Wird der Reformationstag abgeschafft?
: CDU-Politikerin fordert Aus für den Feiertag

Droht das Ende des Reformationstags? Gitta Connemann, CDU-Politikerin, stellt den Feiertag infrage. Mit ihrer Forderung sorgt sie für enorme Diskussionen.
Von
Doreen Matschuk
Berlin
Jetzt in der App anhören
Osnabrücker Bischof ruft zum Reformationstag zu Frieden auf: ILLUSTRATION - 24.10.2018, Niedersachsen, Göttingen: Eine Frau schreibt "Reformationstag" neben die Zahl 31 auf einen Kalender. 2017 war der 31. Oktober einmalig bundesweit ein Feiertag. Niedersachsen und Bremen haben den Tag danach dauerhaft als Feiertag eingeführt. (zu dpa: «Osnabrücker Bischof ruft zum Reformationstag zu Frieden auf») Foto: Swen Pförtner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

CDU-Politikerin Connemann stellt arbeitsfrei am 31. Oktober infrage: Wird der Reformationstag abgeschafft? (Symbolbild)

Swen Pförtner/dpa

Millionen Deutsche genießen am 31. Oktober, dem Reformationstag, einen freien Tag – doch das könnte bald vorbei sein. Eine CDU-Politikerin fordert nun das Aus für diesen Feiertag. Was steckt hinter ihrer provokanten Forderung?

Warum soll der Reformationstag abgeschafft werden?

Die Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), Gitta Connemann, hinterfragt die Berechtigung des Reformationstags als gesetzlichen Feiertag. Die evangelische Bundestagsabgeordnete äußerte sich im Podcast Table.Briefings kritisch zur aktuellen Praxis: „Wenn wir dem wieder Leben einflößen würden, dann wäre es ja wunderbar. Solange das nicht so ist, finde ich, sollten nicht kirchliche Feiertage dafür herhalten, sich einen freien Tag zu machen.“

9 Bundesländer haben am 31. Oktober Feiertag

Der Reformationstag am 31. Oktober ist gesetzlicher Feiertag in 9 Bundesländern, und zwar in Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Damit haben Arbeitnehmer in über der Hälfte aller Bundesländer am 31. Oktober frei.

Leere Kirchen trotz religiösem Anlass

Die Christdemokratin aus Ostfriesland beobachtet jedes Jahr, wie leer die Kirchen am Reformationstag bleiben. Für sie ist das ein Zeichen, dass der Feiertag seine Bedeutung für viele verloren hat. Vor dem Hintergrund der angespannten Wirtschaftslage stellt sie infrage, ob sich Deutschland diesen freien Tag überhaupt noch leisten kann.

Historischer Hintergrund des protestantischen Gedenktags

Der Reformationstag würdigt die Entstehung der evangelischen Kirche vor rund 500 Jahren. Martin Luther verbreitete ab dem 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen kirchliche Missstände, die eine christliche Erneuerungsbewegung auslösten.

Internationale Diskussion über Feiertage

Auch europäische Nachbarstaaten debattieren regelmäßig die Streichung von Feiertagen aus wirtschaftlichen Gründen. Frankreich führt entsprechende Diskussionen, Dänemark schaffte 2023 bereits einen Feiertag ab. Der tatsächliche wirtschaftliche Nutzen solcher Maßnahmen bleibt allerdings umstritten. Bleibt also abzuwarten, wie die Debatte um den 31. Oktober weitergeht.