Korea-Konflikt
: Nordkorea verlegt fast eine Million Minen an Grenze zu Südkorea

Seit 2024 lässt Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un die Grenze zum Süden massiv befestigen. Erst im September wurden südkoreanische Soldaten durch eine nordkoreanische Mine verwundet.
Von
dpa
Seoul
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Ein nordkoreanischer Militärposten (oben) und ein südkoreanischer Posten (unten) sind nahe der Grenze zu Nordkorea zu sehen.

Ahn Young-joon/AP/dpa
  • Nordkorea verlegte seit 2024 laut Seoul rund 960.000 Minen entlang der Grenze.
  • Insgesamt liegen in der DMZ etwa zwei Millionen Minen, teils auch aus Südkorea.
  • Kim Jong Un ließ zudem Straßen- und Bahnverbindungen sprengen und Zäune errichten.
  • Am 21. September verletzte eine nordkoreanische Mine drei südkoreanische Soldaten.
  • Kim erklärte Ende 2023 Südkorea zum „Hauptfeind“ – Bezüge zur Wiedervereinigung gestrichen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Nordkorea hat nach Schätzungen des südkoreanischen Militärs seit 2024 entlang der Grenze rund 960.000 Landminen verlegt. Das berichtete Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf mehrere Abgeordnete der Nationalversammlung in Seoul. 

Demnach sollen insgesamt rund zwei Millionen Landminen in der sogenannten Demilitarisierten Zone (DMZ) liegen, darunter auch Minen des südkoreanischen Militärs. Die Hälfte aller Landminen kam demnach erst innerhalb der letzten zwei Jahre hinzu. Die DMZ ist ein rund vier Kilometer breiter Grenzstreifen zwischen Nord- und Südkorea, der die zwei Staaten seit dem Ende des Koreakriegs (1950-53) trennt.

Nordkoreas baut Grenzbefestigungen seit zwei Jahren aus

Seit Frühjahr 2024 befestigt Nordkorea seine Grenze gegenüber dem Süden massiv. So ließ Machthaber Kim Jong Un sämtliche historische Straßen- und Zugverbindungen sprengen und verlegte neben Landminen auch Barrieren und zusätzliche Stacheldrahtzäune. 

Kim Jong Un ordnete die Verlegung der Landminen an (Archivbild).

Uncredited/KCNA/KNS/dpa

Der Ausbau der Grenzanlagen hat auch die Gefahr von Zwischenfällen erhöht: Am 21. September wurden drei südkoreanische Soldaten durch die Explosion einer nordkoreanischen Landmine teils schwer verletzt. Nordkoreas Staatsführung wies die Verantwortung für den Vorfall zurück. 

Hintergrund der Grenzbefestigung ist die von Kim vollzogene Abkehr vom Streben nach einer Wiedervereinigung der beiden koreanischen Staaten. Zuvor hatte es sich die Regierung in Pjöngjang seit Staatsgründung 1948 zum Ziel erklärt, auf eine Vereinigung mit dem Süden hinzuarbeiten. Erstmals rückte Kim Ende 2023 von diesem Ziel ab, als er Südkorea damals zum „Hauptfeind“ erklärte. Mittlerweile hat Nordkorea auch sämtliche Bezüge zu einer Wiedervereinigung mit Südkorea aus der Verfassung des Landes gestrichen.

Seit dem Koreakrieg ist die koreanische Halbinsel geteilt in einen kommunistischen Norden und einen demokratischen Süden. Der Krieg endete zwar mit einem Waffenstillstand, doch bis heute haben beide Staaten keinen Friedensvertrag unterzeichnet.