Diplomatischer Eklat
: USA verlassen Sitzung des UN-Sicherheitsrats bei Redebeitrag Frankreichs

Im UN-Sicherheitsrat ist es zum Eklat zwischen Frankreich und den USA gekommen. Washington verließ die Sitzung nach einem Vergleich mit Nordkorea und der Kritik an seiner UN-Politik.
Von
red/afp
New York
United Nations Security Council Meets To Discuss Israel's Strikes On Iran: NEW YORK, NEW YORK - JUNE 13: Jérôme Bonnafont, Permanent Representative of France to the UN, speaks during a UN Security Council meeting on threats to international peace and security at the United Nations Headquarters on June 13, 2025 in New York City. Iran called for an emergency UN Security Council meeting to try and hold Israel accountable for its attack across Iran, which targeted nuclear facilities and killed senior nuclear scientists, top government officials, Iran’s highest-ranking military officer, and the head of the Islamic Revolutionary Guard Corps. The Israeli airstrikes killed at least 86 people and injured over 300. Iran has begun its retaliation by firing ballistic missiles and drones at Israel.   Michael M. Santiago/Getty Images/AFP (Photo by Michael M. Santiago / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)

Nach einem Wortbeitrag des französischen UN-Botschafters Jérome Bonnafont verließen die US-Vertreter aus Protest die Sitzung des UN-Sicherheitsrats (Archivfoto).

MICHAEL M. SANTIAGO/AFP
  • Eklat im UN-Sicherheitsrat: US-Vertreter verließen bei Frankreichs Wortbeitrag den Saal.
  • Auslöser war ein Vergleich Frankreichs, der die USA mit Nordkorea auf eine Stufe stellte.
  • Hintergrund ist die Abstimmung zur Verlängerung des Mandats von Volker Türk in der UN-Generalversammlung.
  • Die USA stimmten dagegen und standen mit Nordkorea, Nicaragua, Mali und Russland in einer Gruppe.
  • US-Diplomat Dan Negrea nannte Frankreichs Kritik „verlogene Effekthascherei“ – Thema war auch Ukraine.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im UN-Sicherheitsrat ist es zu einem diplomatischen Eklat zwischen Frankreich und den USA gekommen. Die US-Vertreter verließen am Montag in einem höchst ungewöhnlichen Schritt die Sitzung des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen, als Frankreichs UN-Botschafter Jérome Bonnafont das Wort ergriff. Französische UN-Vertreter hatten zuvor die USA mit dem autoritär regierten Nordkorea verglichen und damit in Washington Empörung ausgelöst.

Der Vergleich war bereits am Freitag geäußert worden, als die UN-Generalversammlung über eine vierjährige Verlängerung des Mandats von UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk abstimmte. Als eines von zehn Ländern, darunter Nordkorea, Nicaragua und Russland, sprachen sich die USA gegen die Verlängerung von Türks Amtszeit aus.

„Die USA waren einst ein Leuchtturm der Menschenrechte. Das sind sie nicht mehr“, schrieb daraufhin die französische UN-Vertretung in Genf. „Heute stehen sie isoliert an der Seite von Nordkorea, Nicaragua, Mali und Russland. Und die Welt hört ihnen nicht mehr zu.“

Washington reagiert empört auf Frankreichs Kritik

Der US-Diplomat Dan Negrea kritisierte am Montag diese französischen Äußerungen als „verlogene Effekthascherei“. „Es gibt ein Mitglied dieses Rates, das moralische Empörung heuchelt und so tut, als könne es uns alle zu jedem Thema belehren“, sagte Negrea offenbar in Bezug auf Frankreich.

Diese „Belehrungen“ erfolgten „sogar zu Themen, die nichts mit internationalem Frieden und Sicherheit zu tun haben, wie etwa den Menschenrechten“, sagte Negrea. Deshalb hätten die USA während des Wortbeitrags Frankreichs die Sitzung des UN-Sicherheitsrats verlassen.

Frankreich und die USA sind ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats. Beide verfügen über ein Veto-Recht. Bei der Sitzung am Montag ging es um den Krieg in der Ukraine.