wären es dagegen nur rund 1.880 Euro netto.

Ergänzend zu dem Grundgehalt sind Zulagen möglich, etwa für Familien mit Kindern oder für Dienste nachts und an Sonn- und Feiertagen. Zusätzlich plant der Gesetzgeber einen Führerschein-Zuschuss von bis zu 3.500 Euro für alle, die sich mindestens ein Jahr verpflichten und den Führerschein zeitnah rund um die Dienstzeit machen. Soldaten können darüber hinaus in Uniform bundesweit kostenlos mit der Bahn fahren.