zur Erkrankung Manuela Schwesigs: Der höhere Wert
Manuela Schwesig hat ihre Erkrankung öffentlich gemacht. Das verdient Anerkennung und ist vorbildlich.

Guido Bohsem
Thomas KöhlerVielleicht war es Manuela Schwesigs Absicht, mit der Erklärung über ihre Brustkrebs–Erkrankung auch dieses moderne Tabu zu brechen. Jedenfalls hat die Ministerpräsidentin von Mecklenburg–Vorpommern richtig gehandelt, sie hat vorbildlich gehandelt. Schließlich ist sie als Repräsentantin der Gesellschaft genau das: ein Vorbild für gesellschaftliches Verhalten.
Mit dem Bekenntnis zu ihrer Krankheit bereitet sie den Weg zu mehr Menschlichkeit und Verständnis. Sie zeigt, dass es Wichtigeres gibt als Karriere und Beruf – nämlich Gesundheit und Familie. Es ist ihre Entscheidung, doch noch überzeugender wäre gewesen, sie würde auch ihr Amt als Regierungschefin eine Zeitlang ruhen lassen. Auch das geht ohne Probleme.
