Epstein-Skandal
: Demokraten fordern Ermittlungen zu Trumps Epstein-Verbindungen

Der Skandal rund um den Sexualstraftäter Epstein hat Trumps Regierung schon mehrfach unter Druck gesetzt. Kurz vor den Midterms rücken Demokraten das Thema und Trumps Rolle nun wieder in den Fokus.
Von
dpa
Washington
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US-Präsident Trump: US-Präsident Donald Trump geht auf dem South Lawn des Weißen Hauses auf die Reporter zu, bevor er an Bord von „Marine One“ steigt. (zu dpa: «Demokraten fordern Ermittler zu Trumps Epstein-Verbindungen»)

Der Epstein-Skandal holt US-Präsident Trump immer wieder ein.

Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
  • Demokraten fordern einen Sonderermittler zu Trumps Verbindungen mit Jeffrey Epstein.
  • Ein Bericht behauptet, Trump sei „Mitte bis Ende der 1990er Jahre“ in Missbrauch verwickelt gewesen.
  • Trump kannte Epstein, bestritt aber Kenntnis und Beteiligung an dessen Taten.
  • Veröffentlichung fällt in die Endphase des Wahlkampfs – Midterms gelten als Referendum.
  • Appell an den Kongress: Kontrolle nutzen, da Regierung wohl keinen Sonderermittler einsetzt.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Einige Demokraten im US-Repräsentantenhaus fordern die Einsetzung eines unabhängigen Sonderermittlers, um Verbindungen von US-Präsident Donald Trump zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu untersuchen.

In einem neuen Bericht von Mitarbeitern der Demokraten im Justizausschuss der Parlamentskammer heißt es, immer mehr Beweise legten dar, dass Trump „Mitte bis Ende der 1990er Jahre aktiv an Jeffrey Epsteins sexuellem Missbrauch junger Frauen beteiligt war“. Trump kannte den gestorbenen Sexualstraftäter einst gut. Er bestritt aber sowohl jegliche Verwicklung in die kriminellen Machenschaften als auch von Epsteins Taten gewusst zu haben.

Die Veröffentlichung des Berichts fällt in die Endphase des Wahlkampfs in den USA. In gut einer Woche wählen die Amerikanerinnen und Amerikaner ihr Parlament. Trump selbst steht nicht auf dem Stimmzettel, die Zwischenwahlen gelten allerdings immer auch als Referendum über die Politik des Präsidenten. 

Trump-Epstein-Protest in der Nähe des Weißen Hauses: Diese Aufforderung an US-Präsident Trump wird als Projektion an eine Hausfassade am Hauptsitz der US-Handelskammer geleuchtet.  (zu dpa: «Demokraten fordern Ermittler zu Trumps Epstein-Verbindungen»)

Erst auf erheblichen Druck aus der Öffentlichkeit und des Parlaments wurden einige Akten veröffentlicht.

Andrew Leyden/ZUMA Press Wire/dpa

Der Umgang mit der Epstein-Affäre hatte Trump in seiner zweiten Amtszeit viel Kritik eingebracht. Der Republikaner hatte noch in seinem Präsidentschaftswahlkampf die Freigabe der Akten zu dem Fall versprochen, wehrte sich nach Amtsantritt aber lange dagegen. Erst auf erheblichen Druck aus der Öffentlichkeit und des Parlaments wurden schließlich einige Akten veröffentlicht. Auch danach riss die Kritik allerdings nicht ab. Kritiker bemängelten etwa, die geschwärzten Stellen in den Akten schützten nicht nur Opfer, sondern auch mutmaßliche Mittäter.

Der Epstein-Skandal

Epstein, ein steinreicher Finanzier aus New York, hatte vor Jahrzehnten einen Missbrauchsring betrieben, dem junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Über mehrere Jahre hinweg soll er Minderjährige etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben.

Sein Fall war vor vielen Jahren einmal vor Gericht verhandelt worden, den Ausgang empfanden Opfer und Kritiker Epsteins allerdings als ungenügend. Der Millionär hatte sich damals zu einzelnen Punkten der Anklage schuldig bekannt. Später wurde der Fall dann nochmals aufgerollt. Epstein starb 2019 in seiner Gefängniszelle, bevor es zu einer weiteren Verurteilung hätte kommen können.

Der Finanzier hatte beste Kontakte in die High Society der USA und vieler anderer Länder. Immer wieder kam daher auch die Frage auf, welche Promis in seine Machenschaften verwickelt gewesen sein könnte. Auch Trumps Name geriet dabei mehrfach in den Fokus. 

Appell an den Kongress

In dem nun von Demokraten veröffentlichten Bericht werden die Chancen als gering eingeschätzt, dass die aktuelle US-Regierung tatsächlich einen unabhängigen Sonderermittler einsetzen wird, der auch die Rolle Trumps in den Blick nimmt. Vor dem Hintergrund wird an den US-Kongress appelliert, seine Gesetzgebungs- und Kontrollbefugnisse weiterhin zu Aufarbeitung des Falls zu nutzen. 

Aktuell halten die Republikaner noch in beiden Parlamentskammern knappe Mehrheiten. Sollte sich das durch die Kongresswahlen ändern, hätten Demokraten künftig die Macht, Untersuchungen gegen Trump und seine Politik einzuleiten. Diesen Hebel könnten sie auch für weitere Nachforschungen im Epstein-Skandal nutzen.