zu unsportlichen Jugendlichen: Wir Bewegungsmuffel

Hajo Zenker
Gerd MarkertDieser Befund galt für lange Zeit. Doch damit ist Schluss. Vier von fünf Jugendlichen weltweit bewegen sich zu wenig. Deutschland steht sogar noch etwas schlechter da. Der Befund der Weltgesundheitsorganisation ist erschreckend. Aber nicht überraschend. Der Trend hält seit Jahren an und scheint mit der Digitalisierung verbunden: Erst PC und Konsole, nun Smartphone und Tablet verleiten dazu, stundenlang bewegungslos auf den Bildschirm zu starren.
Jetzt einen besseren Sportunterricht zu fordern, ist nie verkehrt, wird aber kaum etwas ändern. Dazu steht er zu selten auf dem Stundenplan. Wobei allerdings gilt: Wenn es häufig gar keinen Schwimmunterricht mehr gibt, können immer weniger Kinder schwimmen. Was nicht nur gefährlich ist, sondern eine früher beliebte Art der Bewegung ins Abseits stellt.
Grund für die Erwachsenen, mahnend den Zeigefinger zu erheben, gibt es sowie nicht. Noch nie haben sich die Bundesbürger einer Studie der Deutschen Sporthochschule zufolge so wenig bewegt wie heute. Auch vom Staat oder der Kasse verordnete Bewegungskampagnen werden kaum helfen. Jeder muss für sich selbst eine Motivation finden — ob es die überflüssigen Pfunde sind, die nicht wirklich attraktiv machen, oder ob die Rückenschmerzen vom vielen Sitzen nerven. Oder ob es das Verlangen ist, mal einen Torschuss nicht nur im TV zu verfolgen, sondern selbst zu wagen. Nur dann erwächst daraus die Chance auf regelmäßige Betätigung, weil es wirkt, weil es Spaß macht. Und das gilt für Jung und Alt.
