zu den OB-Wahlen in Rostock und Görlitz
: Neues im Osten

Nein, die gar nicht mehr so neuen Bundesländer sind nicht auf dem Weg in eine dumpf-nationalistische Zukunft.
Von
André Bochow
Berlin
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André Bochow

Thomas Koehler/photothek.net

Multi-Kulti im Osten? Ganz so einfach ist es nicht. Rostock ist eine Hafen- und Universitätsstadt. Dort ist man  den Umgang mit Menschen aus anderen Ländern gewohnt. Aber unbenommen:  Die Stadt einen erstaunlichen Weg zurückgelegt. Von den scheußlichen Nächten in Rostock-Lichtenhagen bis zur Stichwahl zwischen einem Linken und einem parteilosen Dänen, die der Däne gewann.

In Görlitz aber mussten fast sämtliche politischen Kräfte und eine ganze Künstlerschar mobilisiert werden, um einen AfD-Mann zu verhindern. Das spricht eher für die Stärke der AfD in Sachsen, für spezifische Probleme der Grenzregion und für die Richtigkeit der Prognosen vor der Landtagswahl im September. Dass der Rechtspopulist in einer fairen Abstimmung geschlagen wurde, ist trotzdem gut für die Demokratie. Und wer es bislang noch nicht begriffen hat: Den Osten als politisch rechtes Sumpfgebiet abzuschreiben, war und ist einfach nur dumm. Die politische Auseinandersetzung muss geführt werden. Mit Argumenten und durch überzeugende Personen. Dann wird die AfD zum Auslaufmodell. Überall.