zur Verlängerung der Kontaktsperren: Regierungen sollten klare Zielvorgaben zum Kontaktverbot machen

Ellen Hasenkamp
NBRJetzt verspricht auch noch der Wetterbericht für die kommende Woche schöne, warme Tage. Es würde also nicht verwundern, wenn an den Küchentischen dieser Republik derzeit verschärft diskutiert wird, ob die Stubenhocker–Pflicht, die Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten über das Land verhängt haben, wirklich weiterhin so genau zu beachten ist. Zumal auch noch die Schulferien anstehen — und „einfach mal ausschlafen und herumlümmeln“ selbst für grundsätzlich aktivitätsfeindliche Teenager nach drei Wochen Corona–Quarantäne nicht mehr ganz so klasse klingt. Die Verlockung, sich über die Ostertage auf größere Ausflüge zu begeben, ist also groß.
Das schwant beispielsweise auch der Ministerpräsidentin von Mecklenburg–Vorpommern, Manuela Schwesig. Die SPD–Politikerin aus dem Urlaubsbundesland drohte bereits, die Reiseverbote noch strenger zu handhaben als bisher. Jetzt aufs Oster-Picknick im Grünen verzichten, „wenn wir wollen, dass wir es gemeinsam im nächsten Jahr gut erleben“, beschwört Schwesig.
Hier allerdings offenbart sich das Problem mit dem Begriff Kontaktverbot: Wenn eine Familie die Räder aufs Autodach schnallt, um ein paar Stunden über die Felder zu kreuzen, macht sie doch eigentlich nichts falsch? Es geht aber auch noch um etwas anderes: Je klarer die Regierungen das Ziel formulieren, das es zu erreichen gilt, damit wir wieder vor die Tür dürfen, desto leichter fällt es, noch ein bisschen auszuharren. Auch wenn draußen die Osterglocken sprießen.
