zum Streit im Deutschen Feuerwehrverband
: Erschreckender Vorgang

Weil er vor einer möglichen AfD-Unterwanderung der Feuerwehren gewarnt, steht ihr Verbandspräsident unter Druck.
Von
Dorothee Torebko
Berlin
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Dorothee Torebko

privat

Kurzum: Sie nehmen Einfluss in der Mitte der Gesellschaft. Dort können sie sich als Kümmerer inszenieren und ihre Botschaften verbreiten. Die sind oft hasserfüllt, neidbehaftet, rassistisch. Auch die Feuerwehr ist davor nicht gefeit. Wie gefährlich das sein kann – darauf hat der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands, Hartmut Ziebs, hingewiesen. Er fürchtet die Unterwanderung der Feuerwehr durch eine teils demokratiefeindliche Partei. Dafür wird er mit einer Rücktrittforderung abgestraft. Ein Vorgang, der unverständlich und erschreckend ist.

In der politischen Agenda der Feuerwehr heißt es, dass Integrationsarbeit bei vielen Feuerwehren ein „selbstverständlicher Bestandteil“ geworden ist. Sie ist geprägt von dem Bestreben, „die Organisation interkulturell zu öffnen“. Der Feuerwehrverband setzt sich für „Vielfalt“ ein. Nichts anderes hat Präsident Ziebs getan, nichts anderes hat er gesagt. Dass er mit seinen Worten für eine offene Feuerwehr eintritt, ist richtig. Es sind die Sportvereine, Ortsgruppen und Kulturprojekte, über die Integration funktioniert. Ja, über sie wird sie erst möglich gemacht. Denn dort lernen Vereinsmitglieder Verständnis für das (interkulturelle) Miteinander – trotz aller Unterschiede.

Es ist daher ein positives Zeichen, dass Ziebs Solidarität erfährt. Einige Landesverbände stellen sich hinter den renommierten Feuerwehrexperten. Müsste er sein Amt abgeben, wäre das ein fatales Signal für all jene Feuerwehren, die sich der Integration und Pluralität verpflichtet fühlen.