Randale bei Hansa Rostock: Pyro-Angriff auf Dynamo Dresden – „kriegsähnliche Zustände“

Vor dem Spiel zwischen Hansa Rostock und Dynamo Dresden gab es eine große Choreo der Hansa-Fans und einen großen Aufreger.
Andy Bünning/Imago- Beim Ostderby zwischen FC Hansa Rostock und Dynamo Dresden kam es zu Ausschreitungen.
- Vor dem Spiel wurde eine Leuchtrakete auf Dynamo-Spieler geschossen, Kapitän Kutschke reagierte wütend.
- Das Ostseestadion war bei diesem Hochsicherheitsspiel mit 26.000 Zuschauern ausverkauft.
- Polizei sicherte das Stadion mit Unterstützung von Hundertschaften, Hubschraubern und Drohnen.
- DFB verhängte Strafen wegen Pyro-Aktionen im Stadion.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der FC Hansa Rostock und Dynamo liefern sich am Samstagnachmittag das brisante Ostderby der 3. Liga – zu Beginn der zweiten Halbzeit steht das Spiel beim Stand von 1:0 für Hansa vor dem Abbruch: Minutenlang fliegen Feuerwerksraketen und weitere Pyro-Technik in Richtung Gästeblock mit den Fans von Dynamo Dresden. Viele Zuschauer verlassen rennend das Stadion. Der Fanblock von Dynamo Dresden wird regelrecht angegriffen.
Es knallt fürchterlich. „Es sind schon fast kriegsähnliche Zustände“, sagt Andreas Mann, Kommentator bei Magentasport. Am Spielfeldrand geraten zudem Hansa-Trainer Daniel Brinkmann und Dynamo-Kapitän Stefan Kutschke aneinander.
Nach einer mehr als halbstündigen Unterbrechung konnten die Teams weiterspielen, aber unter Vorbehalt. „Gibt es noch eine pyrotechnische Geschichte, dann wird das Spiel nicht fortgesetzt“, erklärte Hansas Stadionsprecher Oliver Schubert dem Publikum. „Ich appelliere an euren gesunden Menschenverstand, lasst uns das Spiel regulär zu Ende bringen.“
Vor Spiel fliegt Rakete inmitten die Spieler von Dynamo Dresden
Den ersten Zwischenfall gibt es schon vor dem Anpfiff. Das Ostseestadion war bei diesem Hochsicherheitsspiel mit 26.000 Zuschauern ausverkauft. Auch der Gästeblock war mit 2600 Dynamo-Fans bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Motto der SGD-Anhänger lautete: „Alle in Schwarz nach Rostock!“
Die Anhänger beider Clubs stehen sich seit einigen Jahren erbittert gegenüber. Die zu DDR-Zeiten gelebte Fan-Freundschaft zwischen Hansa Rostock und Dynamo Dresden ist längst Geschichte.
Im Hinspiel gegen Hansa Rostock im Rudolf-Harbig-Stadion hatten die SGD-Fans mit einer großen Choreografie den Ost-Konkurrenten provoziert. Auf der Blockfahne über den gesamten K-Block war eine Person mit Gewehr abgebildet. Im Visier der Waffe: das Hansa-Emblem. Dazu gab es ein großes Spruchband: „Die Jagdsaison ist eröffnet, Waidmannsheil.“ Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte Choreografie und Pyro humorlos mit einer Gesamtstrafe in Höhe von 33.850 Euro geahndet. Zudem wurden Hansa-Fanschals im Dresdner Block angezündet. 159 Rostocker Fans wurden vor dem Spiel für mehrere Stunden festgesetzt.
Diesmal gab es die erste unschöne Szene bereits vor dem Anpfiff. Als Dynamo zur Erwärmung rauskam, ging eine Rakete aus dem Hansa-Block inmitten der Dresdner Spieler nieder. Kapitän Stefan Kutschke schoss darauf wütend einen Ball in Richtung der Rostocker Anhänger. Wenig später wurde im Rostocker Fanclub mehrere Rauchtöpfe entzündet. Bei der großen Choreo hieß es auf dem Banner: „Für immer nur Hansa!“ Das Spiel begann mit dreiminütiger Verspätung, weil der Rauch das Spielfeld eingehüllt hatte.
Hochsicherheitsspiel zwischen Hansa und Dynamo
Das Hochsicherheitsspiel wurde am Samstag von einem großen Polizei-Aufgebot begleitet. Es herrschte Ausnahmezustand in Rostock. Denn parallel zum brisanten Ostderby fand in der Innenstadt einen Tag vor der Bundestagswahl auch eine AfD-Kundgebung sowie mehrere Gegendemonstrationen mit mehreren Tausend Menschen statt. Dazu kamen komplizierte Anreise-Bedingungen für die Gäste-Fans: Wegen Oberleitungsarbeiten konnte der Rostocker Hauptbahnhof von mehreren Bahnlinien nicht angefahren werden. Die Dresdener Anhänger mussten deshalb größtenteils in Autos und Bussen anreisen. Das alles seien für die Einsatzkräfte „erschwerte Bedingungen“, sagte der Rostocker Polizeichef Achim Segebarth der „Ostsee“-Zeitung.

Bereits bei der Erwärmung flog eine Leuchtrakete aus dem Hansa-Fanblock in Richtung der Spieler von Dynamo Dresden. Kapitän Stefan Kutschke beschwerte sich beim Sicherheitsdienst im Ostseestadion.
Imago/Andy BünningUnterstützung erhielt die Polizei von Hundertschaften aus benachbarten Bundesländern. Mithilfe eines Hubschraubers und Drohnen wurde das Geschehen aus der Luft beobachtet. Auch Wasserwerfer standen rund um das Osteestadion bereit.
DFB-Strafe für Dynamo Dresden wegen Choreo
Auch beim Ostderby in Cottbus hatten die ganz in Schwarz gekleideten Fans von Dynamo Dresden mit einer großen Choreografie für Aufsehen gesorgt. Die rund 2000 Dynamo-Fans hatten sich alle mit schwarzen Umhängen gekleidet und präsentieren den Schriftzug „Dynamo – jeder fürchtet unseren Namen!“ Dazu war ein Totenkopf mit Kapuze zu sehen.
Die Choreo wurde damals mit einer krassen Kletteraktion angebracht: Ein mit schwarz-gelber Sturmhaube maskierter Dynamo-Fan war den Pfeiler der Überdachung der Südtribüne nach oben geklettert. Er war dabei mit einem Klettergeschirr gesichert. Zudem gab es im Leag Energie Stadion eine Pyro-Show im Gästefanblock. Zu Beginn beider Halbzeiten brannten Pyro-Fackeln, es waberten Rauchschwaden über das Spielfeld.


