Zecken in Brandenburg
: Diese Fakten über die kleinen Blutsauger stimmen wirklich!

Die Zecken in Brandenburg sind wieder unterwegs. Es gibt unzählige Mythen über sie, die trotzdem geglaubt werden. Wir zeigen, welche Aussagen über Zecken wirklich stimmen.
Von
Doreen Matschuk
Potsdam
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Gemeiner Holzbock: ARCHIV - 20.02.2024, Baden-Württemberg, Stuttgart: Ein Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus) ist unter einem Mikroskop in einem Labor der Parasitologie der Universität Hohenheim zu sehen.

Zecken stechen Menschen und Tiere, um ihr Blut zu saugen. (zu dpa: «19 Todesfälle wegen Zecken») Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Mythen über Zecken: Es gibt unzählige Fakten und Irrtümer über sie. Wir zeigen, welche Aussagen über Zecken wirklich stimmen. Foto: Gemeiner Holzbock

Marijan Murat/dpa

Zecken krabbeln schon seit Beginn des Jahres wieder in Brandenburg umher und freuen sich auf neue Opfer. Hier befinden wir uns sowohl in einer Region, wo Borreliose als auch FSME Erkrankungen keine Seltenheit mehr sind. Somit ist es gut zu wissen, worauf man bei Zecken achten sollte und welche Aussagen wirklich stimmen. Wir klären auf, welche Mythen wirklich wahr sind.

Mythen über Zecken, die wirklich stimmen

Rund um das Thema Zecken kursieren viele Mythen. Einige davon sind schlichtweg falsch! Doch es gibt auch viele Behauptungen, die tatsächlich stimmen oder zumindest zum Teil der Wahrheit entsprechen. Wer sich in der Natur aufhält oder Hund und Katz zu Hause hat, sollte diese Fakten kennen. Denn richtiges Wissen schützt vor Infektionen wie Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Hier erfahren Sie, welche Zecken-Mythen wahr sind:

Mythos 1: Zecken bevorzugen feuchte und warme Bedingungen

Das ist korrekt! Zecken sind auf eine hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen, da sie sonst austrocknen. Aus diesem Grund sind sie vor allem bei warmem und feuchtem Wetter besonders aktiv – zum Beispiel im Frühling und Herbst oder nach einem Regenschauer. Besonders morgens oder abends, wenn das Gras noch feucht ist, sind Zecken am aktivsten.

Mythos 2: Schnelles Entfernen senkt das Infektionsrisiko

Dieser Mythos trifft teilweise zu – aber das hängt von der jeweiligen Krankheit ab. Im Fall von Borreliose ist es tatsächlich so, dass die Erreger im Darm der Zecke sitzen und erst nach mehreren Stunden in die Einstichstelle gelangen. Entfernt man die Zecke frühzeitig, sinkt das Risiko einer Infektion deutlich!

Die Borreliose-Fälle im Landkreis Barnim steigen rasant an. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Anders sieht es bei FSME aus: Diese Viren befinden sich bereits im Speichel der Zecke und werden meist direkt beim Stich übertragen. Dennoch gilt, dass eine schnelle Entfernung grundsätzlich sinnvoll ist.

Mythos 3: Zecken lieben dünnhäutige und geschützte Körperstellen

Auch das entspricht der Realität. Zecken bevorzugen warme, gut durchblutete und feuchte Körperstellen. Dazu gehören zum Beispiel die Kniekehlen, Achselhöhlen, der Genitalbereich, die Leistengegend, der Haaransatz oder der Bereich hinter den Ohren. Diese Stellen sollten nach einem Aufenthalt in der Natur besonders sorgfältig kontrolliert werden.

Mythos 4: Zecken stechen nicht sofort zu

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Zecken sofort nach dem Kontakt zustechen. Das stimmt so nicht. Zecken krabbeln oft noch Minuten oder sogar Stunden auf dem Körper umher, bevor sie eine geeignete Stelle für den Stich finden. Wer sich nach einem Spaziergang in Wiesen oder Wäldern gründlich absucht, hat gute Chancen, die Zecke zu entdecken, bevor sie zusticht.

Mythos 5: Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen

Dieser Mythos ist völlig berechtigt. Zeckenstiche sind potenzielle Übertragungswege für schwere Infektionskrankheiten. In Deutschland gehören dazu vor allem Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Auch seltenere Krankheiten wie Anaplasmose oder Babesiose können durch einen Zeckenstich übertragen werden. Nicht jede Zecke ist infiziert – doch das Risiko besteht vor allem in bekannten FSME-Risikogebieten.

Hier finden Sie die aktuelle Karte zu Risikogebieten in Deutschland

Darum ist es wichtig, Zecken-Mythen zu hinterfragen

Viele Menschen unterschätzen die Gefahren, die von Zecken ausgehen – oder glauben an falsche Schutzmaßnahmen. Umso wichtiger ist es, fundierte Informationen zu verbreiten. Die genannten Zecken-Mythen gehören zu den wenigen, die tatsächlich zutreffen. Wer sie kennt, kann sich und andere besser vor Zeckenstichen und möglichen Infektionen schützen.

Tipps zum Zeckenschutz

  • Trage helle, geschlossene Kleidung in hohen Gräsern oder im Unterholz.
  • Verwende Zeckenschutzmittel auf Haut und Kleidung.
  • Untersuche nach jedem Aufenthalt im Freien deinen Körper gründlich auf Zecken.
  • Entferne Zecken schnellstmöglich mit einer Zeckenkarte oder Pinzette – ohne sie zu quetschen.
  • In FSME-Risikogebieten empfiehlt sich eine Schutzimpfung.