Rumänien
: Niculescu wird Premier – Regierungskrise beendet

Ein Parteiloser wurde nach Monaten ohne handlungsfähiges Kabinett vom Parlament gebilligt. Im Hintergrund ziehen populistische Sozialdemokraten die Fäden.
Von
red/dpa
Bukarest
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ROMANIA-POLITICS-GOVERNMENT: Romania's prime minister-designate Luca Niculescu is seen at the Romanian Parliament in Bucharest during a plenary session on October 20, 2026. The 55-year-old diplomat and former ambassador is attempting to form a hybrid administration composed of the centre-left Social Democratic Party (PSD) and independent technocrats. The vote aims to end a damaging five-month political deadlock that has frozen key economic decisions and strained investor confidence in the EU and NATO member state.

Niculescu is the fourth candidate to try and form a government since a pro-European coalition government collapsed in May, sparking uncertainty. (Photo by Daniel MIHAILESCU / AFP)

Rumäniens neuer Premier Luca Niculescu gilt als verlässlicher Bürokrat und Pro-Europäer.

DANIEL MIHAILESCU/afp
  • Rumäniens Parlament bestätigte den parteilosen Luca Niculescu als Premier.
  • Er erhielt 280 Stimmen – nötig waren 233. Die Regierung gilt als pro-europäisch.
  • Niculescu betonte Sicherheitsrisiken und verwies auf den Krieg an Rumäniens Grenze.
  • Die Regierungskrise begann nach dem Austritt der PSD aus der Koalition im April.
  • Er schlug ein Kabinett mit PSD-Ministern und Technokraten vor; zuvor war er Diplomat.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Nach Monaten des politischen Stillstands hat das rumänische Parlament die pro-europäische Regierung des parteilosen Diplomaten Luca Niculescu gebilligt. Der 55‑Jährige erhielt bei der Abstimmung in Bukarest am Dienstag 280 Stimmen, das waren deutlich mehr als die benötigten 233 Stimmen. Niculescu war Anfang des Monats von Präsident Nicusor Dan für das Amt Amt des Regierungschefs nominiert worden, nachdem das Parlament zuvor zwei andere Kandidaten abgelehnt und ein weiterer Kandidat seine Bewerbung zurückgezogen hatte.

„Rumänien braucht eine Regierung mit voller Handlungsfähigkeit“, sagte Niculescu am Dienstag im Parlament. „Wir leben in einer zunehmend unsicheren Welt. Es gibt einen Krieg an Rumäniens Grenze und die Bedrohungen für die europäische Sicherheit sind größer als sie noch vor ein paar Jahren waren“, führte er mit Bezug auf den Ukraine-Krieg aus.

Rumänien war nach dem Sturz eines Minderheitskabinetts seit Mai Zeit ohne handlungsfähige Regierung gewesen. Das Misstrauensvotum gegen den liberalen Premier Ilie Bolojan hatten die oppositionelle rechtsextreme Partei AUR gemeinsam mit den Sozialdemokraten (PSD) gestellt, die zuvor selbst Teil der Koalition gewesen waren.

PSD-Minister in Rumänien

Niculescu war bislang Staatssekretär im Außenministerium und arbeitete zuletzt am Beitrittsprozess Rumäniens zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Zuvor war er unter anderem als Botschafter tätig, insbesondere in Frankreich. Er hatte ein Kabinett mit Ministern der sozialdemokratischen PSD und Technokraten vorgeschlagen.

Die Krise hatte begonnen, nachdem die populistisch orientierten und immer wieder von Korruptionsfällen betroffenen rumänischen Sozialdemokraten im April aus der pro-europäischen Regierungskoalition ausgetreten waren. Hintergrund waren unter anderem Sparmaßnahmen zur Senkung des höchsten Haushaltsdefizits in der EU. Auch die Inflation in dem südosteuropäischen Land gehört zu den höchsten in der Europäischen Union.

afp/paj/bfi