Die USA stocken ihre Truppen in Deutschland um 500 Soldaten auf. Das kündigte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am 13. April nach einem Treffen mit seiner Amtskollegin Annegret Kramp-Karrenbauer in Berlin an. Die Soldaten sollen im Raum Wiesbaden stationiert werden. „Diese Truppen werden die Abschreckung und Verteidigung in Europa stärken“, sagte Austin.

Streitpunkt Verteidigungsausgaben der NATO-Länder

Der damalige US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Sommer kurz vor seiner Abwahl den Abzug von 12.000 der rund 35 000 US-Soldaten in Deutschland als Strafaktion für die aus seiner Sicht mangelnden deutschen Militärausgaben angekündigt. Sein Nachfolger Joe Biden hatte diesen Truppenabzug bereits gestoppt. An der US-Position zu den Verteidigungsausgaben hat sich durch den Regierungswechsel aber nichts geändert: Die Amerikaner dringen darauf, dass jeder Nato-Verbündete zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgibt. Die Bundesregierung hat die Investitionen in die Bundeswehr zwar zuletzt deutlich gesteigert, lag aber im vergangenen Jahr mit 1,56 Prozent immer noch deutlich unter dem Nato-Ziel. Dass nun zusätzliche Truppen nach Deutschland geschickt werden, ist aber eine Überraschung.
Nach dem Gespräch mit Kramp-Karrenbauer reist Austin nach Stuttgart weiter, um dort mit US-Soldaten zu sprechen. Der Besuch soll die Rückkehr zu einer engen militärischen Abstimmung zwischen beiden Ländern einleiten, die es in der Ära von Präsident Donald Trump nur noch sehr eingeschränkt gab.

Deutschland ist zweite Station bei Austins Reise

Bei dem Gespräch zwischen Kramp-Karrenbauer und Austin soll es auch um die Lage im Indopazifik, die Zukunft des Nato-Einsatzes in Afghanistan und um den Ukraine-Konflikt gehen, der sich wieder verschärft.
Austin will in Berlin neben Kramp-Karrenbauer (CDU) auch den außen- und sicherheitspolitischen Berater der Bundeskanzlerin, Jan Hecker, treffen. In Stuttgart wird er die US-Kommandos für die Truppen in Europa und Afrika besuchen, die Trump eigentlich aus Deutschland abziehen wollte.
Deutschland ist die zweite Station der Reise Austins nach Israel. Am Mittwoch reist er weiter nach Brüssel, wo er den Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg treffen will. Zum Abschluss will er in Großbritannien seinen Amtskollegen Ben Wallace sprechen.