Zusammenstoß auf Mallorca: Der tragische Geburtstagsflug: Münchener sterben bei Heli-Crash
Doch die vorläufig beste Erklärung für den Unfall dürfte der Präsident des Luftfahrtclubs von Binissalem, Biel Gomila, gegeben haben: „Sie haben sehr großes Pech gehabt“, sagte er der Mallorquiner Zeitung „Última Hora“. „Am wahrscheinlichsten ist, dass sie sich nicht gesehen haben – was sehr seltsam ist.“ Aber manchmal geschehen Dinge, die sehr selten geschehen, eben doch. Mit tragischen Konsequenzen. Am Sonntag sind bei einer dieser unwahrscheinlichen Tragödien auf Mallorca sieben Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen die vier Mitglieder einer bekannten bayerischen Unternehmerfamilie.
Über diese Familie wird in der Mallorquiner Presse ausführlich berichtet: August Inselkammer, der in Holzkirchen bei München neben einer Brauerei die Firma Isartaler Holzhaus betreibt, seine Ehefrau und ihre beiden Kinder, ein Junge (11) und ein Mädchen (9). Sehr beliebt sei diese Familie auf der Insel gewesen, auf der sie seit Jahren ihren Urlaub verbrachte.
Für diesen Sonntag, der so tragisch enden sollte, hatte sich die Familie etwas Besonderes vorgenommen. Um den 43. Geburtstag des Vaters zu feiern, wollten sie im Hubschrauber über die Insel fliegen, um danach gemeinsam mit Freunden im Golfclub der Gemeinde Andratx im Südwesten Mallorcas zu Abend zu essen. Gegen Mittag flogen vom Flugplatz Son Bonet bei Palma zwei Hubschrauber nach Manacor im Südosten der Insel, um dort die Inselkammers und die befreundete Familie abzuholen.
Einer der beiden Hubschrauber erwies sich allerdings als zu klein für eine ganze Familie, weswegen sich die Freunde im Auto auf den Weg ins 80 Kilometer entfernte Andratx machten. Die Inselkammers aber bestiegen den anderen Hubschrauber, der von einem erfahrenen italienischen Piloten gesteuert wurde. Er nahm Kurs gen Nordwesten, die Familie sollte Mallorca einmal von oben erleben. Um kurz nach 13.30 Uhr stieß er bei Inca in der Inselmitte, mit einem Leichtflugzeug zusammen.
Anwohner, die das Unglück miterlebten, erzählten der Zeitung „El País“, dass Hubschrauber und Flugzeug beinahe frontal aufeinander zugeflogen seien. Nach diesen Berichten berührten sich ein Rotorblatt des Hubschraubers und ein Flügel des Flugzeugs, beide kamen ins Trudeln und gerieten in Brand. Keiner der Insassen überlebte.
Am Boden kam glücklicherweise niemand zu Schaden, obwohl die Absturzstelle in der Nähe von Wohnhäusern lag. Von dort kamen die ersten Menschen mit Wasserschläuchen, um die Flammen zu löschen. Für die Opfer allerdings konnte niemand mehr etwas tun. Neben den Inselkammers starben der italienische Helikopterpilot und zwei Spanier, die in dem Ultraleichtflugzeug unterwegs waren. Das Leichtflugzeug war nur wenige Minuten vor dem Unglück vom Flugplatz Binissalem gestartet, keine zehn Kilometer vom Ort des Zusammenstoßes entfernt. Auch hier saß ein erfahrener Pilot im Cockpit, begleitet von einem Freund.
Die Regionalpräsidentin der Balearen, Francina Armengol, ordnete drei Tage offizielle Trauer für die Urlaubsinseln an.
Beide Maschinen fliegen auf Sicht
Weder der Hubschrauber, in dem die Familie saß, noch das Ultraleichtflugzeug mit den beiden Spaniern an Bord standen mit einem Tower in Verbindung. Wie der Sekretär des Spanischen Vereins der Leichtflugzeugpiloten (AEPAL), Antonio Pinedo, erklärte, ist es die Hauptaufgabe der Piloten, "das Sichtfeld zu kontrollieren". ⇥mad

