Naturschutz
: Nach Großbrand fordern Grüne massiven Umbau der Wälder

Öko-Partei sieht den Klimawandel als Grund für die Häufung der Waldbrände und fordert einen Wechsel zu mehr Mischwald.
Von
Michael Gabel
Berlin
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Die Freiwillige Feuerwehr Alt Jabel (Mecklenburg- Vorpommern) mit Fahrzeug von 1984.

Bodo Marks/dpa

Der Wechsel „von Monokultur-Nadelwäldern hin zu naturnahen Mischwäldern“ müsse entschlossener angegangen werden, sagt der waldpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Harald Ebner, dieser Zeitung. Solche Wälder seien „weniger brandgefährdet und außerdem ökologisch viel vorteilhafter“ als etwa Kiefern-Plantagen.

Zuvor hatte sich Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) für ein Aufforstungsprogramm „mit mehreren Millionen Bäumen“ ausgesprochen. Ein solches Programm könne aus dem Energie- und Klimafonds finanziert werden, den die Bundesregierung zur Finanzierung der Energiewende eingerichtet hat.

Den Grund für die Häufung der Waldbrände in letzter Zeit sieht der Grünen-Politiker Ebner in der Klimakrise. „Sie stellt den Waldschutz vor neue Herausforderungen“, betont er. Benötigt würden „ausreichend Spezialisten und eine gute Ausrüstung“. Zudem sei es wichtig, die Bekämpfung großer Waldbrände bundesweit zu koordinieren.

Auch der Waldbrandexperte Johann Goldammer von der Universität Freiburg wünscht sich, dass der Bund sich künftig stärker engagiert. „Wir sehen in der Bedrohung eine Herausforderung, die wir nicht den Gemeinden, Kreisen und Bundesländern überlassen sollten“, sagt der Leiter des „Global Fire Monitoring Center“ in der ARD-Sendung „Report Mainz“.

Wehren schlecht vorbereitet

Die meisten Feuerwehren seien nicht gut genug ausgestattet, um auf die steigenden Anforderungen zu reagieren. So verfügten nur wenige über geländegängige Fahrzeuge. Außerdem fehle es an leichter Schutzkleidung, in der die Helfer längere Einsätze durchhalten. Weiterer Kritikpunkt des Fachmanns, der auch schon die Vereinten Nationen beriet: Viele Feuerwehrleute seien nicht gut genug geschult, um Waldbrände zu bekämpfen – weil das Thema an Feuerwehrschulen „nur marginal behandelt“ werde.

Beim großen Brand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Lübtheen (Mecklenburg-Vorpommern) hat sich die Lage weiter entspannt. Am Wochenende durften die Einwohner des letzten evakuierten Ortes wieder nach Hause. Nach Angaben der Einsatzleitung wurde der größte Waldbrand in der Geschichte des Bundeslandes auf ein Areal von 560 Hektar eingedämmt. Zwischenzeitlich hatten 1200 Hektar in Flammen gestanden.

In den vergangenen Wochen war es vor allem im Nordosten Deutschlands immer wieder zu größeren Waldbränden gekommen. Grund war die lang anhaltende Trockenheit.