Medizin: Millionen Röntgenbilder frei zugänglich im Netz

Hochsensible medizinische Daten, unter anderem von Patienten aus Deutschland und den USA, waren monatelang frei einsehbar im Internet verfügbar.
PixabayIn Deutschland seien mehr als 13.000 Datensätze von Patienten betroffen. Der größte Teil entfalle auf Patienten aus dem Raum Ingolstadt und Kempen.
Datenschützer schlagen Alarm. „Wenn selbst bei so sensiblen Daten wie Röntgenaufnahmen oder Mammografien grundlegende Maßnahmen der Datensicherheit missachtet werden“, zeigt das für Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), dass Datenschutz „noch immer nicht den Stellenwert einnimmt, den er verdient“. Der Skandal sei ein Schlag gegen die nötige Digitalisierung, sagte er. Es seien „einfachste Sicherheitsmaßnahmen wie ein Zugriffsschutz durch Nutzername und Passwort oder Verschlüsselung nicht umgesetzt worden“. Allerdings lägen dem BSI keine Informationen vor, „dass die Patientendaten tatsächlich in krimineller Absicht abgeflossen sind“.
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beklagte, dass zu viele das Thema noch „zu sehr auf die leichte Schulter“ nähmen. „Wir müssen noch stärker alle im Gesundheitswesen dafür sensibilisieren, wie wichtig Datensicherheit ist.“ Dies gelte für jede Arztpraxis, jede Apotheke, jedes Krankenhaus.
Der GKV–Spitzenverband als Dachorganisation aller 109 gesetzlichen Krankenkassen forderte die Landesaufsichten auf, „schnell für Klarheit und Abhilfe zu sorgen“, so Sprecher Florian Lanz.
Laut BR waren 16 Millionen Datensätze aus 50 Ländern offen im Netz, weil die Server, auf denen die Unterlagen, etwa Brustkrebsscreenings, Wirbelsäulenbilder oder Röntgenaufnahmen eines Brustkorbs, lagerten, ungeschützt waren. Die Bilder seien mit vielen Informationen versehen: Geburtsdatum, Name und behandelnder Arzt.
